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Die "SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental" in Tirol

Parade-Pisten und Hüttenzauber

Text und Fotos: Hilke Maunder

Gleich hinter Kufstein lockt "kaiserliches" Skivergnügen: Neun Orte, zwei Täler und ein Gebirgszug bilden in Tirol das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs. Die "SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental" begeistert Skifahrer, Snowboarder und Carver mit 250 Kilometern abwechslungsreicher Pisten - von sonnig-flachen Familienabfahrten über sportliche Buckelpisten bis zu kilometerlangen Tiefschneehängen. Die schönsten Abfahrten erschließt das Pistenleitsystem "Best of SkiWelt".

Österreich / Going / Ausblick

Das Vergnügen in der "SkiWelt" erfordert keine langen Wartezeiten: Mit der KeyCard oder der Swatch Access werden die Sperren der 93 Lifte und Seilbahnen umgehend passiert. In Ellmau bringt Europas schnellste Standseilbahn die Wintersportler in vier Minuten ins Skigebiet; in Söll fährt eine feuerrote Achtergondel von der Mittelstation in sechs Minuten 679 Meter hoch hinauf zur Hohen Salve, dem 1829 Meter hohen Aussichtsgipfel mit dem prachtvollen Panoramablick über das Pisten-Paradies.

Österreich / Hohe Salve / Gondel

In Ellmau wurde ein kuppelbarer Sessellift für sechs Personen, in Hopfgarten einer für acht Skifahrer installiert. Die neuen Lifte fahren beim Ein- und Aussteigen angenehm langsam, schwingen sich aber dann dreimal so schnell als die bisherigen Sessellifte den Hang hinauf. "Langfristig wollen wir alle alten, langsamen Schlepplifte durch solche neuen Sessellifte ersetzen", sagt Gregor Seufert, Geschäftsführer des Tourismusverbandes "Wilder Kaiser-Brixental".

Neun Gemeinden gehören zum Wintersportgebiet: Ellmau, Going, Scheffau und Söll zu Füßen des Wilden Kaiser; Brixen im Thale, Itter, Hopfgarten und Westendorf im Brixtental sowie Kelchsau, das kaum bekannte Kleinod im Hochtal der Kelchsauer Ache.

Nirgendwo prägen Bettenburgen aus Beton das Ortsbild, sondern alpenländische Architektur in Holz und Stein, häufig Jahrhunderte alt. Von jedem Dorf aus ist der direkte Einstieg in den Skizirkus möglich.

Österreich / Going

Going

Mit 108 Kilometern blauer, einfacher Pisten ist die "SkiWelt" ideal für Anfänger und Wiedereinsteiger. Fortgeschrittene finden 120 Kilometer Pisten mit roter Markierung. Mittelschwer ist auch die längste Abfahrt, die nach acht Kilometern im kleinen Dorf Itter am Fuße des Skibergs von Söll endet. Schwarze Abfahrten - insgesamt zwölf Kilometer - sind ausschließlich an den steilen Hängen der Hohen Salve zu finden. Recht selten sind auch Tourenabfahrten: Nur zehn Kilometer unberührter Wedelhänge warten auf Tiefschneeprofis. Einzig Westendorf ist - noch - nicht an die Hänge der Hohen Salve angeschlossen. Schon jetzt führt eine Gondel zum Fleiding, mit 1892 Metern der höchste Gipfel der "SkiWelt".

Österreich / Going

Drei "Best of SkiWelt"-Touren

Die Parade-Pisten der "SkiWelt" präsentiert das Pistenleitsystem "Best of SkiWelt" auf drei Touren. Die 18 Kilometer lange "Kaiser-Runde" führt von Scheffau nach Ellmau und Going (Bild rechts); die "Salven-Runde" zeigt auf fast 16 Kilometern die schönsten Abfahrten von Söll, Hopfgarten und Westendorf; die "Westendorf-Runde" schließlich präsentiert auf 18 Kilometern die Höhepunkte von Westendorf und Brixen. Informationen zu den Rundwegen gibt es an jeder Talstation. Je nach Kondition können die Touren kombiniert werden. Wer alle Touren an einem Tag bewältigen will, sollte sehr fit sein: Auf ihn warten 35 Kilometer und 10.450 Meter Höhendifferenz.

Geht der Tag zur Neige, lockt die Flutlichtpiste in Söll mit Skivergnügen bis 22 Uhr. Wem das nicht reicht: Das Großraumticket "Kitzbüheler Alpen Skipass", gültig an 260 Liften, bietet 790 Kilometer Skivergnügen zwischen Hahnenkamm und Hartkaiser.

