Kautokeino
Locker verteilen
sich bunte Häuser an der Biegung des breiten Kautokeinoelva
ringsherum meilenweit die Finnmarksvidda, auf der im Winter über 90000 Rentiere weiden. Guovdagaeainnu,
wie die Gemeinde in der Sprache der Bewohner auch genannt wird, ist
neben Karasjok die Hochburg der Samen. Kautokeino ist flächenmäßig
die größte Kommune in Norwegen, doch zugleich am spärlichsten besiedelt.
Von den ca. 3100 Einwohnern sind über 85 % Samen.
Wer sie in ihrer fotogenen Tracht sehen möchte, der sollte an einem
Sonntag zum Kirchgang kommen, dann haben Männer wie Frauen ihr farbenprächtiges
Gewand angelegt. Zu Ostern wird Kautokeino besonders
lebhaft, wenn die Menschen von weit her kommen um an der Weltmeisterschaft
im Rentierschlittenrennen teilzunehmen
oder dem Sami-Grandprix zu lauschen. Besucher des
Osterfestes können dann im Rentierschlitten mitfahren oder im Scooter
zu den Herden auf dem Fjell.Nicht versäumen
sollten Sie einen Besuch in Juhls Silberschmiede, die
schon von weitem durch die ungewöhnliche Architektur auffällt. Frank
Juhls und Regina kamen schon in den 50er Jahren nach Lappland
und haben hier ihre Heimat gefunden. Ihr Schmuck ist durch das ausgefallene
Design bekannt, zu dem die Tundra Anregungen lieferte.Spannend ist auch
ein Besuch bei "Madame Bongo",
einer Samin in den 70ern, die ihren Gästen gerne das traditionelle
Bidos im Lavvu serviert.
Bis ins 17. Jahrhundert
war von einem Ort nicht die Rede. Die Samen lebten weitgehend als
Halbnomaden und zogen mit ihren Rentieren. Im Zuge der Christianisierung,
die relativ spät den hohen Norden erreichte, ließen sich die ersten
Samen am Fluß nieder, etwa dort, wo heute das Freilichtmuseum angelegt wurde.
Maze, die älteste Siedlung, liegt weiter nördlich am Altafluß. Sie
kam in den 80er Jahren in die Schlagzeilen, als der Fluß zur Stromgewinnung
so weit aufgestaut werden sollte, daß das gesamte Dorf in den Fluten
verschwunden wäre. Dank langanhaltender Proteste fiel das Projekt
nicht ganz so gewaltig aus und die Bewohner konnten bleiben. Heute
organisieren die Samen aus Maze spannende Fahrten im traditionellen
Einbaum bis hin zum Kraftwerk.