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Hammerfest

Die nördlichste Stadt der Welt liegt auf 70° 39‘ 48‘‘, ein Prädikat, das auf Touristen Magnetwirkung ausübt. Bunte Holzhäuser verteilen sich im Halbkreis um die Bucht auf dem schmalen Streifen, den Berg und Meer frei lassen. Das Stadtbild wirkt zweckmäßig, schmucklose Nachkriegsarchitektur, da auch Hammerfest am Ende des Zweiten Weltkriegs beim Rückzug der deutschen Truppen in Schutt und Asche gelegt wurde. Im eisfreien Hafen (dank des Golfstroms) liegen Fischkutter, Frachter und Versorgungsschiffe für die Bohrinseln draußen im Tromsøflaket. Direkt am Kai die Fischfabrik Findus – größter Arbeitgeber mit eigener Trawlerflotte. In Hammerfest zu leben bedeutet Abgeschiedenheit, denn zur nächst größeren Stadt Kirkenes oder Tromsø sind es mindestens 500 Kilometer! Zwei Mal am Tag legen die Schiffe der Hurtigroute am Kai an.

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Zumindest der Eingang muß freibleiben!

Gleich neben der kleinen Blumen-Parkanlage beginnt in Serpentinen der Fußweg zum Aussichtsberg "Salen". In 80 Meter Höhe läßt sich sehr schön die Mitternachtssonne von Mitte Mai bis Ende Juli beobachten. Eine besondere Anziehungskraft auf Touristen übt der Eisbärenclub aus. Hier kann man Mitglied werden und erhält dafür sogar ein Zertifikat. Zu dem erlauchten Kreis gehören selbstverständlich der amtierende König Harald und sein Vater König Olav, auch Prinzessin Stephanie von Monaco zählt dazu. Selbst Elvis Presley wollte Mitglied im einmaligen Club werden, doch jeder muß persönlich erscheinen und dafür fehlte dem großen Star offensichtlich die Zeit.

Von Ende November bis Ende Januar, im Polarwinter, ist in Hammerfest die Sonne nicht zu sehen. Der Schnee reflektiert zwar am Tag die Lichter von Mond und Sternen, doch dunkel bleibt es trotzdem. So bekam Hammerfest als erste Stadt in Norwegen 1890 elektrische Straßenbeleuchtung. Was denken Sie, warum in der dunklen Zeit nicht geheiratet wird?. "Weil dann die Hochzeitsnacht zu lang ist", so spaßen die Einwohner gerne. Jedes Jahr wird der Tag gefeiert, an dem die Sonne zum ersten Mal wieder über den Horizont schielt, dann haben die Kinder sogar schulfrei. Im Sommer geht die Sonne dafür zwei Monate lang nicht unter – dann kommen zu den 10.000 Einwohnern noch rund 5000 Rentiere von den Samen aus Karasjok und Kautokeino in die Gemeinde. Hier haben sie ihre Sommerweiden und fressen nicht selten auch die Blumen in den Parkanlagen ab.

Reiseveranstalter Norwegen




 

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