Oslo

Die Hauptstadt Norwegens breitet sich am Ende des Oslofjords aus. Schon von Weitem ist die Sprungschanze oben auf dem Hausberg zu sehen. Am Kai haben Oldtimer-Schiffe festgemacht, nicht weit davon legen die großen Boote an und Motorjachten flitzen an gemütlich tuckernden Fähren vorbei. Dies ist die maritime Seite Oslos, vorne an der Aker Brygge, dem modernen Stadtviertel in filigraner Glasarchitektur. An lauen Sommerabenden verwandelt sich der Kai in einen breiten Korso und auf den Restaurantschiffen ist dann nur mit Glück ein Platz zu ergattern. Das Panorama am Oberdeck reicht vom ehemaligen Schloss Akershus bis zum Rathaus, dem Wahrzeichen der Stadt mit seinen beiden wuchtigen Türmen aus rotem Backstein. Bei einer Führung werden die großen Wandgemälde norwegischer Künstler erläutert.

Schloss Akershus, Oslo
Schloss Akershus von der Seeseite aus

Nur wenige Schritte sind es bis zum Königsschloss, dem schlichten Bau aus dem 19. Jahrhundert. Die Soldaten vor den Eingängen in ihrer schmucken Uniform sind beliebte Fotomotive, doch selbst wenn sich hübsche Touristinnen neben sie fürs Urlaubsbild postieren, verziehen die Wachen nur selten eine Miene. Im Stechschritt erfolgt gegen 13.30 Uhr dann die große Wachablösung.

Vom Schlossplatz bei der Reiterstatue ergibt sich die schönste Perspektive über die Karl Johansgate, dem Herz der Stadt, wo die Gaukler um die Gunst des Publikums konkurrieren und die Straßencafés im Sommer Hochkonjunktur haben. Zudem befindet sich hier auch der Sitz des norwegischen Parlaments, in der Landesprache Stortinget genannt. Das Parlamentsgebäude wurde zwischen 1861 und 1866 nach Plänen des schwedischen Architekten Emil Victor Langlet gebaut und ist ein Kind des Klassizismus und Historismus.



Hätten Sie gedacht, dass Oslo flächenmäßig zu den größten Hauptstädten Europas gehört?

Das 480.000 Einwohner zählende Zentrum konzentriert sich im Süden am Fjord, die andere Hälfte der 454 Quadratkilometer ist mit Wald bedeckt. Zum Stadtbereich gehören aber auch 40 Inseln und 343 Seen. Die abwechslungsreichen Landschaften machen letztlich den Reiz der kleinen – großen Kapitale aus. Schon nach wenigen Minuten mit dem Fährschiff können Sie abgeschiedene Badeplätze auf den vorgelagerten Schären erreichen. Keine halbe Stunde in die andere Richtung und Sie haben bequem mit der Straßenbahn den Hausberg Holmenkollen mit der sehenswerten Olympiaschanze und dem Skimuseum erklommen. Hier beginnt die Nordmarka mit einem dichten Netz herrlicher Wanderwege und vielen Strecken für Mountainbike-Fahrer. Im Winter sind die Norweger mit ihren Langlaufski in den Wäldern unterwegs. Über 2000 Kilometer Loipen sind dann markiert.

Auch im Zentrum laden viele Parks für eine Pause ein. Sehr beliebt der Frognerpark, in dem die lebensgroßen Skulpturen des Bildhauers Gustav Vigeland zu sehen sind. Inmitten der 190 Darstellungen erhebt sich der 17 Meter hohe Obelisk aus verschlungenen Leibern. Die nackten lebensgroßen Menschenskulpturen stellen den "Kreislauf des Lebens, von der Geburt bis zum Tode" dar.

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Eine Skulptur des Bildhauers
Gustav Vigeland im Frognerpark

In Oslo konzentrieren sich die hochkarätigsten Museen des Landes, eines spannender als das andere. Die interessantesten liegen sechs Kilometer vom Zentrum entfernt auf der Halbinsel Bygdøy (Fähre ab Aker Brygge). Selbst für Kinder gibt es immer wieder viel zu entdecken, nicht zuletzt im Vikinglandet.

Abschließend noch ein Tipp für Kunstliebhaber: Nur zehn Kilometer sind es von Oslo aus bis zu einer in den Oslofjord ragenden Landzunge, auf der sich das Henie Onstad Art Centre befindet. Der moderne Museumsbau ist den norwegischen Architekten Jon Eikvar und Sven Erik Engebretsen zu verdanken. Ohne die Sammlung des Ehepaars Sonja Henie – ein gefeierter Eiskunstlaufstar – und Niels Onstad – ein wohlhabender norwegischer Reeder – wäre ein derartig renommiertes Zentrum für moderne und Gegenwartskunst nie gebaut worden. Zum Schluss noch der ultimative Hinweis für diejenigen, die das hippe Oslo suchen: Durch und durch gestylte Cafés und Top-Restaurants hat unsere Autorin Hilke Maunder bei einem Besuch von Akerbrygge aufgespürt

 

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