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Pottwale aus nächster Nähe

Eine Walsafari bei Andenes (Vesterålen)

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Bei der Walsafari steuert der erfahrene Skipper
das Boot direkt an den Pottwal heran

Andenes, ganz im Norden der Vesterålen, heißt unser Ziel für heute. Schon vor zwei Tagen hatten wir uns telefonisch für die Walsafari angemeldet, denn die Bootsfahrten sind trotz des hohen Preises sehr populär und das Wetter muß passen. Eine norwegische Biologin, die sehr gut deutsch spricht, versorgt uns mit dem nötigen Hintergrundwissen über die Pottwale, bevor es an Bord des einstigen Walfangschiffs geht: "Die größten Zahnwale fressen am liebsten Kraken von gut 10 Metern Länge", erklärt Sie uns auf deutsch "Die Pottwale können sich bei der Suche nach Nahrung in den Tiefen von 1000 Metern über eine Stunde lang aufhalten, wobei sie die erforderliche Luft im Blut speichern. In der finsteren Tiefsee orientieren sich die Tiere mit einem Sonarsystem, das uns Wissenschaftlern noch viele Rätsel aufgibt". Das Unterwassermikrofon fängt nach gut 40 Minuten Fahrt die ersten Rufe der Meeressäuger ein, noch sind sie weit weg. Im Ausguck kauert in schwindelerregender Höhe ein ehemaliger Walfänger und hält nach der weithin sichtbaren Wasserfontäne Ausschau. Es herrscht Windstärke fünf und bei jedem Eintauchen des Schiffsbugs spritzen die Wellen über Bord. Die Spannung löst sich, als der lang ersehnte Ausruf hinunter dringt "Wal Steuerbord, volle Fahrt voraus". Nun erkennen auch wir die Wasserfontaine, den Blaß, wie die Biologin erklärt. Die ersten Fotos mit dem Teleobjektiv. Der erfahrene Skipper steuert das Boot vorsichtig immer näher an den Riesen der Meere heran. Die Augen werden sichtbar, das Nasenloch, die Rückenflosse. Nun liegt der Koloß so dicht neben uns, daß er selbst mit einer gewöhnlichen Kamera formatfüllend fotografiert werden kann.

"Achtung, schnell, schnell" schreit die Biologin, "jetzt krümmt er sich, gleich kommt die Fluke aus dem Wasser"! Und sie hat recht. Langsam erhebt sich die riesige Schwanzflosse, steht senkrecht in der Luft, das Seewasser tropft herab und Sekunden später ist der Wal in der Tiefe verschwunden. Noch dreimal wiederholt sich das Spektakel, bis die Fahrt zurück nach Andenes geht.

Reiseveranstalter Norwegen




 

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