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Übers Eis sausen

Spitzbergen im Winter

Text und Fotos: Valeska Seifert

Norwegen Spitzbergen Mondlandschaft bei Nacht

Schneesturm auf Spitzbergen: Tagelang bläst der Wind und sperrt die Bewohner der Insel in ihre Häuser. Ab und zu sieht man trotzdem eine graue Gestalt dick vermummt in Richtung Lebensmittelladen gehen. Nein, nicht gehen, eher schwanken, denn der Wind fegt einen fast von der Straße, die so vereist keinen Halt bietet. Rund 1800 Menschen wohnen in Longyearbyen und trotzen jahrein und jahraus der Kälte. Viele arbeiten in den Kohlebergwerken, einige forschen an der arktischen Universität und in zwei kurzen Perioden boomt der Tourismus. Die vielen Kinder sind Arktis-Experten, lernen sie doch von klein auf, wie man Erfrierungen vorbeugt, ein Notlager aufbaut und Eisbärenkontakt vermeidet.

Sobald sich der Sturm beruhigt hat und die Wettervorhersage Gutes verspricht, werden die Motorschlitten gestartet. Touristen können zwischen den verschiedenen Touren wählen und somit „eisbärensicher“ reisen. Ich habe mich für eine Tour zum „Boot im Eis“ entschieden: „Auf den Spuren der berühmten Polarforscher Nansen und Amundsen“, stand im Prospekt.

Norwegen Spitzbergen verschneite Straße
Im Winter ein Ausflug am Tag

Das Abenteuer beginnt bereits im Lager des Veranstalters: Neben einem sehr dicken Skianzug bekommen die Teilnehmer einen winddichten Gesichtsschutz, Helm, eine Art Skibrille, zwei Paar Handschuhe und gewaltige Stiefel, so dick wie drei Moonboots ineinander! Als alle fertig ausgerüstet sind und ein bisschen aussehen wie Menschen auf dem Mond, werden mit kräftigen Händen die Motorschlitten gestartet. Einer pro Person, schließlich will ja jeder Spaß haben!

Norwegen Spitzbergen Motorschlitten
Unterwegs mit dem Motorschlitten

Für die meisten ist es die erste Erfahrung mit einem solchen Gefährt. Die Bedienung stellt sich als erstaunlich einfach heraus. Man muss nur aufpassen nicht zu stark aufs Gas zu treten, aus der Reihe zu tanzen und eine Rüge der Guides einzufangen. Denn nicht nur unsere Gruppe ist unterwegs, sondern auch der „König der Arktis“ könnte gleich um die Ecke auftauchen. Aus diesem Grund müssen zwei großkalibrige Gewehre mitgeführt werden, zur Notwehr im Ernstfall. Soweit kommt es so gut wie nie, denn das gemeinsame Leben von Mensch und Eisbär funktioniert auf Spitzbergen generell gut.



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