DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Im Zelt werden wir schon erwartet

Trotz des fast unwirklich erscheinenden Panoramas und der faszinierenden Herde, die sich locker auf mehrere hundert Tiere schätzen lässt, beschließen wir die Rückkehr, da der schneidend kalte Wind allen derbe zusetzt. Bertil wählt einen anderen Weg, bei dem er die schneegeräumte Straße überqueren muss. Doch ein deutlich vernehmbares Knacken und ein folgenloses Aufheulen des Motors beendet die Fahrt abrupt mitten auf der Fahrbahn. Ein schnelles gemeinsames zur Seite schieben verhindert eine Vollsperrung der Straße und ein Blick unter die Motorhaube gibt sehr schnell Gewissheit: Bruch der Antriebsachse! Doch der Griff zum Handy und ein kurzes Telefonat zum Taxistand ins 20 km entfernte Karasjok löst das Transportproblem schnell. Eine halbe Stunde später halten wir mit den zwei georderten Taxen vor einem Lavvu, das im "Vorgarten" eines Wohnhauses aufgebaut ist.

Rauchwolken aus dem nach oben offenen Zelt lassen auf Vorbereitungen schließen. Wir brauchen einige Zeit, bis sich unsere Augen an den halbdunklen Innenraum und den beißenden Rauch gewöhnt haben. Selbstsicher und aufrecht dem Eingang gegenüber sitzt Kirsten in der traditionellen blauen Samentracht mit dem roten Häubchen auf dem Kopf. Sie hantiert mit der rußschwarzen Kaffeekanne über dem lodernden Feuer.

Norwegen / Samen - Im Zelt am Feuer

Überall liegen Rentierfelle aus, auf denen wir es uns bequem machen. Bertil, immer noch oder schon wieder rauchend, schneidet mit seinem typischen Lappenmesser lange Streifen geräuchertes Rentierfleisch von einem ordentlichen Hinterviertel und reicht sie uns in einer handgemachten Holzschale.

Norwegen / Samen - Rentierfleisch

Der kochend heiße und pechschwarze Kaffee wird von Kirsten in die Kuksa gegossen, wobei mir der Kontrast zwischen ihm in seiner Japanmotorradkombi und ihr, von den Schnabelschuhen bis zum Silberkettchen in traditioneller Samentracht, über deutlich wird.

Reiseveranstalter Norwegen




 

Twitter
RSS