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Drachen- und Gleitschirmfliegen über den höchsten Gipfeln Norwegens

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Nur drei Stunden von der Hauptstadt Oslo entfernt liegen die besten Fluggebiete Norwegens, hier wurden sogar Europameisterschaften abgehalten und Streckenrekorde geflogen: 190 km weit von Frya durchs Romsdalen bis kurz vor Molde an der Westküste. Solche Flüge müssen gut geplant sein, Karte, Kompaß, möglichst auch ein Flugfunkgerät müssen dabei sein. Im Mai und Juni können sich die Cumuluswolken zu regelrechten Wolkenstraßen zusammenbrauen. Ist die Wolkenbasis auf 2000 oder 3000 m erreicht, kann man getrost "auf Strecke gehen", wie es in der Fachsprache der Flieger heißt.

Doch das liebe Wetter - Bei meinen Fahrten nach Norwegen werde ich den Verdacht nicht los, daß hier nicht "Petrus", sondern die "Trolle" das Wetter bestimmen; unberechenbar kann es von einem Tag auf den anderen wechseln und ideale Wetterbedingungen sind das A und O für Drachen- und Gleitschirmflieger.

Die schnellen Wetteränderungen bringen am nächsten Morgen einen traumhaften Himmel und es lockt mich, einmal "Das Dach Norwegens", wie das Gebirge in Südnorwegen mit seinen höchsten Gipfeln genannt wird, von oben zu sehen. Bei Wanderern ist die Juvasshütte im Herzen des Jotunheimen ein beliebter Ausgangspunkt, um den Galdhøpiggen, Norwegens höchsten Gipfel zu besteigen. Eine holprige Erdpiste führt zur Hütte auf 1880 m hinauf, die mehr einem Berghotel als einer einfachen Wanderunterkunft gleicht. Für uns liegt an der Zufahrt ein idealer Einstieg in die Thermik. Zwei norwegische Piloten hatten die gleiche Idee. Sie kennen das Gebiet wie ihre Westentasche und plaudern gerne über ihre Erfahrungen. "Die Flugbedingungen sind heute prima", macht mir Lars Hoffnungen. Schon bald nach dem Start kreisen wir im ersten Thermikschlauch - Meter für Meter geht es nach oben. Zwischendurch kommt mir der steile Wanderweg zum Gipfel in den Sinn, beschwerlich über Steine, Geröll und Schneefelder. Mit dem 16 m² großen Drachen dauert es diesmal keine halbe Stunde, bis die gut getarnte Gipfelhütte auftaucht. Mit jedem Meter wird die Perspektive großartiger, die Berggipfel scheinen kein Ende zu nehmen. Gletscherzungen schieben sich zwischen graue Granitspitzen, gleich vis à vis schimmert die Schneekuppe des Glittertind, des zweithöchsten Gipfels. Aus der Adlerperspektive verblüfft es schon sehr, daß keiner der wilden Zacken die 2500 Meter - Marke überschreitet. Die Berge steigen buchstäblich aus den Fjorden auf, von den gewohnten Alpentälern keine Spur. Für lange beschauliche Ausblicke bleibt in über 3000 m Höhe allerdings wenig Zeit, einmal nicht aufgepaßt, und schon geht es neben den Aufwinden wieder runter wie im Fahrstuhl. Am Abend nach einem traumhaften Erstflug über Norwegens höchsten Gipfeln sitzen wir mit den einheimischen Piloten zusammen. Sie erzählen begeistert von ihren Flügen in Bodö zur Mitternachtssonne und machen mich neugierig. Als ich den mitgebrachten Whisky aus der Tasche krame, bekommen alle große Augen und mit jedem Glas werden die Streckenflüge länger.

Infos über Drachen- und Gleitschirmfliegen in Norwegen erteilt der Norsk Aeroclub in Oslo. Sämtliche örtlichen Clubs sind hier verzeichnet. Den aktuellen Wetterbericht kann man in ganz Norwegen unter der Telefonnummer 0174 erfragen.

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