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Nordkap

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Rentiere sind im Sommer am Straßenrand
keine Seltenheit

Mit dem Auto, dem Wohnmobil, im Reisebus oder per Schiff, ja sogar mit dem Fahrrad und zu Fuß "pilgern" Urlauber im Sommer zu Tausenden aus allen Teilen der Welt zur nördlichsten Klippe der Finnmark. Zur Zeit der Mitternachtssonne ohne Frage ein bleibendes Erlebnis, von der 307 Meter hohen Steilklippe zu beobachten, wie die Sonne über den Horizont wandert, den Himmel in ein intensives Orange-Gelb verwandelt, um dann wieder aufzusteigen. 79 Tage lang bleibt sie über dem Horizont, doch eine Garantie, das oben beschriebene Bild zu erleben, kann keiner geben. Manchmal dringen die Sonnenstrahlen nicht durch die dicken Wolkenfelder durch oder Nebel verhindert gänzlich die Sicht. Für das Ziel der vielen Nordlandreisenden wird inzwischen ein stattlicher Eintritt verlangt. Dafür bekommen sie die Jahreszeiten am Kap auf einer Panorama-Leinwand präsentiert, können Postkarten mit Nordkapstempel abschicken, erfahren einiges von der Geschichte dieses speziellen Platzes und können sich zur Erinnerung ein Diplom ausstellen lassen und dies in der Champagner-Bar begießen – beides kein billiges Vergnügen.

Wer in Ruhe, nur in Begleitung einer kleinen Gruppe die Klippe auf 71° 10‘ 21‘‘ erleben möchte, der kommt besser im Winter. Dann können Touren vom Honningsvåg aus, dem Hauptort der Insel Magerøya, im Snowscooter oder Bus organisiert werden. Wer das Abenteuer liebt, kann auch mit dem Hundeschlitten bis zum Kap vordringen.

Erst 1956 wurde die 30 Kilometer lange Straße dorthin gebaut, auf der inzwischen über 60.000 Fahrzeuge zur Klippe fahren. Zusammen mit den gut 80 Kreuzfahrschiffen, die ihre Passagiere ausbooten, erreichen jedes Jahr mehr als 180.000 Touristen das Nordkap. Zahlen, die die Anziehungskraft des Naturschauspiels verdeutlichen.

Die Alternative zum Nordkap heißt Skarsvåg im Osten der Insel. Von der Kirkeporten (Kirchenpforte), einem Loch im Felsen, bietet sich eine besondere Perspektive auf die Klippe.

Kaum bekannt ist der nördlichste Festlandspunkt Europas. Er liegt weiter östlich von Magerøya auf der Nordkinnhalbinsel, 71° 8‘ 1‘‘ nördlicher Breite.

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Fischerort auf Magerøya

Die Nordkapinsel Magerøya, die seit 1999 durch einen Tunnel mit dem Festland verbunden ist, wirkt etwas unwirtlich. Die hügelige Hochfläche auf 200 – 300 Metern liegt schon über der Baumgrenze, überzogen von vielen kleinen Seen und Bächen, Mooren und Schneefeldern, die trotz dauernder Sonneneinstrahlung nicht restlos tauen. An warmen Sommertagen werden die Schneeflächen von den Rentieren favorisiert, die nach Abkühlung suchen. Bei 3000 Tieren auf Magerøya ist es kein Problem, einige vors Objektiv zu bekommen. Nicht selten queren die Rentiere sogar gemütlich die Straße oder grasen am Rande.

Neben einer Handvoll kleiner Fischersiedlungen wie Gjesvaer und Skarsvåg konzentrieren sich die Einwohner in Honningsvåg. Stein- und Holzhäuser ziehen sich unter dem Steilhang einige Kilometer um die "Honigsbucht". Im Fischerhafen liegen dicht gedrängt die Finnmarkskutter. Die Stadt lebt neben dem Tourismus stark vom Fisch. In großen Fabriken wird der Dorsch gleich zu Filets verarbeitet. Hotels und Campingplätze mit Hütten bieten dem Reisenden eine große Bandbreite an Übernachtungsmöglichkeiten.

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