Norwegen
Taghelle Nächte im Sommer, Polarlichter im Winter, gewaltige Gletscher, fischreiche Fjorde, Elche, Rentiere, schroffe Berge, dichte Wälder und weite Tundralandschaft. All dies und viel mehr erwartet den Urlauber auf einer Reise durch Norwegen.

Einen Überblick über das skandinavische Land mit vielen Informationen zu Land und Leuten, Reiseinformationen und Adressen vermittelt Ihnen als Einstieg unserer Länderkurzportrait Norwegen.
Beiträge zu Winter und Wintersport in Norwegen finden Sie hier!
Dass die westnorwegische Kulturmetropole Bergen Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, wissen nur wenige. Die Kontore und Speicher hanseatischer Kaufleute, mehrfach durch Flammen vernichtet und wieder aufgebaut, gehören wie die Hansestädte Lübeck, Wismar und Stralsund, wie die Belfriede von Flandern oder die Pyramiden von Giseh zum einmaligen Kulturerbe der Menschheit. Alles Wissenswerte und Sehenswerte mit Touren durch die Stadt finden Sie in unserem Reiseführer Bergen.
Norwegens "Eventyrveien" Die Abenteuerstraße trägt ihren Namen zu Recht: Sie führt mitten durchs wilde Herz Norwegens. Auf 500 km Länge präsentiert sie die Quintessenz des Königreichs: schneeglitzernde Berge, kristallklare Fjorde, donnernde Wasserfälle und stille Wälder, blühende Obstbaumgärten und Bergen, die Hansestadt, die auch im Regen mit Charme besticht. Der „Eventyrveien“ ist keine touristische Route wie die Romantische Straße, sondern besteht aus mehreren Strecken zwischen Bergen und Oslo, die einladen, aus dem reichen Angebot an norwegischer Kultur und Natur, sportlichen Aktivitäten oder kulinarischen Genüsse sich seine ganz eigene Abenteuerroute zu kreieren.
Claudia, Geraldine, Karen und Alexandra, vier Frauen aus Deutschland, üben auf einer grünen Wiese am Ufer der Trysileva die richtige Wurftechnik fürs Fliegenfischen. Trysil, drei Autostunden von Oslo entfernt, ist ein gutes Angelrevier für Forellen, Äschen, Felchen und Hechte. Das an den Fluss angrenzende Trysilfjellet-Gebirge ist das größte Skigebiet Norwegens. Der Name Fliegenfischen entstand durch die Art der Ködernachahmung. Man imitiert die natürlichen Beutetiere der Fische. Aber es kommen auch frei erfundene, farbenfrohe Reizfliegen zum Einsatz.
Das passende Video zum Fliegenfischen finden Sie hier!
Ein Kurzbesuch in Hamar: Weithin sichtbar liegt das als Eissporthalle für die Olympischen Spiele 1994 errichtete „Wikingerschiff“ am Ufer des größten norwegischen Sees namens Mjøsa. Errichtet wurde diese Halle dort, wo man zuvor nicht nur ein Wikingerschiff, sondern auch andere Zeugnisse der Wikingerzeit gefunden hatte. Das ist nicht das einzige architektonische Highlight in Hamar, denn auch die „Kathedrale in Glas“, Teil des Hedmarksmuseet, lohnt den Besuch. Überrascht wird man, wenn man am Ufer des Mjøsa die Riise-Villen entdeckt, bei denen Walter Gropius, Mies van der Rohe und Le Corbusier Pate gestanden haben, als sie entworfen wurden. Unweit von hier befindet sich das Paradies für große und kleine Eisenbahnfans: das Norwegische Eisenbahnmuseum.
West-Norwegen bietet keine interessante Landschaft, sondern unendlich viele Landschaften. Vor allem im Haugalandet wechseln die Motive im Minutentakt - von mediterran üppiger Vegetation, alpenländisch anmutenden Höhen, malerischen Fischerorten und wilden Wasserfällen bis hin zu majestätisch ruhenden Fjorden. Unser Autor fand in und um Haugesund zahlreiche Anregungen für einen Kurztrip. Die Norweger nennen es „Haugalandet“. Wir dürfen es „Haugaland“ nennen. Mit 2.869 Quadratkilometern ist das Haugaland ein wenig größer als das Saarland, hat mit 100.000 Einwohnern aber nur ein Zehntel von dessen Bevölkerung.
