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Reiseführer Paris

La Villette

Paris: La Villette, Cite des Sciences

Cité des Sciences et de l’Industrie

Auf dem Gelände des ehemaligen Pariser Schlachthofs, der mit den Großmarkthallen nach Rungis verlegt wurde, entstand ab Mitte der 1980er-Jahre unter Leitung von Bernard Tschumi und Adrian Fainsilber der 55 ha großer Kultur- und Freizeitpark La Villette. Sein Herz bildet doe Cité des Sciences et de l’Industrie, eine gigantische, glasverhängte Stadt der Wissenschaften und Industrie, die nicht schulmeisterlich, sondern mit viel Kreativität und Spaß Wissenschaft und Technik nahe bringen möchte. Wasserbecken umgeben das 270 m lange Gebäude aus Beton und Stahl von Adrian Fainsilber, der es wie eine Burg mit Wassergräben umgab. Das  Innere: ein glasüberkuppeltes Atrium, von dem aus Rolltreppen zur Dauerausstellung Explora führen, die im Obergeschoss und Teilen des 2. Stocks sich den Themen Kommunikation, Energie, Medizin, Film, Verkehr, Luft- und Raumfahrt, Ozeane, Umwelt und Ressourcen der Erde widmet. Wer Lust hat, kann sich im Flugsimulator als Pilot versuchen oder sein Gewicht auf der Erde, im All und auf dem Mars messen lassen. Exponate, die sich tatsächlich berühren oder ansehen lassen, gibt es leider nur wenige – die Ausstellung verlässt sich auf die Attraktivität der interaktiven Stationen und Exponate. Vor allem ältere Besucher stören sich mit unter an der multimedialen Dominanz, die sie auf Dauer ermüdet. Für die Jüngeren ist die digitale Welt längst Teil des Alltags und genauso real wie echte Exponate.

Paris: Canal de l'Ourq

Am Canal de l'Ourq

 Das Technik- und Wissenschaftsmuseum, das derzeit umfangreich umgebaut wird, umgeben zehn Themengärten und zwei Dutzend knallrote “Folies” als Café oder Infozentrum. Ein Mantel aus poliertem Chromnickelstahl umgibt den futuristischen Kugelbau des Sphärenkinos Geode, das seit 1995 mit zur Cité gehört; wenige Schritte weiter ergänzt der 1957 gebaute U-Boot-Jäger Argonaute den beeindruckenden Komplex, der mit weiten Rasenflächen am 108 km langen Canal de l’Ourq endet, der am Bassin de la Villette in den Canal St-Martin übergeht – einer wunderschönen Bummelstrecke zurück ins Stadtzentrum.

Paris: Cite des Sciences, U-Boot-Jäger Argonaute

Der U-Boot-Jäger Argonaute

Wer noch bleiben will, kann noch die vielen anderen Attraktionen von La Villette entdecken. Die alte Rotunde beim Eingang Porte de la Villette, in der einst die Veterinäre arbeiteten, ist heute ein Labor für junge urbane Kunst (www.wip-villette.com). Die Geschichte des französischen Chansons von Barbara, Brassens, Brel und Bruel läßt das Centre National du Patrimoine de la Chanson (www.lehall.com) wieder aufleben. Roter Plüsch, tausend Spiegel und Trapezkünstler lassen im Cabaret Sauvage (www.cabaretsauvage.com) die wilden 1920er Jahre wieder lebendig werden. Eine In-Location für Jazz ist das Trabendo (www.trabendo.fr); Rock- und Popstars bringen den Zénith (www.zenith-paris.com) zum Beben. Die ehemalige Ochsenhalle ist heute als Grande Halle multifunktionaler Veranstaltungsort für Ausstellungen, Konzerte, Theater, Modenschauen und andere Events. Als Sprungbrett für junge Autoren gilt das von der Schließung bedrohte Théâtre Paris-Villette (www.theatre-paris-villette.com); die Vielfalt der frankophilen Schauspielkunst von den Antillen bis nach Algerien zeigt Le Tarmac de la Villette (www.letarmac.fr). In der Cité de la Musique (www.cite-musique.fr) gastiert alljährlich die Biennale d’Art Vocal; 4500 Instrumente von der Renaissance bis heute zeigt das angeschlossene Musée de la Musique – viele werden nachmittags auch bei Konzerten vorgeführt. Neben der Cité de la Musique soll 2014 die von Jean Nouvel entworfene Philharmonie de Paris (www.philharmoniedeparis.com) eröffnen. Zwischen den Bauten begrünen zehn Themengärten mal verspielt, mal nostalgisch, natürlich oder avantgardistisch La Villette.

Info: www.villette.com


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