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Karasjok

Norwegenll36.jpg (14052 Byte)Mit 3000 Einwohner ist Karasjok neben Kautokeino die zweite Stadt in der Finnmark, in der vorwiegend Samen leben. Wer in Karasjok allerdings Lapplandromantik mit schnaubenden Rentieren erwartet und Samen in bunter Tracht fürs Teleobjektiv, der wird im Sommer recht enttäuscht sein, Die Rentiere grasen auf den Sommerweiden nahe der Küste und die Samen mit ihrer fotogenen sternförmigen Mütze verkaufen auf dem Weg zum Nordkap ihre Waren. Einer der wenigen "Nicht - Samen", der sich diese weite Tundralandschaft zu seiner Heimat auserwählt hat, ist Sven Engholm mit seinem Huskykennel.

Die Häuser der Kleinstadt verteilen sich am Ufer des Karasjokka ohne erkennbaren Ortskern. Karasjok ist das wichtigste samische Kulturzentrum mit einer samischen Schule, in der u.a. Rentierzucht gelehrt wird, der Redaktion der eigenen samischen Zeitung "Sami Àigi" und einer Rundfunk - und Fernsehstation. Auch das "Sameting", das Parlament der Samen, ist in Karasjok beheimatet.

Zu Ostern hat man mehr Glück, die Bewohner in ihrer markanten Tracht zu sehen, wenn sie zur Kirche fahren, oder mit dem Scooter auf dem Weg zu ihrer Herde sind. In dieser Zeit scheint die Sonne mit 12 Stunden schon länger aus in mitteleuropäischen Breiten und trotzdem liegt die Landschaft noch unter einer hohen Schneedecke. Die neue Kirche an der Brücke über dem Fluß wirkt wie eine große Kåte. Sie wurde 1974 als schlichte Holzkonstruktion ohne Prunk errichtet. Ebenso wie die Predigt in zwei Sprachen gehalten wird, sind auch die Gesangbücher auf norwegisch und samisch geschrieben.
Die kleine weiße Steinkirche von 1807 jenseits der Brücke hält den traurigen Rekord, als einziges Gebäude den Rückzug der deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg überstanden zu haben. Wie die Samen einst als Nomaden gelebt haben und wie sie das Rentier für sich nutzten, das zeigt sehr anschaulich das Museum "De Samske Samlinger".Weit über die Grenzen hinaus bekannt sind die soliden Messer aus Karasjok mit dem Rentierkopf auf der Lederscheide.Wer in einem außergewöhnlichen Rahmen Rentierfleisch kosten möchte, der sollte in das Hotelrestaurant "Storgammen" hineinschauen.

Eine der schönsten Wanderungen nördlich des Polarkreises führt von Karasjok in 4- 6 Tagen über die leicht hügelige Finnmarksvidda bis nach Alta. Der Herbst ist dafür sicher die schönste Jahreszeit, wenn die Blätter sich leuchtend Gelb und flammend Rot gefärbt haben. Mit etwas Glück kann man dann auch die Samen bei der Rentierscheide beobachten.

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