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Geschichten vom harmlosen Mohn

Wirtshauskultur im österreichischen Waldviertel

Text und Fotos: Volker Mehnert

Bodenständig gut - so ist die Küche im Waldviertel. Und damit das auch in Zukunft so bleibt, widmen sich viele Gasthäuser in dieser Region an der tschechischen Grenze der traditionellen Wirtshauskultur. Das außergewöhnlichste Produkt der heimatlich verwurzelten Küche ist der Mohn, der hier in tausend köstlichen Varianten auf den Tisch kommt.

Österreich - Waldviertel

Wer ins kleine Dörfchen Armschlag kommt, kehrt selbstverständlich beim Neuwiesinger ein. Denn dort gibt es die beste Mohnküche von ganz Österreich. In der Gaststube des Mohnwirts wird man schon auf den ersten Blick mit dem Mohn in vielen Facetten konfrontiert: In der Dekoration der Gaststube und auf der Terrasse ist er allgegenwärtig. Mohnblüten zieren die Tischdecken, Sträuße mit Mohnkapseln hängen von der Decke, Fotos blühender Mohnfelder an den Wänden. An einer kleinen Verkaufstheke gibt es Öl und Kosmetik - aus Mohn, versteht sich. In der Scheune nebenan hängen einige tausend Mohnmühlen - die größte Sammlung der Welt. Sie zeigt, wie verbreitet der Mohn als Lebensmittel hier früher war und inzwischen auch wieder ist. Denn der Mohn erlebt eine Renaissance im österreichischen Waldviertel. Zum Glück, möchte man ausrufen, wenn die ersten Gerichte auf den Tisch kommen.

Österreich - Waldviertel - Mohnfeld

Kalium, Kalzium und Kalorien

Der Mohn als Lebensmittel ist ausgesprochen vielseitig, denn ob süß oder pikant, ob fest oder flüssig - die Ideen scheinen beim Mohnwirt nicht auszugehen: Als Vorspeise serviert er zum Beispiel Mohnschöberlsuppe, Kräutersuppe mit Mohnbrotwürfeln oder Mohnkäsesalat mit Kürbiskernen. Rundum satt machen die Marillenknödel mit Mohnbröseln, ein Kräuterkäse-Mohnomelette oder die „handg´wurzelten“ Mohnnudeln. Die Spezialität des Hauses ist ein Zander in Mohnkruste.

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