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Wie werden die Kinder einmal leben?

Bei den Tänzen, die auf selbst gebastelten Holzflöten begleitet werden, ist das hingegen nicht so. Denn an Festtagen zelebrieren die etwa neunzig Bewohner von Emberà Drua ihre Tänze auch ohne Besucher. Doch der Ethno-Tourismus ist den Emberá willkommen: Landwirtschaft, so sagen sie, ist im Nationalpark schließlich verboten - also brauchen sie andere Einnahmen.

Panama Tanzgruppe
Die Emberá beim rituellen Tanz

Zum Beispiel den Verkauf von Souvenirs: kleine Skulpturen aus Tagua, einer nussartigen Frucht mit einer Konsistenz ähnlich dem Elfenbein, kunstvolle Flechtarbeiten aus Palmblättern, Halsketten und Musikinstrumente stehen zur Auswahl. Abends, wenn die Besucher weg sind, wird die traditionelle Stammeskleidung gegen T-Shirts vertauscht - diese sind zum Basketball-Spielen einfach praktischer.Panama Indio-Mädchen Manche Dorfbewohner versammeln sich dann auch um den einzigen Fernseher des Ortes. Zumindest bis es dunkel wird, und der mit Solarstrom betriebene Generator keine Leistung mehr bringt.

Gut acht Jahre ist es nun her, dass sich die Emberá nach langen Debatten zur Öffnung für den Tourismus entschieden haben. Noch leben sie einfach, ohne Stereoanlagen und ohne Kühlschrank. Für welches Leben die Kinder, die in der kleinen Dorfschule des Ortes von einer von außen kommenden Lehrerin auf Spanisch unterrichtet werden, künftig führen werden ist allerdings offen. Der Kontakt zur Moderne nimmt ihren Biographien die Selbstverständlichkeit.

Vor wenigen Jahrzehnten, so berichten die Dorfbewohner, sei es üblich gewesen, dass die Jugendlichen bereits im Alter von dreizehn oder vierzehn geheiratet hatten. Heute sind Eheschließungen unter Minderjährigen verboten. Auch die traditionelle Naturreligion hat Konkurrenz bekommen. Seit ein Missionar im Ort war, sind die Indios offiziell zum christlichen Glauben konvertiert. Doch der Respekt vor der „madre de agua“, der Göttin des Wassers, ist ungebrochen.

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