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Tromsø ist mit seinen rund 58.000 Einwohnern die größte Stadt Nordnorwegens und im Winter voller Exotik. Ab dem 25. November herrscht "mørketiden", Polarnacht. Ab dann kommt die Sonne fast zwei Monate lang, bis zum 21. Januar, nicht zum Vorschein. Nur um die Mittagszeit ist die Stadt im Dämmerzustand. Bei wolkenlosem Himmel meldet sich dann die Sonne in Form eines glutroten Streifens am Horizont. Morgenröte und Abendröte in einem Aufwasch. Ganz Schlaue meinen herausgefunden zu haben, dass nördlich des Polarkreises unterm Strich mehr Licht herauskomme als am Äquator. Man müsse nur Nordlicht, Mitternachtssonne und Mondschein addieren.

Norwegen / Tromsoe

Der Winter in Tromsø im Schutz der Dunkelheit, mit dem glitzernden Schnee, der die Geräusche dämpft, den dicken Schneemützen auf den Dächern und mächtigen Eiszapfen an den Giebeln, ist gemütlich. Mit Lampen auf den Fensterbänken gaukeln sich viele Norweger die Illusion von Helligkeit vor. Die bunten Holzhäuser aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts spiegeln die Sehnsucht nach Farbe wider. Stilelemente aus der Rokoko- und Empirezeit schmücken Hauseingänge und Türstürze. Trotz des vergänglichen Baumaterials Holz wollten die begüterten Kaufleute nicht hinter der Zeit zurückbleiben.
Nachdem die Stadt 1794 mit achtzig Einwohnern gegründet worden war, nahm sie einen unerwarteten Aufschwung. Wal- und Robbenfänger rüsteten in Tromsø ihre Schiffe aus. Polarforscher wie Fridtjof Nansen oder Roald Amundsen stießen von hier ins Nordpolargebiet vor. Schnell war die kleine Stadt als "Pforte zum Eismeer" im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Nach wie vor ist der Hafen von Tromsø ein Drehkreuz für Expeditionen in die Arktis.

Norwegen / Tromsoe - Einkaufsstraße

Der Winter in Nordnorwegen sei die Zeit der Besinnung und des Nachdenkens, heißt es. Auf Dauer muss der Mangel an Licht und Sonne doch aufs Gemüt schlagen, sollte man meinen. Nachts jedoch sind die Tromsøer gewiss nicht antriebslos. Von Formtief keine Spur. Ganz Norwegen blickt voller Neid auf die Kneipenszene von Tromsø.
Mit der Gründung der Universität 1972 schossen die Schankstuben wie Pilze aus dem Boden. Es muss wohl daran liegen, dass die jungen Leute aus der Enge der Studentenbuden flüchten und sich lieber in den gemütlichen Kneipen niederlassen. Zum Beispiel im Blårock-Café, dem nördlichsten Rockcafé der Welt; im Le Mirage, wo es den besten Cappuccino nördlich des Polarkreises gibt; in den Ølhallen der Mack-Brauerei, dem nördlichsten Brauhaus der Erde; in der Meieriet, wo sich die Bierpreise wie an der Börse nach der Nachfrage richten. Die Leute der größten Stadt Nordnorwegens lieben Superlative. Sie sind stolz auf ihre Universität, die Brauerei, den Dom, den Bischofssitz, auf die großen Glasmosaiken in der Eismeerkathedrale - alles am nördlichsten natürlich. Für das Buch der geographischen Rekorde fehlt eigentlich nur ein Bahnhof. Weil die Zugverbindungen Norwegens leider bereits in Bodø und Narvik enden, behilft man sich ersatzweise mit der "Tromsø Jernbanestasjon".

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