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Reiseführer Paris

Geschichte von Paris (Eckdaten der Stadtgeschichte)

Paris: Saint Denis

3. J. v. Chr. Der keltische Stamm der Parisii gründet auf Île de la Cité seine Siedlung „Lutetia“ und verbindet die Seine-Insel mit zwei Brücken, dem Grand Pont und dem Petit Pont, mit dem Nord- und Südufer.

52. v. Chr. Die Römer zerstören ihre Siedlung; „Lutetia Parisii“ wird in Cäsars „De Bello Gallico“ erstmals erwähnt. Aus der römischen Antike sind mehrere Spuren erhalten, öffentlich zugänglich sind die Arenen und die Thermen am Boulevard Saint Michel

308 Auf einer Straßenmarkierung erscheint erstmals statt „Lutetia“ der Name „Paris“

486 Die Merowinger besiegen unter König Chlodwig bei Soissons die römischen Legionen und beenden damit die römische Herrschaft im nördlichen Gallien und in der Stadt Paris.

508 Frankenkönig Chlodwig macht Paris zur Hauptresidenz und damit zur Hauptstadt

586 Der „Große Brand“ zerstört fast alle Gebäude der Stadt

845, 858, 861, 869 Die Wikinger überfallen wiederholt die Stadt und brennen sie dabei vollständig nieder

987 Hugo Capet, Graf von Paris und Herzog von Frankreich, wird zum König gewählt. Er macht Paris zur Hauptstadt Frankreichs und lässt auf der Île de la Cité seinen Königspalast erbauen. Die vom ihn begründete Herrschaft der Kapetinger dauert bis 1328.

1163 Baubeginn von Notre-Dame durch Maurice de Sully

1165 König Philipp II. Augustus lässt Paris befestigen

1180 – 1223 Bau des Louvre durch Philipp II. Augustus

1215 Gründung der Universität von Paris

1226  - 1270 Ludwig IX. („der Heilige“) hält als König unter der Eiche von Vincennes Gericht, gründet ein Parlament aus Kronbeamten und lässt die Sainte-Chapelle bauen.

1253 Domherr Robert de Sorbon gründet mit der Theologenschule Collège de Sorbon den Vorgänger der  Sorbonne

1291 Nach dem Fall Jerusalems lassen sich die Tempelritter in Paris nieder, wo sie schon bald als Ketzer verfolgt werden. 1314 wird ihr letzter Großmeister, Jacques de Molay, an der Pont Neuf auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

1358 Der Aufstand der Stände unter Führung von Étienne Marcel, dem Vorsteher der Kaufmannsgilde, wird vom Adel niedergeschlagen.

1337 – 1453 Im Hundertjährigen Krieg besetzen die Engländer Paris

1370 Grundsteinlegung für die Bastille

1430 Heinrich VI. von England krönt sich in Notre-Dame zum König von Frankreich

1437 Karl VII. erobert Paris zurück

frühes 16. Jh. Seuchen und Epidemien wie die Pest raffen immer wieder große Teile der Bevölkerung hin

24. 8. 1572 Bartholomäusnacht: zwischen 3.000 und 10.000 Hugenotten werden in Paris ermordet. Das Edikt de Nantes beendet 1598 die Hugenottenkriege.

1578 – 1604 Pont Neuf wird gebaut – und ist heute die älteste Pariser Brücke

Paris: Pont Neuf

1610 – 1643 Unter Ludwig XIII. beginnt ein umfangreiches Bauprogramm. Errichtet werden das Marais-Viertel und die Vorstädte Saint-Honoré und Saint-Germain sowie eine königliche Druckerei und der Jardin de Plantes . Maria von Medici weist den Bau des Palais du Luxembourg an, Anna von Österreich die Errichtung der Kirche Val-de-Grace. Für Richelieu entsteht mit dem Palais Cardinal der spätere Palais-Royal.