Kaasspatz'n und Kaiserschmarrn

Österreich / SkiWelt / Rast

Erholung wartet auch am Wegesrand: 65 Jausenstationen und Berghütten stillen den Hunger mit deftiger Tiroler Kost wie Kaasspatz'n, G'röschtl, Knoblauchsuppe und Kaiserschmarrn. In der Höhenbrandalm hoch über Kelchsau prasselt das Feuer im Kamin und im Schein der Kerzen halten die Gäste Keramikbecher, in denen ein ganz besonderer Trunk heißt dampft: "Bei uns kommt der Jagatee nicht aus der Tüte, sondern wird noch traditionell gebraut - aus reichlich Rum, Tiroler Schnaps, zahlreichen Gewürzen und etwas Tee", sagt Burkhard Pederiva (40), Hüttenwirt und mehrfach ausgezeichneter Spitzenkoch. In der urigen Berghütte mit dem großartigen Ausblick vergeht die Zeit schnell, und so greifen die Gäste häufig erst im Schein der Lampe zum Schlitten und gleiten bei sanftem Gefälle zurück ins Tal. Die Route der 2,5 Kilometer langen Rodelbahn führt durch dichten Tannenwald. Im gesamten Gebiet sind die Berge bis auf die Spitze bewaldet. "Das macht die "SkiWelt" auf natürliche Weise lawinensicher," sagt Gregor Seufert vom Tourismusverband.

Österreich / Hohe Salve

Kunstschnee ohne Chemie

Umweltschutz hat am Wilden Kaiser oberste Priorität. Die Umweltgesetze im Land Tirol gehören zu den strengsten Europas. Rückhaltebecken, im Sommer zur Fischzucht genutzt, sammeln Wasser in Trinkwasserqualität - als Rohstoff für die 260 Schneekanonen. Anders als mancherorts üblich, wird das Wasser nicht mit Chemie versetzt, um künstlichen Schnee auch bei Plusgraden erzeugen zu können, sondern gewartet: Erst wenn das Thermometer mindestens minus drei Grad zeigt, setzen die Schneewerfer ein. Optimal sind Temperaturen um minus zehn Grad - dann genügt eine Nacht, um braune oder vereiste Stellen komplett mit bestem Pulverschnee abzudecken. 130 Kilometer Piste können technisch beschneit werden, so auch erstmals die Nord- und Südabfahrten auf der Hohen Salve.

Drei Mützen für den Snowboard-"Funpark"

In Westendorf trifft sich die Snowboard-Szene. Der "Funpark" am Gampenkogel gilt als Top Spot Tirols. Als einziges Gelände des Landes erhielt es beim Test des Snowboard-Magazins "Mystery" die Höchstwertung von drei Mützen. Auf Action auf der Half Pipe folgt am Abend ausgiebiger Après-Ski: Mit elf Bars und Diskotheken besitzt Westendorf das quirligste Nachtleben der "SkiWelt". Hier hottet die Jugend aus Europa und Australien zu ihrer Musik.

Wer auf andere Art abheben möchte, kann in der Westendorfer Flugschule das Paragliding lernen: Fliegen mit Schirm und Ski.

170 Kilometer Loipen mit Doppelspur und Skatingbahn machen die "SkiWelt"auch für Langläufer zu einem attraktiven Gebiet. Der Anschluss an die international bekannte "Koasa-Loipe" eröffnet weitere 80 Kilometer Winterfreuden. In Brixen geht es für Langläufer hoch hinaus: Eine Gondel führt zur Höhenloipe, einer 4,5 Kilometer langen Aussichtsrunde in 1.350 Meter Höhe. Die Brixentaler Wanderloipe führt bis nach Kitzbühel zum Schwarzsee. Langlauf bei Nacht ist auf der beleuchteten Dorfloipe von Going angesagt.

Österreich

Gemütlicher und weniger anstrengend ist das Winterwandern, zu Fuß oder mit löffelartigen Schneeschuhen. Die meisten Strecken des auf 400 Kilometer geräumten Wegenetzes verlaufen ohne größere Steigungen im Tal.

Kindergeisterbahn im Schnee

16 Ski-, Snowboard- und Langlaufschulen vermitteln Gästen jeder Alters- und Leistungsstufe die Grundlagen des Gleitens. Für den Nachwuchs wurde an der Bergstation des Brandstadl das "Kinder-Kaiserland"geschaffen: ein Märchenpark mit Zauberteppich, Grottenbahn und Schneeburg, angelegt nach den neuesten Erkenntnissen der Skipädagogik. Die neueste Attraktion dieser Saison ist eine Kindergeisterbahn im Schnee. An den Übungshängen im Tal haben der Pinguin "Bobo" und andere lustige Märchenfiguren das Kommando über die Schneezwerge übernommen. Und sind dem Junior die Bretter noch nicht geheuer, unterhält der Mini-Gästekindergarten mit Fackelwanderungen, Schneeballschlachten oder Schlittenfahrten.

Österreich / Skier

 

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