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Canal Saint-Martin

Paris: Canal Saint-Martin

Literaten und Filmemacher haben ihn berühmt gemacht: den Canal Saint-Martin, auf dem heute statt Lastkähnen nur noch Ausflugsschiffe schippern. Seine 2008 sanierten Uferpromenaden gehören zu den beliebtesten Spazierwegen der Seinestadt. Mit neun Schleusen überwindet der Canal St-Martin zwischen dem Port de l’Arsenal bei der Bastille und dem Bassin de la Villette auf 4,5 km Länge einen Höhenunterschied von 25 m. Gebaut wurde der Kanal zwischen 1806 und 1825 auf Anweisung Napoleons, um die Seine mit dem 108 km langen Canal de l’Ourq zu verbinden – die Schiffer bekamen so, gemeinsam mit dem Canal Saint-Denis, eine zwölf Kilometer lange Abkürzung zwischen den Schleifen der Seine. Die schattigen Treidelpfade inspirierten Filmemacher und Schriftsteller zu unvergessenen Klassikern. 1938 drehte Marcel Carné hier den Kultfilm Hôtel du Nord, 1956 wählte Leo Malet das Viertel für seinen Krimi „Wie steht mir Tod?“, 2001 war der Kanal Schauplatz für „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Als der Wasserweg für moderne Frachtschiffe zu schmal wurde, übermantelte man die Strecke zwischen Rue du Faubourg du Temple und Bastille.

Paris: Canal Saint-Martin

Am besten lässt sich der Kanal vom Boot aus bewundern – Kanalfahrten starten an Arsenal-Anleger.  Die offene Wasserstraße ist heute fest in der Hand der Flaneure. Noch haben nur wenige Touristen ihren stillen Charme entdeckt. Meist sind es Pariser, die sonntags auf den für Autos gesperrten Uferstraßen spazieren gehen, in den kleinen Bistros brunchen, und ausgiebig in den jungen Szeneläden stöbern, die rund um den Kanals eröffnet haben. 

Paris: Am Canal Saint-Martin


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