1636 Richelieu gründet die Académie Française

1643 – 1715 Der Sonnenkönig Ludwig XIV. macht Paris zum Vorbild einer barocken Stadt. Die Stadtmauern wandeln sich zu Grands Boulevards, die Wasserversorgung wird modernisiert, eine Straßenbeleuchtung angebracht. Mit dem Hôtel des Invalides und La Salpêtrière erhält Paris zwei Krankenhäuser. Ebenfalls gebaut werden der Invalidendom, das Observatorium und zwei Plätze – Place Vendôme und Place des Victoires.

1682 Ludwig XIV. verlegt seine Residenz nach Versailles

Versailles

14. 7. 1789 Mit dem Sturm auf die Bastille beginnt die Französische Revolution

21. 9. 1792 Proklamation der 1. Republik

1793 Ludwig XVI. wird auf der Place de la Révolution, der heutigen Place de la Concorde, von der Guillotine enthauptet

2. 12. 1804 Napoléon Bonaparte krönt sich in Notre-Dame zum Kaiser der Franzosen, seine Frau Joséphine zur Kaiserin

1815 Napoléon erobert für 100 Tage die Herrschaft zurück, bis er in Waterloo scheitert

1830 Bei der Juli-Revolution kommt es zu heftigen Straßenkämpfen in Paris

1830–1848 Regierungszeit von Ludwig-Philipp; sein Zensuswahlrecht sorgt für Wut beim erstarkten Bürgertum. 1848 dankte der „Bürgerkönig“ ab und flieht ins Exil nach England

1837 Die erste Bahnlinie Frankreichs verbindet Paris mit St-Germain-en-Laye

1846 Paris hat mehr als eine Million Einwohner

1848 Nach der Februar-Revolution wird Charles-Louis Napoléon Bonaparte Präsident der 2. Republik, 1852 krönt er sich zum Kaiser Napoléon III., seine Frau Eugénie zur Kaiserin.

1852 – 1870 Baron Georges-Eugène Haussmann, Präfekt von Paris, teilt Paris in 20 Arrondissements ein und macht die noch sehr mittelalterlich geprägte Stadt fit für die Moderne – mit breiten Boulevards für die neue Verkehrsmittel (und marschierende Truppen), Bahnhöfen, fortschrittlicher Kanalisation –und einem 39 km langen Verteidigungsring mit 94 Bastionen und 16 Forts auf dem Verlauf des heutigen Boulevard Périphérique.

1870/71 Deutsch-Französischer Krieg, Absetzung von Napoléon III., Proklamation der 3. Republik

1871 Gewaltsame Niederschlagung des Aufstandes der „Pariser Kommune“ der Arbeiter, Handwerker und Kleinbürger

1876 Baubeginn von Sacré-Cœur

Paris: Sacre Coeur

1871 – 1914 Belle Époque – Paris wird zum Zentrum der Künstler und Intellektuellen aus aller Welt. Van Gogh, Toulouse-Lautrec, Picasso und Modigliani zieht es nach Montmartre, wo ab 1889 die Tänzerinnen von Moulin Rouge die Beine beim Can-Can schwangen.

1855, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 Paris ist Gastgeber für sechs Weltausstellungen. Wahrzeichen der Schau von 1889 wird der Eiffelturm – ursprünglich sollte er nach Ausstellungsende abgebaut werden

1900 Die erste Métrolinie verbindet Paris von West nach Ost von der Porte Maillot bis zur
Porte de Vincennes. Heute erschließen14 Linien die Stadt.

1900 Paris ist Gastgeber der II. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit

1920er Jahre Paris wird zum Exil einer vorrangig US-amerikanischen Künstlerszene, die an der Seine eine größere künstlerische – und sexuelle – Freiheit genießt. Unter ihnen sind Henry Miller, Djuna Barnes, Gertrude Stein, Sylvia Beach, F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway, der Paris als „Fest des Lebens“ unsterblich macht.

