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Røros

Gleich die gesamte Altstadt wurde unter Denkmalschutz gestellt und von der UNESCO in die Liste der schützenswerten Kulturdenkmäler aufgenommen. Røros ist eine Bergbaustadt wie aus dem Bilderbuch: noble Villen der Direktoren im Empirestil reihen sich in der Bergwerksgate; schlichte, windschiefe Blockhäuser der Arbeiter in den angrenzenden Gassen, mittendrin überragt der Kirchturm mit dem Zeichen der Bergleute die Altstadt. Bei einem Bummel durch den Ort gibt es viele ungewöhnliche Details zu entdecken. Gemütliche Cafés wurden in Hinterhöfen eingerichtet, im Vertshuset, einem autentisch eingerichteten Restaurant wird als Spezialität der "Bergmannsteller" angeboten.

1977 wurde die Kupfermine stillgelegt und die Olavsgrube als Attraktion für Touristen zugänglich gemacht. In der einstigen Kupferhütte werden die verschiedenen Verfahren der Weiterverarbeitung erläutert. Auch für Kinder sind die beiden Sehenswürdigkeiten sehr spannend.

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Blick auf die historische Grubenstadt,
die heute komplett unter Denkmalschutz steht

1644 fing alles an: Der Bauer Hans Åsen entdeckte mehr oder weniger durch Zufall einen Stein, der sehr stark glitzerte – es war Kupfer. Schon wenige Jahre später wurde das edle Metall abgebaut und im ersten Schmelzwerk am Fluß weiterverarbeitet. Um den Hof des Bauern entstanden die ersten Grubenwohnungen. Der Abbau war harte Knochenarbeit. Die groben Gesteinsbrocken wurden anfangs mit der Methode der Feuersprengung herausgemeißelt, in Körben mit Flaschenzug und Pferdewagen zur Aufbereitungsanlage transportiert. Akkordlöhne waren auch damals schon üblich und sehr niedrig, so daß die Frauen ein Zubrot in der Landwirtschaft verdienen mußten. Lohnstreiks waren aussichtslos, da die Direktoren zugleich Verwalter und Richter waren. Trotz einiger Modernisierungen wurde der Abbau immer unwirtschaftlicher. 1977 mußte die Bergwerksgesellschaft Konkurs anmelden.

Ausflug: Nicht weit von Røros entfernt, nahe der schwedischen Grenze, erstreckt sich der Femundsee, der drittgrößte Norwegens. In den Sommermonaten kann man gemütlich mit dem Oldtimer M/S Fæmund II, Baujahr 1905, über den See tuckern (Busverbindung ab Røros bis zur Anlegestelle Sørvik am Nordufer).

Die bewaldete Bergregion zwischen dem Ostufer und der schwedischen Grenze wurde wegen seiner einmaligen Flora und Fauna zum Nationalpark erklärt. Ein dichtes Netz fischreicher Seen kennzeichnet die einsame Viddalandschaft, wo Sie bei einer Wanderung oder Kanutour mehr Elche als Menschen sehen werden.

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