Lappland (Finnmark)

In Lappland
haben im Sommer die Samen
ihre Veraufsstände an der Straße aufgebaut
Unter dem Begriff Lappland ist der Norden Skandinaviens bekannt. Er schließt Schweden, Finnland und Norwegen ein und wird gerne mit Rentieren, Lappen (besser gesagt Samen), Nordkap, Mitternachtssonne und vielen Mücken assoziiert. Lappland ist ein Region der Extreme, mit sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad Celsius und zehn Wochen Helligkeit zum Preis von ebenso langen Polarnächten, in denen das Quecksilber auf 50 Grad Minus fallen kann. Dann leuchten die Polarlichter am Firmament. In den Weiten Lapplands, der "letzten Wildnis Europas", kommen Einsamkeitsfreaks voll auf ihre Kosten - sei es im Sommer mit dem Kanu abseits der Zivilisation, mit dem Mountainbike oder zu Fuß bei einer Wanderung über die weite Tundralandschaft. Im Winter, der Zeit des "blauen Lichtes", kann man die faszinierende Landschaft im Hundeschlitten, per Ski oder weniger romantisch im Snowscooter bei einer Fahrt zu den Rentierherden oder der alten Samin "Madame Bonge" erleben. Selbst Goldwaschen und Lachsangeln sind im hohen Norden möglich.

Ein Traum
für alle, die die Einsamkeit lieben
Lappland ist eines der am dünnsten besiedelten Gebiete Europas. Im norwegischen Teil Lapplands, der Finnmark, kommen statistisch nicht einmal zwei Menschen auf einen Quadratkilometer und doppelt so viele Rentiere. Der Großteil der 76.000 Einwohner konzentriert sich zudem an der Küste. Im Sommer sind hier auch die rund 150.000 Rentiere der Samen anzutreffen. Erst im Herbst ziehen sie wieder auf die Winterweiden im Inland. Mit 48.637 Quadratkilometern ist die Finnmark der größte Bezirk (fylke) des Landes. Die Vorstellung von den Samen in ihrer bunten Tracht vor dem Zelt bei ihrer Rentierherde wird durch Prospektfotos aufrecht erhalten. Manchmal trifft man sie noch an den Touristenrouten Richtung Nordkap, wo sie Rentierfelle, Geweihe und ihr prächtiges Kunsthandwerk anbieten. Im Alltag tragen sie allerdings nur noch selten ihre farbenfrohe Kleidung, mit Ausnahme zu Ostern...
In der
Finnmark treffen drei verschieden Kulturen aufeinander:
Die Samen (ursprüngliche Bevölkerung) leben überwiegend im Inland
und sprechen untereinander immer noch ihre eigene Sprache. Die Norweger
wohnen vorwiegend in den Küstenorten, zusammen mit den sogenannten
Seesamen und den eingewanderten Finnen (Kvener), die ihre eigene Kultur
und Sprache mitgebracht haben.Im Zweiten Weltkrieg
kam Nordnorwegen eine besondere Rolle zu: von hier wollten die deutschen
Truppen den russischen Zugang zum Atlantik kontrollieren und den eisfreien
Hafen Murmansk angreifen. Beim Rückzug verwandelten sie Ende 1944
die Finnmark in ein "Hiroschima des Nordens" (so damalige
Pressemeldungen). Auf Befehl Hitlers wurde die Finnmark durch die
Taktik der verbrannten Erde dem Erboden gleich gemacht. Nur je eine
Kirche blieb verschont. Damit sollte jegliche Operation alliierter
Truppen verhindert werden. 65.000 Menschen mußten ihre Heimat verlassen,
rund 11.000 Häuser, Schulen, Krankenhäuser und Kirchen wurden niedergebrannt,
Brücken gesprengt, Telegrafen- und Stromleitungen zerstört. Nur auf
der Varangerhalbinsel entgingen einige Orte wegen des überraschenden
Abzugs der deutschen Gründlichkeit.
Die schönste Reisezeit ist für mich der Herbst, d.h. in diesen Breiten bereits Anfang September, wenn das Fjell in allen nur denkbaren Farben "glüht" und die Mückenplage vorbei ist. Der Winter hat in der Finnmark seinen besonderen Reiz. Lappland im Februar bis April ist fast noch ein Geheimtip. Die Temperaturen werden immer erträglicher, um Ostern scheint die Sonne bereits länger als im Süden. Trotz 5 bis 14° Celsius (minimal) ist die trockene Kälte angenehmer als Schneematsch und Regen in unseren Breiten. Winter heißt in Lappland auch Schneegarantie. Dann sind die Seen dick zugefroren und die Menschen kommen mit dem Scooter zum Eisangeln. Der Winter reicht bis in den Mai/Juni hinein. Dann wird es schlagartig Sommer (Mitte Juni Ende August) und die Mücken kommen der Frühling reduziert sich auf wenige Tage.