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Das Osterfest der Samen

Das Osterfest bei den Samen in Lappland ist ihnen mit den traditionellen Feiern wichtiger noch als Weihnachten.

Zur Zeit, als die Samen Nomaden waren, kamen sie zu Ostern aus allen Himmelsrichtungen zusammen, schlugen an der Flußbiegung des Kautokeinoelv die Zelte auf und feierten ein großes Wiedersehen mit ihren Verwandten. Die lange dunkle Zeit des Winters, in der zwei Monate lang die Sonne nicht über den Horizont hinaus schaute, war vorüber, Hochzeiten wurden gefeiert und Kinder getauft. Dieser Brauch hat sich bis auf den heutigen Tag bewahrt.

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Nach dem Kirchgang in Kautokeino

Das samische Festival wurde 1972 ins Leben gerufen. Die Liste der Veranstaltungen, die bereits eine Woche vor Ostern beginnen und zehn Tage lang dauern, umfaßt inzwischen mehr als zwei Seiten: Vom Scootercross über Rentierschlittenrennen mit Ski oder Schlitten, Eisangeln oder Kabarett. Beaivvás nennt sich das samische Theater, das 1980 in Kautokeino gegründet wurde und jedes Jahr mit Aufführungen in samischer Sprache das Programm bereichert.
Als kultureller Höhepunkt des Osterfestes gilt der "Sami-Grand-Prix" . Wer allerdings eine Hochzeit erleben möchte, der muß etwas Glück haben, denn diese sehr private Angelegenheit wird nicht an die große Glocke gehängt. Doch wenn in Kautokeino vermehrt Autos Richtung Kirche fahren, die von Samen in ihrer Festtagstracht gesteuert werden, dann handelt es sich nicht selten um eine dieser farbenprächtigen Trauungen. Da auch Kusinen und Vettern fünften und sechsten Grades noch zu den engsten Verwandten zählen, kommt schnell eine Hochzeitsgesellschaft von 500 bis 800 Personen zusammen. Die Tracht der Braut schmücken große Broschen, an denen runde Silberplättchen baumeln. Sie waren in früheren Zeiten ein Zeichen des Reichtums und erleben in der letzten Zeit eine Renaissance. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben Regina und Frank Juhl's, die in den 50er Jahren nach Kautokeine kamen und das Goldschmiedehandwerk etablierten.

Auch Gründonnerstag ist die schlichte Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Links sitzen die Frauen mit ihrer leuchtend roten Kopfbedeckung, rechts die Männer. Stolz trägt jeder seine Tracht, die Alten wie die Jungen bis hin zum kleinsten Sprößling. Nach der Predigt, die vom Norwegischen ins Samische übersetzt wird, stellen sich die Familien in erster Reihe auf und tragen ihren Nachwuchs vor das Taufbecken. Kirsten, Mari, Arne sind geläufige Namen im hohen Norden - offiziell jedenfalls. Untereinander allerdings kennt man sich unter den samischen Namen.

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