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Mo-I-Rana und Svartisen

Die Industriestadt Mo-I-Rana am Ende des Ranafjords wuchs nach dem Krieg fast explosionsartig aus dem Boden. Grund dafür war das große Stahlwerk "Norsk Jernverk", das 1955 in Betrieb genommen wurde, um die Abwanderung der Bevölkerung aus dem wirtschaftlichen Problemgebiet Nordnorwegens zu stoppen. Denn durch die gewaltigen Kriegsschäden war dort praktisch der Nullpunkt erreicht. Mo-I-Rana wurde wegen seiner günstigen Lage vom Parlament als Standpunkt für das neue Werk gewählt. Das nahe Korgen Kraftwerk lieferte die nötige Energie. Ein Roheisenschmelzwerk mit einem der größten Elektroschmelzöfen der Welt wurde errichtet. Im Walzwerk wird Stahl für den Schiffsbau produziert und im Kokswerk wurde lange Zeit Kohle aus Spitzbergen verarbeitet. Diese Industrieballung schafft zwar Arbeitsplätze, ist aber auch Schuld an der lokalen Umweltverschmutzung und dem schnelleren Abschmelzen des Gletschers Svartisen.

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Blick auf den Gletscher Svartisen

Der größte Gletscher Nordnorwegens lohnt auf jeden Fall den Abstecher von gut einem halben Tag. Mit dem Boot fährt man über den Gletschersee und kann von dort bis an den Rand der Gletscherzunge laufen. Die Markierungen zeigen, wie stark sich der Gletscher jedes Jahr zurückzieht. Im Westen kalbt er noch in den Fjord. Mit immer noch 400 Quadratkilometern ist der Svartisen zweitgrößter Gletscher Norwegens und gehört zum Saltfjell Nationalpark. Seine Ausdehnung beträgt 30 Kilometer in Nord-Südrichtung. Der Istinden, der höchste Nunataker (Gipfel, die über das Eis hinausragen), mißt 1577 Meter. Den Namen"Schwarzes Eis" erhielt der Gletscher durch die Ablagerungen - Sand und Staub - von den umliegenden Gebirgswänden, aber auch durch Industriedreck. Der Gletscher ist in den letzten Jahren im Osten stark abgeschmolzen und die Spalten sind noch gefährlicher geworden. Gletschertouren werden in diesem Bereich deshalb nicht mehr durchgeführt, vor Touren auf eigene Faust wird gewarnt.An der 10 km langen Stichstraße ab der E6 lohnt ein Besuch der Tropfsteinhöhle Grønligrotte mit Höhlenbach, glitschigen Felsen, eng verwinkelten Gängen und ausgewaschenen Kalkformationen.

Zum Polarkreis sind es noch knapp 80 Kilometer entlang der E6.

Reiseveranstalter Norwegen




 

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