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Gletscherkulisse

Am nächsten Morgen erwartet uns wieder eine Überraschung: ein Eisbär schlendert über das Eis. Sofort ist alles in Bewegung, Fernrohre und Kameras werden geschnappt und man versammelt sich an Deck. Ruhig marschiert er am Boot vorbei, schnuppert ein paar Mal in unsere Richtung – er riecht wohl den Frühstücksspeck mit Ei? – und legt sich dann in nicht allzu weiter Entfernung aufs Eis, rollt sich ein und bewegt sich nicht mehr. Wäre er nicht eine Spur gelblicher als das Meereis, man könnte ihn für eine Schneewechte halten.

Norwegen Spitzbergen Nordlicht
Das legendäre Nordlicht

Heute steht eine Entdeckungsreise an das Ende des Fjordes auf dem Programm. Das Wetter spielt mit, und so geht es unter wolkenfreiem blauen Himmel bis zum Tunagletscher, dessen Eiswände eine gewaltige Kulisse darstellen. Etwa fünfundzwanzig Meter sind sie hoch und schimmern bläulich-grünlich in der Sonne. Das lässt Fotografenherzen höher schlagen. Außerdem robbt sich eine Ringelrobbe aus einem Loch aufs Eis und posiert ganz freundlich für uns. Mit schwarzen Kulleraugen beobachtet sie die brummenden Motorschlitten.

Norwegen Spitzbergen nächtliches skifahren
Skifahren mit Stirnlampe

Mittagessen: Expeditions-Trockennahrung, aufgegossen mit heißem Wasser. Einfach und schnell. Jeder Ausflug auf Spitzbergen ist eine Expedition. Ohne Notrufsender, Satellitentelefon, Karten, GPS und guten Ortskenntnissen sollte man sich nicht in die Eiswüste wagen. Immer auf der Hut - unsere Guides halten ständig Ausschau nach Eisbären.

Norwegen Spitzbergen Sonnenfest
Frühlingserwachen beim Sonnenfest

Auf der Rückfahrt sehen wir ein Zelt neben dem Pingo. Eine Schneemauer rundum als Windschutz, davor zwei Pulks und Skier. Jemand in einer gelben Daunenjacke hantiert an einem kleinen Kocher, man sieht Dampf aufsteigen. Auf einer Pulka liegt ein Gewehr, rund um das Zelt ist schon der „Eisbärendraht“ mit Signalkrachern montiert. So ruhig wie in dem Hotel-Boot werden Kampierer wohl nicht schlafen. Zurück in Longyearbyen fegt ein kalter Wind durch den Ort. Genau richtig, um einen Museumstag einzulegen und im warmen Kaffeehaus zu sitzen. Dann heißt es einpacken und Abschied nehmen. Aber ich werde wieder kommen - zurück zu den Gletschern, dem Schnee, der Kälte, den Nordlichtern, den Polartieren und dem gemütlichen Örtchen Longyearbyen.

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