DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Norwegen / Samen - Schlitten im Wald"Was biegsam und beweglich ist bricht nicht". Diese alte Weisheit des Polarforschers Fridjof Nansen über seine Schlitten vor der Grönlanddurchquerung schießt mir durch den Kopf, als uns der Scooter mit hoher Geschwindigkeit über die ersten Bodenwellen zieht. Er ächzt in allen Verbindungen und es erinnert mich eher an eine Stromschnellenfahrt mit einem Raftingboot denn an eine Schlittensafari. Doch nach einer beherzten Straßenbrückenunterquerung, bei der ich die Dicke des Eises lieber nicht nachmesse, geht es auf verschneiter und teilweise drastisch ansteigender Spur quer durch den immer niedriger werdenden Wald. Bertil versucht teilweise durch Gewichtsverlagerung im Stehen die Kurven noch enger zu nehmen, damit unser Schlitten halbwegs in der Spur bleibt. Doch irgendwann geht nichts mehr: trotz massiven "Anlaufs" bleibt das Schneemobil röhrend an einer steilen Auffahrt stehen, während der Schlitten halb umgekippt im Tiefschnee zu versinken droht. Mit vereinten Kräften bringen wir das Gespann wieder frei. Kurze Zeit später ist die Waldgrenze überschritten und wir bewegen uns auf einen vom Wind umtosten Höhenrücken zu, der in alle Himmelsrichtungen schier unglaubliche Ausblicke bietet. Dazu stahlblauer Himmel der allerfeinsten Art und ein mildes Abendlicht, das die Welt völlig entrückt erscheinen lässt.

  Die Rentiere kommen so nah, dass sie fast mit der Zunge das Objektiv ablecken.

Bertil stellt den stinkenden Motor ab, stößt einige merkwürdige Laute aus, zerrt ein Trockenfutterpaket vom Hänger und dreht sich erst mal eine Zigarette. Plötzlich tauchen sie auf wie aus dem Nichts: Vorweg das Leitren mit einer Glocke um den Hals wie man es von Weihnachtsgeschichten kennt. Anschließend in 3er, 5er ja l0ner Gruppen scheinbar von überall her die übrigen Tiere der Herde. Umringt von Rentieren, die mit ihren Hufen den hier dünnen Harsch wegkratzen um an die darunter liegende Flechte zu kommen, klicken die Kameras fast von alleine. Bertil erklärt uns, dass Rentiere die einzige Hirschart ist, bei der sowohl Männchen als auch Weibchen ein Geweih tragen. Jetzt im frühen Frühjahr, wo die Kälber geboren werden, haben nur die Weibchen ein Geweih, um den Nachwuchs besser verteidigen zu können.

Norwegen / Samen - Rentiere

Die Männchen sind jetzt geweihlos. Erst später, wenn es gilt Macht- und Brunftbereiche abzustecken, werden die Kämpfe von den Männchen mit den nachgewachsenen Geweihen ausgefochten.

Reiseveranstalter Norwegen




 

Twitter
RSS