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Reiseführer Paris

Text und Fotos: Hilke Maunder

Paris: Louvre, Haupteingang

Haupteingang des Louvre

„Paris ist alles, was Du willst“, schwärmte Fréderic Chopin, und bis heute ist die Seine-Metropole ein Schmelztiegel der Strömungen und Trends, der Kulturen und kreativen Impulse. Paris bestimmt, was Frankreich denkt, wie Europa tickt, was die Welt trägt. Kosmopolitisch und kleinstädtisch zugleich, schillernd bunt und doch urfranzösisch, hektisch und doch voller ruhiger Oasen zieht sie Bürger und Besucher in den Bann, die ihrem Mythos verfallen und ihn seit der Gründung zur Römerzeiten in immer neuen Facetten fortschreiben.

Paris: Eiffelturm

Bohème und Lebenslust

Paris ist die „Stadt der 100 Dörfer” – jedes Viertel führt sein Eigenleben, unverwechselbar und ursprünglich. Administrativ wurde die Seine-Metropole in 20 Bezirke eingeteilt, jedes Arrondissement wiederum in vier „Quartiers” – sie sind die eigentliche Heimat des Parisers. Im Westen lagen die reichen „beaux quartiers”, im Osten die traditionell roten Viertel der Arbeiter. Die Zugezogenen blieben meist in der Nähe ihres Ankunftsbahnhofs: Bretonen am Gare de Montparnasse, Elsässer am Gare de l’Est. Russische Emigranten zog es zum Place du Tertre, jüdische Einwanderer in die Rue des Rosiers. Exotisch wird Paris in Belleville, im Barbès-Viertel und im Chinatown des 13. Arrondissements. Künstler, Galeristen und Nachtschwärmer machten die Bastille und das Marais in den 1980er Jahren zu In-Vierteln.

Paris: Notre Dame

Notre Dame

Heute zieht es die Szene zurück in die Viertel, die schon Toulouse-Lautrec und Picasso liebten: Montmartre und Pigalle. Östlich vom „Butte”, dem Berg von Montmartre mit Sacré Coeur auf der Spitze, beginnt La Goutte d’Or, das schwarze Herz der Stadt. Afrikanische Immigranten in farbenfrohen Gewändern bummeln über den Wochenmarkt am Boulevard de la Chapelle, Reggae-Rhythmen dringen aus den Geschäften. Auf Pigalle folgt westlich das Wohngebiet von St-Georges, im 19. Jahrhundert das „Nouvelle Athènes”, wo der Maler Ary Scheffer jeden Freitag beim Jour Fixe Künstler wie Ingres, Delacroix und Dumas empfing. Unter den Gästen waren auch George Sand und Frédéric Chopin, die beide am Square d’Orléons in getrennten Wohnungen lebten – und sich nachts liebten. Ernest Hemingway war frisch verheiratet, als er 1921 nach Paris kam, doch auch für ihn war die Seinestadt „ein Fest fürs Leben“, von dem er noch 1965 in seinen Erinnerungen „A Moveable Feast“ schwärmte.


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