Ein Blick auf den Stadtplan verdeutlicht, dass Kristiansand ähnlich wie Mannheim oder wie Kolonialstädte in Lateinamerika auf einem Schachbrettgrundriss erbaut wurde. Im Gegensatz zu Mannheim jedoch finden wir in der südnorwegischen Stadt Straßennamen und keine Buchstaben mit Ziffern, die in Mannheim das jeweilige Planquadrat des Stadtgrundrisses bezeichnen. Doch der rechte Winkel ist in Kristiansand nicht zu übersehen. Kein Wunder also, dass der Stadtkern der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gegründeten Stadt Kvadraturen heißt. Also, herzlich willkommen in der norwegischen Quadratstadt. Im Zentrum der als konservativ geltenden Stadt befindet sich der Dom, der Sitz des lutherischen Bischofs ist und im Stil des Historismus des 19. Jahrhundert erbaut wurde. Das neogotische Gotteshaus steht vis-a-vis vom Rathaus am Øvre Torg, in dessen Mitte ein Springbrunnen unablässig sprudelt.
Wandern und Inselhüpfen in Fjordnorwegen: In Westnorwegen, das unter dem Einfluss des milden Golfstroms steht, eignen sich die Sommer ganz hervorragend für Outdoor-Aktivitäten und für aktiven Naturgenuss. Insbesondere die Region zwischen dem Geirangerfjord und Kristiansund, die sich touristisch unter dem Begriff „Fjordnorwegen“ vermarktet, übt auf Naturliebhaber eine nahezu magische Anziehungskraft aus. Hier treffen bis zu 200 Kilometer lange und mehr als 1000 Meter tiefen Meeresarme - die Fjorde – mit einer schroffen Gebirgslandschaft zusammen, hier finden sich Schären und Holmen, Fischerdörfer und Küstenstädte – aber auch fast 2000 Meter hohe Berge und gewaltige Gletscher.
Oslo: vom Provinznest zur hippen Hauptstadt. Es ist noch nicht so lange her, da galt Oslo als
Provinznest. Doch das hat sich grundlegend geändert: Seitdem die Szene die einstigen
Arbeiterviertel Grünerløkka und Grønland entdeckt hat
und sich in durchgestylten Cafés an der Hafenfront von Aker Brygge
sonnt, ist die kleinste skandinavische Hauptstadt absolut hip.
Mit dem Postschiff unterwegs an der norwegischen Eismeerküste. Zur Beförderung von Post, Fracht und Passagieren wurde diese Express- (Hurtig-)linie 1893 in Betrieb genommen. Heute pendeln die Schiffe ununterbrochen zwischen Bergen im Südwesten des Landes und Kirkenes oben am Eismeer. Die Postflagge weht zwar immer noch fotogen am Heck der Schiffe, auch unserer „Polarlys“, die nun Kurs Westen, Richtung Nordkap nimmt, aber Post wird schon lange nicht mehr befördert. Doch für den Warentransport sind die luxuriösen Schiffe, die inzwischen sogar Touristenfahrzeuge in ihrem Bauch verschwinden lassen können, immer noch wichtig.
Zweihundert auch im Frühsommer noch schneebedeckte Gipfel, schroffe Felsen und anstrengende Auf- und Abstiege zeichnen die Bergwelt von Jotunheimen aus, übersetzt „Haus des Riesen“. Im Rondane Nationalpark liegen längst nicht so viele Gipfel um und über 2000 Höhenmeter wie in Jotunheimen. Herausforderungen gibt es aber auch, wenn Storronden oder Rondslottet mit ihren mehr als 2100 Metern zu bezwingen sind. Insgesamt sind die Berge von Rondane jedoch eher weiblich-rund und abgeschliffen. Daher leitet sich für Rondane auch der norwegische Spottname „Mädchenpensionat“ ab. In den Ausläufern dieses Nationalparks und mit Blick auf Jotunheimen kann man stundenlang wandern, ohne gleich hohe Berge ersteigen zu müssen.
Mit dem Fahrrad durch das Setesdal: Wer von Hovden nach Kristiansand auf dem Drahtesel unterwegs ist, rollt eigentlich immer bergab – das meint zumindest Frode Buen aus Valle, den unser Autor unterwegs traf. Auf gelegentliche Sturzbäche, die sich vom Himmel ergießen, und feinen Nieselregen muss man im Land der alpinen Höhen und Fjorde stets gefasst sein; Regenkleidung ist daher unerlässlich. Wenn die Sonne hinter den Wolken hervorschaut, ist die Tour durch das Setesdal jedoch ein Vergnügen.
