Die "Ölmetropole" Stavanger und der spektakuläre Aussichtsberg Prekestolen
Gegen Abend scheint Norwegens "Ölmetropole" Stavanger so richtig lebendig zu werden. Am Kai des Vågen dümpeln Ausflugsschiffe und gleich nebenan findet man vom Biergarten bis zur Disco im einstigen Lagerhaus ein großes Angebot einzukehren. Sommerlich gekleidet bevölkern die Menschen die Restaurantterrassen, trinken ihr "fatøl", wie die Norweger das Bier vom Faß bezeichnen und genießen den lauen Abend, an dem die Sonne länger am Himmel steht, als wir es aus unseren Breiten gewohnt sind. "Stavanger hat in den letzten Jahren durch das Erdölgeschäft einen enormen Aufschwung erhalten" erklärt uns unser norwegischer Tischnachbar in nahezu akzentfreiem Deutsch. "Mitte letzten Jahrhunderts waren es die Heringsschwärme, die quasi vor der Haustür tonnenweise gefischt wurden und direkt in die Konservendose wanderten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts brach dann eine Rezension ein. Als in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts nur wenige hundert Kilometer von hier entfernt die ersten Erdölfelder entdeckt wurden, ging es mit der Wirtschaft wieder bergauf". "In den tiefen Fjorden um Stavanger wurden die Bohrinseln gebaut um dann hinaus zu den Erdölfeldern des Ekofisk geschleppt". "Viele Zulieferbetriebe leben seitdem vom Gold des Meeres". Bjørn, unser Tischnachbar, deutet gegenüber auf ein weißes Lagerhaus, in dem das Seefahrtsmuseum eingerichtet wurde und legt uns den Besuch des ersten Konservenmusuem der Welt nahe. Mit dem Zusatz: "Hier könnt ihr die goldgelben Heringe frisch aus dem Rauchfang probieren" macht er uns den Mund so richtig wäßrig.

Der Steilfelsen
von Prekestolen
Tipp:
Wanderung zum Prekestolen (auch Preikestolen). Bei klarem Wetter ein unvergleichliches Erlebnis.
Der Prekestolen, Aushängeschild und wohl spektakulärster Steilfelsen
der Region, ragt über 600 Meter senkrecht aus dem Lysefjord auf.
Für den 40 km langen Ausflug wählen wir die Fahrräder und reduzieren
so die hohen Kosten für die Fährüberfahrt von Stavanger nach Tau auf
der anderen Seite des Fjords, die unser Wohnmobil verursacht hätte,
auf ein Minimum. Über Fahrradwege rollen wir am Ufer entlang zur Prekestolen
- Wanderhütte, dem Ausgangspunkt der Tour. Buchstäblich über Stock und
Stein geht es dann zu Fuß weiter durch eine faszinierende Landschaft
bergauf. Unerwartet taucht nach gut zwei Stunden der Steilfelsen vor
uns auf - ein Anblick, der uns den Atem stocken läßt. Wagemutige Urlauber
robben sich auf dem Bauch über das Felsplateau von der Größe eine Tennisfeldes
bis an die Steilkante vor, um den einzigartigen Blick in die Tiefe zu
riskieren. Aus dieser Perspektive wirken die Ausflugsboote im Lysefjord
wie weiße Pünktchen.
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