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Bequem per Gondel auf den Hausberg

Zum nächsten Fluggebiet in Narvik bauen wir den Schlenker über die Lofoten mit ein. Angenehm geht es mit der neuen Autofähre von Bodø aus direkt an die Südspitze des Archipels nach Moskenes. Bei der Überfahrt tauchen immer wieder kleine Papageientaucher vor dem Schiffsbug auf. Diese hübschen Gesellen brüten in Erdhöhlen auf der Vogelinsel Röst und kommen zur Futtersuche herüber. Den Namen verdanken sie übrigens ihrem dicken bunten Schnabel.

Die Inselgruppe der Lofoten eignet sich schlecht zum Drachenfliegen. Steil ragen die Berge aus dem Wasser empor, auf den verbleibenden Wiesenstreifen staken große Holzgestelle in den Himmel. Im Frühjahr werden hier nach alter Tradition Dorsche getrocknet, jetzt im Sommer hängen nur noch einige verschrumpelte Dorschköpfe an den Stangen und verbreiten einen enormen Gestank. Wir mieten uns für ein paar Tage in einer der urigen Rorbuer im Nusfjord ein. Die ehemaligen Fischerhütten stehen auf Stelzen im Wasser und sind bestens ausgestattet. Ruderboot und Angelausrüstung haben wir gleich mit gemietet, um uns das Abendessen frisch aus dem Meer zu holen: Dorsch, Seelachs oder Schellfisch, die Ausbeute ist auch für uns Laien überraschend groß.


Der Startplatz in Narvik ist ideal und der Blick
aus 660 Meter Höhe traumhaft

Am Ortseingang vor Narvik haben die geschäftstüchtigen Samen (Lappen) ihre Zelte aufgeschlagen. Sie präsentieren eine große Auswahl an Rentiergeweihen und Fellen in allen Schattierungen.

Der Blick vom Hausberg in die verschiedenen Fjorde ist großartig. Bei gutem Wetter schaukelt die Vierergondel Touristen noch bis nach 24 Uhr auf 660 m zur Bergstation hinauf. "Vor unserem Abflug müssen wir beim Flughafen anrufen", klärt mich Jens noch schnell auf. "Wir sollen ihnen melden, wann wir starten und wann wir voraussichtlich landen werden, damit sie die Linienmaschinen umleiten können und den Luftraum für uns freihalten."  Ich bin erstaunt über diesen Service und überlasse Jens das Telefonat.  Es ist schon nach 23 Uhr und die Sonne hat die Berge in ein leichtes Rot verzaubert. Für mich soll es der letzte Flug unter der Mitternachtssonne sein, bevor es über Kiruna und durch die schwedischen Wälder wieder Richtung Heimat zurück geht. Während des Starts klicken die Kameras und surren die Videos - für das Erinnerungsfoto scheinen die bunten Drachen das Tüpfelchen auf dem i zu sein. Um diese Uhrzeit ist mit Thermik kaum noch zu rechnen, dafür bietet sich bei diesem Flug ein exklusiver Blick über die Verladeanlage mit ihren riesigen Frachtern. Bei 200 m über Grund wird es dann Zeit, den kleinen Landeplatz anzufliegen. Mit nur zehn Meter Höhe über dem eisigen Atlantik geht es auf die Wiese - Punktlandung in einer Pfütze!

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