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Nordnorwegen - Polarnächte in Tromsoe

Text und Fotos: Elke Sturmhoebel

Die Sicht nach draußen ist versperrt, trotzdem ist es ungewöhnlich hell. Ein dicker Vorhang aus Schnee klebt an den Fensterscheiben im neunten Stock des Polarhotels und hat die Dunkelheit ausgeschlossen. Die ganze Nacht hat es pausenlos gerieselt, und wieder sind in Tromsø dreißig Zentimeter Neuschnee gefallen. Schneekatastrophe? Weit gefehlt!

Als wir vor die Tür treten, sehen die Hauptstraßen der nordnorwegischen Stadt aus, als ob nichts gewesen wäre. Schneepflüge waren früh im Einsatz. Die Busse fahren planmäßig. Spikes knirschen auf einer festgefahrenen Schneedecke. Die Kinder betrachten es wohl kaum als Unglück, dass sie schulfrei haben, weil die Notausgänge der Schulen noch von Schnee blockiert sind.

Dass von Mitternacht bis frühmorgens die Stadt von der Außenwelt abgeschnitten, die über einen Kilometer lange Brücke zum Festland unpassierbar war, haben wir nicht bemerkt. Wir waren auf Kneipenbummel. Und das Nachtleben in Tromsø trotzt unverzagt Wind und Wetter. Genau wie die Postdampfer der Hurtigrute, die Punkt 18.30 Uhr und 1.30 Uhr täglich vom Kai ablegen.

Norwegen / Tromsoe - Brücke
Tromsø's Brücke zum Festland

Auf den Nebenstraßen wird klar, was "Grynne" bedeutet - ein Wort, das im Vokabular der Südnorweger nicht vertreten ist. Es heißt: Durch Tiefschnee stapfen. Der Stadtrand von Tromsø ist noch in jungfräulichem Pulverschnee versunken. Die Bewohner dort frönen ungewollt dem Frühsport. Sie sind dabei, ihre Autos auszubuddeln, Schneelasten vom Dach zu schaufeln und mit schubkarrengroßen Schneeschiebern Furchen zu ziehen, um Fußwege und Einfahrten passierbar zu machen.

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