Der Sognefjord: Wer ins Land der Fjorde fährt, ist im Land des Wassers unterwegs. Wasserfälle stürzen über Felswände in die Tiefe. Links und rechts des Fjords kauern kleine Ortschaften unter hoch aufragenden, teilweise mit Eis und Schnee bedeckten Gipfeln. Auf flachen Felsvorsprüngen entdeckt man einsame Gehöfte, die verlassen erscheinen. Abenteuerlustige unternehmen eine Fjorderkundung mit dem Seekayak oder schnallen sich Steigeisen unter die Wanderschuhe und nehmen eine Eisaxt in die Hand, um in Begleitung eines Bergführers eine Gletscherwanderung zu unternehmen und das ewige Eis zu bestaunen.
Sommerwandern auf Spitzbergen: Es ist 17 Uhr, und wir starten. Zu spät? Nein, denn
im Sommer auf Spitzbergen spielt Zeit keine Rolle. Dunkelheit existiert
nicht. Die Sonne wird auch nachts auf unser Zelt knallen. Nur langsam kommen
wir im Adventdalen vorwärts, da unsere Rucksäcke sehr schwer
sind. Vollgestopft mit Ausrüstung für drei Wochen: neun Kilo
Nudeln, vier Kilo Müsli, drei Kilo Schokolade, drei Liter Benzin,
Kocher usw. Unterwegs gibt es keine Lebensmittelgeschäfte und keine
Schutzhütten. Wildnis pur. Im „Reich der Eisbären“ ist
auch ein Gewehr mit im Gepäck.
Von Stavanger nach Bergen mit dem Fahrrad: Stavanger, eine Stadt mit langer Geschichte, hatte stets mit Öl zu tun. Eine hier angebotene Führung heißt denn auch „Von Öl zu Öl“. Doch früher ging es um Heringe in Öl, die in Konservenfabriken verarbeitet wurden. Deshalb gibt es hier auch das einzige Konservenmuseum der Welt, das Hermetikmuseum, das mit über130.000 verschiedenen Etiketten aufwarten kann. Heute geht es in Stavanger in erster Linie um Erdöl und Gas. Klein-Dallas wird die Stadt deshalb auch genannt, und natürlich gibt es auch ein Ölmuseum, das futuristische Norsk Oljemuseum. Menschen verschiedenster Nationen leben und arbeiten in und um die Stadt, auch auf den Ölplattformen weit draußen im Meer. Die Siddis, wie die Einwohner Stavangers auch genannt werden, gehen gerne zu Fuß oder fahren Rad. Stavanger gilt denn auch als Fahrradhauptstadt Norwegens.
Wandern und Klettern im norwegischen Sunnmøre: Die Fjordregion an der Westküste Norwegens liegt abseits der Touristenrouten,
auf halbem Wege zwischen Bergen und Trondheim. Als Wikinger eroberten ihre
Bewohner Frankreich, heute widmen sich die „Schwaben Norwegens“ dem
Möbeldesign, der Fischzucht und dem Tourismus. Bereits um 1880 entdeckten
britische Bergsteiger die Schönheit der „Alpen am Meer“.
Begeistert schrieb William Cecil Slingsby nach einem Aufstieg zum Gipfel
des Slogen (1564 m) am 12. August 1884 in sein Buch: „Der stolzeste
Ausblick in Europa“. Heute enthält die Wanderkarte der Region
mehr als hundert Streckenvorschläge – von einfachen Trekkingtouren
bis zu ambitionierten Klettersteigen für Kraxler.
Etwas mulmig ist uns schon zumute. Das weitläufige Gehege ist zwar einzäunt und die sechs Jungwölfe also gut gesichert. Das Problem ist nur, wir stehen nicht vor den Zäunen, sondern sitzen an einer kleinen Feuerstelle mitten im Gehege. Seit einer Viertelstunde ist Flüstern angesagt. Langsam haben sich die Wölfe an unsere Anwesenheit gewöhnt. Erst haben sie uns misstrauisch aus der Ferne beäugt, doch nun streifen sie nur wenige Meter entfernt an unserer kleine Gruppe entlang.
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