
Text und Fotos: Anita Ericson
Ursprüngliche Auwälder und High-Tech, Trabrennen und Zuckerwatte - und das alles an einem einzigen Tag. Die Rede ist nicht vom Disneyland in Florida, sondern vom Wiener Prater. Das einstige Jagdgebiet für Kaiser hat für jeden etwas parat, ob Naturliebhaber, Sportler oder Vergnügungssuchender.
""Wenige Hauptstädte in der Welt dürften so ein Ding aufzuweisen haben wie wir unseren Prater." Ist es ein Park? "Nein." Ist es eine Wiese? "Nein." Ist es ein Garten? "Nein." Ein Wald? "Nein." Eine Lustanstalt? "Nein." - Was denn? "All dies zusammengenommen."" schrieb Adalbert Stifter Mitte des vorigen Jahrhunderts. Bis auf die Mode und einige andere Kleinigkeiten hat sich seither im Wiener Prater nicht viel verändert. Sogar noch länger - den Prater, fast so wie wir ihn heute kennen, gibt es seit Jahrhunderten.
Die Entstehung läßt sich recht lückenlos datieren, wer hätte das von einem undefinierbaren "Ding" gedacht: 1560 schuf Maximilian II in den Auen ein Jagdgebiet zur kaiserlichen Erbauung, Maria Theresia ließ erstmals nicht hoheitliche (aber nur adelige) Gesellschaft herein und 1766 schließlich öffnete Josef II die Pforten für alle. Findige Geschäftsleute bauten im vordersten Teil sofort Hutschen und Rutschen, Schaukeln und Ringelspiele auf. Das war die Geburtsstunde des Wurstelpraters, den einzigen Teil des Pratergeländes, den die meisten Wienbesucher zu Gesicht bekommen. Dabei ist der Vergnügungspark nur ein Bruchstück des Ganzen.
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