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Polarfahrer-Helden im Eis

1995 machte die Norwegerin Liv Arnesen Schlagzeilen, als sie als erste Frau der Welt die 1300 Kilometer lange Strecke (Luftlinie) zum Südpol bewältigte. Sie tritt in die Fußstapfen anderer berühmter Norweger wie Nansen, Amundsen, Kagge und Ousland. Sie alle suchten die extreme Herausforderung und fanden sie auf ihren Expeditionen im Eis.

Fridtjof Nansen überquerte mit Johan Sverdrup 1888 als erster die Eismassen Grönlands und drang so weit zum Nordpol vor, wie es vor ihm noch kein anderer Mensch geschafft hatte. Für seine Expedition an den Pol ließ er sich 1893 mit dem Spezialschiff Fram vom Packeis einfrieren und mit der Strömung nach Norden treiben. An Bord waren 13 Mann, 28 Schlittenhunde, sowie Verpflegung und Brennstoff für fünf Jahre. Die Fram trieb allerdings soweit südlich am Ziel vorbei, das Nansen mit einigen Leuten und drei Schlittenhunden auf Ski zum Nordpol aufbrach. Auf der Höhe 86° 14' mussten sie an den Rückweg denken und die Eroberung des Nordpols aufgeben. Auf abenteuerliche Weise gelangten sie nach Frans-Josef-Land, wo sie überwinterten. Während dieser Monate aßen die Männer ein Walross und 13 Eisbären. Schließlich gelang ihnen die Rückkehr nach Norwegen. Ebenso bekannt war Nansens großes soziales Engagement (die Nansen-Hilfe), 1922 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Nachdem der Nordpol 1909 von dem Amerikaner Peary erreicht wurde, blieb für die Norweger nur noch der Südpol. Roald Amundsen nahm diese Herausforderung an und segelte mit dem Expeditionsschiff Fram südwärts. Es sollte ein Wettlauf mit der Zeit werden, da bereits der Engländer Scott mit gleichem Ziel aufgebrochen war. Nach der Überwinterung im Rosspackeis kämpfte sich Amundsen mit seinen Begleitern und einem Tross von vierzig Schlittenhunden fast zwei Monate durch das Eis vor. 

Roalld Amundsen in Tromsoe
Roald Amundsen vor dem Polarmuseum in Tromsø, das sich sehr ausführlich mit den Expeditionen der berühmten Norweger beschäftigt. Es zeigt aber auch wie die Pelztierjäger auf Spitzbergen gelebt haben.

Am 14. Dezember 1911 konnte Amundsen schließlich die norwegische Flagge am Südpol hissen. Er sorgte in den nächsten zwanzig Jahren vielfach für Schlagzeilen, beispielsweise als er versuchte, mit Flugzeugen, deren Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckte, die Pole zu überqueren. 1925 war es der Südpol, 1926 gelang ihm der Flug im Luftschiff »Norge« über den Nordpol. Im Juni 1928 blieb Amundsen auf der Suche nach seinem vermissten italienischen Freund und Konstrukteur Nobile in der Arktis verschollen.

Nach Amundsen haben viele andere Expeditionen Kurs auf den Südpol genommen. Einigen ist es geglückt, anderen nicht. Der studierte Rechtsanwalt Erling Kagge aus Oslo hatte mit seinen dreißig Jahren schon viele extreme Reisen auf den Kontinenten unternommen. 1990 erreichte er und sein Freund Børge Ousland den Nordpol auf Skiern erstmals ohne Unterstützung. Doch dies war dem »Wikinger« noch nicht genug, am 18. November 1992 brach er alleine zum Südpol auf. Auf Skiern und mit einem Schlitten (Pulka) von 120 Kilogramm im Schlepp, bewältigte er die 1400 Kilometer lange Strecke in 49 Tagen und 13 Stunden, ohne äußere Hilfe. Seine Gedanken, als er am 7. Januar 1993 sein Ziel im strahlenden Sonnenschein erreichte: "Snipp, snapp, snute, so ist dieses Abenteuer zu Ende, ich habe nicht die großen Gefühle, doch die Freude kommt später". (Ein Jahr darauf hat er sich seinen dritten Traum erfüllt und stand auf dem Mount Everest).

Am 22. April 1994 hatte der 33 jährige Norweger Børge Ousland das vollbracht, was unmöglich schien. Im Alleingang bewältigte er die 980 Kilometer lange Strecke von Russland zum Nordpol. »Das Packeis raubt einem die Kräfte, doch es gilt nicht aufzugeben«. Mit diesem Leitsatz hatte er die unberechenbaren Eisverfrachtungen mit seinem 125 Kilogramm schweren Schlitten im Schlepp bewältigen können.

Reiseveranstalter Norwegen




 

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