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Joiks, die Gesänge der Samen

Der Joik, auch Juoigan genannt, ist ein Obertongesang, der Plätze, Personen, Tiere oder Landschaften lautmalerisch beschreibt. Diese Musik, deren Wurzeln bis in die Steinzeit zurückgehen, wurde von der Kirche Anfang des 17. Jahrhunderts verboten, weil sie dahinter teuflische Zauberei vermutete. Noch in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts durfte in den Schulen in Kautokeino nicht »gejoikt« werden. Doch die Rentiersamen haben den Joik in ihrem Alltag weiterhin gebraucht und somit ein wichtiges Kulturgut bewahrt. Jedes Jahr zu Ostern wird in Kautokeino (Lappland) der »Sami-Grand-Prix« ausgetragen, ein Musikwettstreit, bei dem die Einheimischen ihre selbst komponierten Werke vortragen. Heute erfährt diese in Europa einzigartige Gesangsform eine Renaissance. Während der Eröffnungsfeier der Winter-Olympiade in Lillehammer machte Nils Aslak Valkespää mit seinen Joiks in der ganzen Welt auf diese ursamische Volksmusik aufmerksam, die heute - begleitet von Trommeln, Saxophon, Elektrogitarre und anderen modernen Instrumenten - als Ethnomusik einen ganz neuen Markt erobert. Auch wenn der sehr gewöhnungsbedürftige Gesang für alle »Nicht-Samen« ein Rätsel bleibt, geht von ihm doch eine große Faszination aus. Herausragende Interpreten sind neben Nils Aslak Valkespää, Mari Boine, Johan Sara Jr. aus Norwegen, Vimme Saari aus finnisch-Lappland und Yana Sundgren Giron aus schwedisch- Lappland.

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