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Norwegen / Tromsoe - PolarlichterDiese Einrichtung ist eine Kneipe, für die der Besitzer lauter Utensilien aus alten Zügen zusammengetragen hat: Coupés, Fenster, Lampen, Schilder. Ab und an scheppert aus einem Lautsprecher die Durchsage, dass ein Fernzug eingetroffen sei. Die Tromsøer haben Humor.

Ab 23 Uhr füllen sich die Kneipen. Bis dahin trinkt man zu Hause mit Freunden, widmet sich dem "Vorspiel", wie die Norweger dazu sagen. Hochprozentiges aus den staatlichen Alkoholläden ist immer noch billiger als in den Gaststätten, auch wenn es teuer genug ist.

Im Skarven, einem gemütlichen Kro mit hohen Decken und dicken Balken, kommen wir mit Inge und Børre ins Gespräch. Das Unangenehme an der dunklen Zeit sei, dass man seine Energien nicht auftanken könne, sagt Børre. Ein Löffel Lebertran vor dem Frühstück mache den Mangel nicht wett. Man gehe nicht raus in die Natur, denn beim Spazieren gehen sehe man ja nichts, fügt Inge hinzu. Beide arbeiten am Nordlichtobservatorium, das seit fünfzig Jahren das Polarlicht erforscht. Sie geben uns einen Schnellkurs in Sachen "Aurora Borealis". Die römische Göttin der Morgenröte war die Namensgeberin für das himmlische Naturschauspiel.Die Sonne schleudert Sonnenwinde ins All, eine gasförmige Materie aus Elektronen und Protonen. Am Magnetfeld der Erde prallen sie in der Regel ab. Nur in der Nähe der Pole können sie in die Atmosphäre eindringen. Dabei kollidieren die Teilchen mit den Atomen der Lufthülle und senden kleine Lichtstöße aus, das Nordlicht beziehungsweise Südlicht. Die Version der Eskimos gefällt mir jedoch besser. Es soll sich bei den Nordlichtern um Fackeln handeln, die die Seelen zum Himmel begleiten.

Das Schauspiel sei nicht vorhersehbar, versichern unsere Experten. Doch alle elf Jahre würden Nordlichter verstärkt auftreten. Zur Zeit befinde sich der Zyklus auf dem Tiefpunkt.
Ein paar Tage später kommen wir in den Genuss des phantastischen Spektakels, sehen die grünroten Schleier, die wellenförmig über den schwarzen Himmel tanzen und schlittern. Was muss hier erst los sein, wenn der Zyklus auf dem Höhepunkt ist... Eine Lichtorgie am Firmament.

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