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Abstecher aufs Hochplateau Hardangervidda

Am äußersten Ende bei Eidfjord wurde ein neues Museum mit dem Ziel errichtet, die enormen Kontraste von den Lachsflüssen am Fjord bis hinauf zur Hardangervidda, dem größten Hochplateau Europas mit wild lebenden Rentieren, Schneehühnern und gewaltigen Gletschern, zu beleuchten. Atemberaubend ist ohne Frage ein Panoramavideo, das die Landschaft aus Perspektiven zeigt, die der Urlauber sonst nie zu Gesicht bekäme.

Hardangervidda (19983 Byte)
Die Weite der Hardangervidda

Das Hochplateau fasziniert durch seine Weite, die von der untergehenden Sonne in pastelfarbenes Rot getaucht wird. Hier und da kleine Ferienhütten, kniehohe Sträucher, sonst nur Seen und Wasserläufe, die die Vidda prägen. Das Hinweisschild "Geiteost" veranlaßt mich, blitzschnell auf die Bremse zu treten. Hier wird der typisch norwegische Ziegenkäse direkt vom Hersteller angeboten. Wir haben Glück und kommen gerade rechtzeitig zur abendlichen Melkstunde. So können wir beobachten, wie die Milch zu braunen runden Objekten verarbeitet wird, die mit Ziegenkäse, wie wir ihn kennen, nicht das geringste gemeinsam haben. Nach einer ersten Geschmacksprobe werden Sie es mehr für ein Karamelbonbon halten. Knut beschreibt in gebrochenem Deutsch die Herstellung: "In einem großen Bottich wird die Milch rund 12 Stunden bei milder Hitze ständig gerührt, wobei sie karamelisiert". "Nach weiteren 12 Stunden wird die braune Masse in Formen gefüllt". "In den echten Geiteost kommen keinerlei Chemikalien und trotzdem ist er über Monate haltbar". "Übrigens wurde der bekannte Käsehobel aus Lillehammer eigens für den Geiteost erfunden", schließt er seine Ausführungen ab, "damit die Scheiben möglichst dünn auf die leicht gesalzene Butter und das Knäckebrot gelangen".

Tipp: Mit dem Mountainbike über die Hardangervidda
Bei Haugastøl beginnt eine Schotterstraße, auf der man per Rad den Norden der Hardangervidda erkunden kann. Im letzten Jahrhundert wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie über die Hochfläche nach Bergen begonnen und der parallel verlaufende Bauarbeiterweg vor einigen Jahren von Mountainbikern "entdeckt". Bis zur höchstgelegenen Bahnstation Finse (1399 m) wird man manchmal noch von Autos eingestaubt, die zu ihren Ferienhäusern fahren, ab Finse gehörte die Strecke dann ausschließlich den Radlern. Die Anstrengungen werden nach jeder Biegung mit neuen großartigen Ausblicken belohnt. Eisschollen des Gletschers Hardangerjøkulen treiben bis in den Sommer hinein auf dem tiefblauen Bergsee, nebenan stürzen reißende Bergbäche in eine tiefe Schlucht. Das spektakulärste Stück des Rallarvegen, wie der Bauarbeiterweg bezeichnet wird, führt von der Bahnstation Myrdal in Haarnadelkurven steil zum Auerlandsfjord nach Flåm hinunter.
Als Rücktransport kann man die Eisenbahn wählen, die auf den Radtourismus bestens eingestellt ist. Zudem gehört sie zur spannendsten Eisenbahnfahrt Nordeuropas. Zwei Tage sollte man für die gesamte Strecke einplanen, mit Übernachtung in Myrdal oder Flåm. Wer die Strecke als Tagesausflug plant, sollte mit der Bahn bis Finse fahren. Von der Bahnstation aus sind es bis Flåm 60 Kilometer vorwiegend bergab. Bei rechtzeitigem Aufbruch bleibt genügend Spielraum für die Rückfahrt per Bahn, wobei Sie bei der Planung bedenken sollten, daß die Expresszüge keine Fahrräder transportieren. Robuste Räder werden direkt an den Bahnstationen Haugastøl und Finse vermietet.

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