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Der Frost als Künstler

Adventelva: der Fluss breitet sich mit vielen glitzernden Armen über den ganzen Talboden aus. Wir ziehen unsere Neoprenschuhe an – ein bisschen Luxus muss sein – und beginnen mit der Querung. Ein Flusslauf nach dem anderen. Der tiefste Arm liegt auf der anderen Talseite. Einige Stellen sind mehr als knietief, da die Strömung aber nicht stark ist, gelingt das Furten problemlos. Meine Zehen sind mittlerweile eiskalt und ich freue mich, zurück in meine Socken und Wanderschuhe schlüpfen zu können.

Norwegen Spitzbergen Furt
Höchste Konzentration erforderlich: beim Durchqueren von Flüssen

Die Hänge des Sassendalen bestehen aus hartem, steinigem Boden. Ab und zu sieht es so aus, als ob jemand den Hang abwärts umgepflügt hätte. Nach Größen sortiert liegen Steine in langen Reihen. Frost heißt der Künstler. Dunkle tief hängende Regenwolken verkürzen unsere Tagesetappe, wir verkriechen uns ins Zelt. Eissturmvögel ziehen ihre Kreise, nachts rüttelt der Wind an den Stoffplanen.

Norwegen Spitzbergen Schneefelder
Überreste des Winters

Stapfen über Schneefelder. Nur nicht ausrutschen! Vor uns versperrt die mächtige Moräne des Elfenbeingletschers das ganze Tal. Wir gehen auf sie zu, bestimmt zwei Stunden. Weißer arktischer Löwenzahn - so ein Glück, diese seltene Pflanze zu entdecken! Ein Stück weiter: Blick auf die Ostküste, blauschimmerndes Meer in der Ferne. Jedoch kein Hinkommen, denn ein reißender mannstiefer Gletscherfluss zwingt uns zur Umkehr. Ohne Eile, erst wird in einem der Moränenseen gebadet. Brrr – herrlich erfrischend. Faszinierende Stille. Hie und da ein Vogelgepiepse. Sonst nichts. Nebel verschluckt unser Lager und die Eisbärenspuren im Schlamm. Mystisch gespenstische Stimmung.

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