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Norwegen

Lapplandimpressionen im Herbst

Text und Fotos: Dirk Schröder

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Die Rentiere werden im Herbst zusammengetrieben um die
Schlachttiere herauszufangen und die Jungen zu markieren

Ein Gewimmel von Geweihen hebt sich vom strahlend blauen Himmel ab. Zu Tausenden drehen Rentiere hinter hohem Maschendraht ihre Runden. Jedes von ihnen scheint zu ahnen, was bald kommen wird. Wie das Grunzen von Ebern klingen ihre Rufe, untermalt vom knackenden Laut ihrer breiten Hufe, der sich wie der Klang von Stöckelschuhen auf Pflaster anhört.

Wie Lametta an einem Christbaum hängt Bast zu dieser Jahreszeit an vielen Geweihen herunter. Männer in warmen Overalls stehen umringt von den Rentieren mitten in der Herde, ganz konzentriert, als ob sie etwas suchen würden. Blitzschnell und unerwartet greift einer von ihnen das nächste Ren am Geweih und, noch ehe das Tier großen Widerstand leisten kann, legt er es mit einer geschickten Drehung zu Boden. Die Markierungen an den Ohren, an denen jede Familie ihre Rentiere erkennt, werden noch einmal kontrolliert. Es war offensichtlich das richtige, denn nun wird es aus dem Gehege herausgezogen und mit einem gezielten Stich ins Herz getötet. Der Herbst ist für die Rentierzüchter unter den Samen (die Bezeichnung »Lappen« wird nicht gern gehört) der härteste Abschnitt im Jahreszyklus: die Tiere müssen geimpft, gekennzeichnet, geschlachtet werden. Mit etwas Glück kann man auf einer Rundreise durch Lappland nahe der Straße solch ein beeindruckendes Schauspiel beobachten, wenn in Nord-Norwegen die Rentiere von den Sommerweiden an der Küste zu den Winterplätzen im Inland ziehen.

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