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Langlauf in Norwegen

Eine Skispur durchzieht die glitzernde Märchenlandschaft, dicke weiße Schneehauben bedecken die vereinzelten Bäume und unter den Brettern knirscht der Neuschnee. Im Schein der ersten Sonnenstrahlen gleitet Lars in seinen Norwegerpulli gehüllt über die weite Hochebene. Um die Hüften ein breiter Riemen, an dem zwei Stangen nach hinten zur Fjellpulka, dem Schlitten made in Norway, reichen. Darin sitzt der kleine Tore hinter seiner Windschutzscheibe und genießt offensichtlich die rhythmischen Bewegungen, mit denen ihn sein Papa durch den Schnee zieht. Dicht gefolgt von Schwester Ranghild, die schon auf eigenen Ski durch die Loipe gleitet. Das Schlußlicht bildet Hilde mit ihrer auffallend roten Felljacke, Bundhose und Gamaschen. Die Mutter ist die wichtigste im "Vierergespann", befindet sich doch in ihrem Rucksack die Marschverpflegung und das "Kviklunch", die unverzichtbare norwegische Schokowaffel für zwischendurch.

Dieses Bild ist typisch für Norwegen, wo Langlauf ein Volkssport für die ganze Familie ist. Die Behauptung, die Norweger werden mit Ski geboren, ist zwar etwas übertrieben, doch spätestens wenn die Kleinen der Pulka entwachsen sind, rutschen sie selber auf Langlaufski über die Loipe. "Vi gå pa Skitur", sagen die Norweger, wenn sie eine Skiwanderungmeinen. Und dafür stehen rund 20.000 Kilometer gespurte und markierte Loipen im ganzen Land zur Wahl. Langlauf mit Kind und KegelSei es im Tal, windgeschützt im Wald oder auf den welligen Hochebenen, dem Fjell, wie die Norweger sagen. Zum Langlauf braucht man hier weder eine moderne Ausrüstung noch eine enorme Kondition - erholsame Stunden im Schnee sind den Norwegern wichtiger als mit der Stoppuhr und dem Kilometerzähler bewaffnet durch die Landschaft zu hecheln. Die Möglichkeiten dafür sind grenzenlos und die Schneebedingungen traumhaft, denn der Winter fühlt sich in Norwegen zu Hause. Er kommt schon im November und geht erst Ende April. Auch wenn im Dezember und Januar die Temperaturen unter Minus zehn Grad und manchmal auch noch weiter fallen können, hält das keinen Norweger davon ab "auf Skitur" zu gehen. Gegen die trockene Kälte schützt die winddichte Kleidung, eine gute Kapuze, dicke Handschuhe, lange Unterwäsche und zwischendurch ein heißer Schluck aus der Thermoskanne. Nach der Tour wartet dann eine gemütliche Hütte auf die Skiläufer. Der Kamin wird angezündet und ein Gløg zubereitet - ein Glühwein, um den Tag abzurunden. Jeder vierte Norweger hat seine eigene "hytta" im Gebirge oder an der Küste, insgesamt gibt es rund 300.000 im ganzen Land. Hier verbringen sie fast jede Minute ihrer Freizeit und vermieten darüber hinaus ihr Heim gerne anderen Urlaubern - auch Ihnen, wenn Sie wollen. Neben den privaten Ferienhütten werden in den Skigebieten auch Chalets in kleinen Hüttenanlagen angeboten. So haben Sie die Wahl zwischen ganz abgeschieden in märchenhafter Winterlandschaft oder etwas näher an der Infrastruktur der Skiorte. Eins jedoch ist sicher, Behaglichkeit werden Sie überall in Norwegen finden.

Tipp: Familien mit kleinen Kindern wählen für ihren Winterurlaub am besten den Monat März, wenn die bittere Kälte vorbei ist und die Kleinen nicht immer bis zur Nasenspitze dick eingepackt sein müssen. Eine Pulka für den Nachwuchs brauchen Sie nicht gleich zu kaufen, sie kann man in den meisten Hotels oder dem Skiverleih für einige Tage mieten.

Beste Reisezeit

Ostern heißt in Norwegen Hochsaison im Gebirge. In der Woche vor den Festtagen strömen die Norweger in die Skigebiete, danach kommen die Schweden. In den Wintersportorten ist dann einiges los, doch überlaufen wie die Alpen sind sie noch lange nicht. Bei den unzähligen Loipen verteilen sich die Urlauber schnell in alle Himmelsrichtungen.Neben Langlauf und Alpin kann man in den beschriebenen Wintersportorten noch tausend andere Dinge unternehmen. Beispielsweise gemütlich Eisangeln auf den vielen zugefrorenen Seen, im Hundeschlitten, begleitet von lautem Gebell, über das Fjell sausen oder ganz romantisch im Pferdegespann mit Fackeln durch die verschneite Landschaft. Für die Abenteurer werden Eisklettern am Wasserfall, Gleitschirmfliegen im Tandem und die außergewöhnlichen Bobfahrten durch den Eiskanal der Olympiaanlage angeboten.

Die bekanntesten Langlaufgebiete im Osten sind Lillehammer und Beitostølen.

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