1921 Die „Ville de Paris“ erreicht die höchste Einwohnerzahl ihrer Geschichte: drei Millionen Menschen drängen sich innerhalb der Stadtgrenzen

1924 Paris ist Austragungsort der VIII. Olympischen Sommerspiele

1940 – 1944 Die deutsche Wehrmacht besetzt Paris

22. Mai 1944 Schlacht um Paris. Am 25. August 1944 befreien die Alliierten Frankreichs Hauptstadt, die überraschend unbeschadet aus dem Krieg hervorgeht – nicht zuletzt auch wegen General Dietrich von Choltitz. Der Stadtkommandant von Groß-Paris ignorierte Hitlers „Trümmerfeld“-Befehl zur völligen Zerstörung der Stadt. Zudem wurde Paris vom Heer umkämpft – die Luftangriffe der Alliierten konzentrierten sich auf die Küste und den Kessel von Falaise.

1958 Beginn der Bauarbeiten am Büroviertel La Défense, das 1962 eingeweiht wurde

1962 Kulturminister André Malraux erstellt Sanierungspläne für innerstädtische Problemviertel wie dem Marais. Um dem prognostizierten Bevölkerungszuwachs auf 14 Millionen Menschen im Jahr 2000 Herr zu werden, erhält unter der  Regierung Charles-de-Gaulle Paris auf bis zu 30 km entfernten Höhenrücken fünf „villes nouvelles“ – Cergy-Pontoise, Marne-la-Vallée, Melun-Sénart, Évry und Saint-Quentin-en-Yvelines. Weiter ausgebaut wurden bereits vorhandene Vorstädte wie Bobigny und Creteil.

Mai 1968 Studentenunruhen an der Sorbonne, Generalstreik der Arbeiter

1970 Paris erhält mit dem Réseau Express Régional (RER) in Ergänzung zu Métro und Bus ein Schnellbahnnetz

1971 – 1973 Abriss der Markthallen, Verlegung des Großmarktes nach Rungis in der Nähe des Flughafens Paris-Orly

1972 Fertigstellung des Stadtschnellbahnringes Boulevard Périphérique

1973 Fertigstellung der Tour Montparnasse

1977 Eröffnung des Centre Georges Pompidou

25. 3. 1977 erstmals bestimmen die Pariser selbst ihren Bürgermeister – und wählen Jacques Chirac

1981 – 1995 In der Amtszeit von François Mitterand entstehen als „Grandes Operations d'Architecture et d'Urbanisme“ zahlreiche Monumentalbauten, darunter die Bastilleoper (die größte der Welt), die Französisches Nationalbibliothek, das Finanzministerium, der Parc de la Villette, das Institut du Monde Arabe, der Grande Arche von La Défense und die Glaspyramide des Louvre.

1990 – 2020 Großprojekt „Paris Rive Gauche“ zur Sanierung und Modernisierung des südlichen Seineufers zwischen der Gare d’Austerlitz und Ivry-sur-Seine

2001  Als erster Linker seit der Pariser Kommune wird Bertrand Delanoë zum Bürgermeister von Paris gewählt. Der bekennende Homosexuelle gibt seitdem Paris ein umweltfreundlicheres, sozialeres Gesicht – mit den Stadtleihsystemen Vélib (Fahrrad) und Autolib (Auto), Ausbau der Radwege, Einführung der Straßenbahn, autofreien Tagen und Umwandlung der Uferschnellstraße an der Seine in eine Flaniermeile, die sich am linken Ufer  vom Musée d’Orsay bis zum Pont d’Alma erstreckt. Seit Sommer 2001 verwandelt sich das Seine-Ufer alljährlich zu Paris Plage, einem 35 km lange Stadtstrand auf der Schnellstraße Georges Pompidou.

2005 Ein Unfalltod zweiter Jugendliche löst in den Vorstädten von Paris eine Serie von gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei aus, die Banlieue brennt.

2006 Einweihung der Passerelle Simone de Beauvoir als neueste Brücke über die Seine

2012 Eröffnung von Les Docks – Cité de la Mode et du Design am Rive Gauche des 13. Arrondissements

Info: http://www.paris.fr, Sa. – Mi. ab 11.00 Uhr


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