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Ein Rausch der Farben 

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Herbststimmung in Lappland

Karasjok, der zweite vorwiegend von Samen bewohnte Ort, liegt 128 Kilometer weiter östlich. Die gut ausgebaute Straße, die erst seit den 70er Jahren die beiden Gemeinden verbindet, führt über die farbenprächtige Tundra. Während der eineinhalbstündigen Fahrt wird die Weitläufigkeit der Finnmark so richtig deutlich. Auf zwei Dritteln der Fläche Bayerns leben gerade mal 76000 Einwohner (zum Vergleich dazu 11 Mill. im Freistaat). Die Finnmark gehört damit zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Europas. Wenn Anfang September die Mücken, die gefürchteten Tiere des hohen Nordens, sich verabschiedet haben, dann färbt sich die weite Tundra, lodert in kräftigem Gelb und feurigem Rot. Still liegen die vielen Seen, eingebettet in das farbige Kleid der welligen Landschaft – jetzt ist Lappland am schönsten. Die weite Finnmarksvidda hat ihren roten Teppich ausgebreitet und die dicht gedrängten Birken ihr goldgelbes Gewand angelegt. Bei einem Spaziergang drückt sich der Fuß in den weichen Boden wie in einen Schwamm aus Flechten und Moosen. Wie ein Rausch wirkt eine Begegnung mit der Tundra – ein Rausch der Farben. Plötzlich durchbricht ein Schuß die Stille, Schneehühner flattern erschrocken auf, denn der Herbst ist zugleich Jagdsaison in Lappland.

Mit etwas Glück kann man des nachts ein anderes Farbenspiel beobachten – das Nordlicht, das in der Polarregion am dunklen Firmament zu sehen ist. Dann sind es helle Grüntöne, zarte Blau- oder Rosafarben, die wie Vorhänge in Zeitlupe am Himmel flackern, in Streifen, Bögen oder Halbkreisen sich ineinander verschieben. Minutenlang kann das Schauspiel am Himmel andauern.

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Herbst am Fjord

Während im Sommer Touristen zu Tausenden ans Nordkap strömen, geht es im September an der nördlichsten Klippe beschaulich zu. Obwohl sich die Mitternachtssonne längst verabschiedet hat, übt das Kap dennoch einen besonderen Reiz auf Besucher aus: wenn der Wind mit den Wolken spielt, das Meer aufschäumen läßt und vielleicht einen Regenbogen in die Szenerie malt. Das ergreifende Gefühl am nördlichsten Punkt zu stehen wird allerdings etwas getrübt durch eine stolze Eintrittssumme. Wer schon so weit gen Norden gereist ist, sollte auf der Insel Magerøya übernachten, sich im behaglichen Brygge-Hotel direkt am Hafen einquartieren und vielleicht zu einer Angeltour mit einem Fischerboot auslaufen oder den Männern am Kai zuschauen, wie sie die Boote entladen. Das Hotelrestaurant bietet für ein Fisch-Dinner jedenfalls genau den richtigen Rahmen.

Auf der Flugstrecke von Oslo nach Alta landen die Maschinen der SAS in Tromsø zwischen. Ein Besuch der Metropole des Nordens, läßt sich deshalb sehr gut auf der An- oder Abreise einbauen. Für einen exklusiven Aufenthalt während des Stop-overs bietet sich das außergewöhnliche Rica-Ishavet Hotel, das auf Stelzen direkt ins Wasser gebaut wurde, an. Der Blick von den komfortablen Zimmern reicht vom Hafen bis zu der berühmten Eismeerkathedrale, die sich weiß leuchtend vor den ockerfarbenen Bäumen am Hang abhebt. Im Tromsø-Museum, das der nördlichsten Universität angegliedert ist, erhalten wir Antworten auf die vielen Fragen, die sich im Laufe der Zeit ergeben haben: die Rentierwirtschaft der Samen, die Flora und Fauna des hohen Nordens, selbst das Phänomen des Nordlichts wird in Modellen anschaulich erklärt.
Das Tor zur Arktis, wie Tromsø auch gerne bezeichnet wird, gehört im Sommer, wenn die Sonne zwei Monate lang ununterbrochen scheint, zu den lebendigsten Städten Norwegens. Doch auch jetzt ist in der Innenstadt einiges los. Im Rock-Cafe dröhnen am Abend altbekannte Songs aus der CD-Jukebox und im Skarven, der IN-Kneipe am Kai, sind nur noch Stehplätze zu ergattern. Hier ißt man gekochte Möweneier und trinkt dazu Mackbier natürlich aus der nördlichsten Brauerei der Welt.

Reiseveranstalter Norwegen




 

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