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Dovrefjell Nationalpark

Er gehört zu den interessantesten und abwechslungsreichsten Hochgebirgsparks in Südnorwegen. Die Berge reichen bis zur Snøhetta auf 2286 Metern, eine wilde rauhe Landschaft, die von Gebirgsbächen durchzogen ist. In dem 256 km² großen Nationalpark, der vom Drivdalen zusammen mit der Verbindungsstraße E6 in zwei Bereiche geteilt wird, finden Botaniker eine Artenvielfalt, wie sonst nirgends in Norwegen. Mehr als 400 verschiedene Pflanzenarten wurden bereits nachgewiesen, darunter auch der norwegische Beifuß und die rundblättrige Glockenblume, die bereits vor der letzten Eiszeit in diesem Gebiet wuchsen. In dem kleinen botanischen Garten neben der urgemütlichen Kongsvold Fjellstue, einer ehemaligen Posthalterei, wurden viele verschiedene Bergblumen angepflanzt. Bereits vor knapp 250 Jahren beschrieb Professor Oeder die ersten Pflanzen dieser Region. Inzwischen hat die Uni Trondheim in der Fjellstue eine Station. Die Biologen beobachten auch das Verhalten der Moschusochsen. Diese Urviecher wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus Grönland wieder eingegliedert und haben sich so prächtig vermehrt, daß einige von ihnen in die Nachbargebiete ausgewandert sind. Es gehört nicht sehr viel Glück dazu, ihnen bei einer Wanderung durch den Nationalpark zu begegnen. Doch sollte man respektvollen Abstand bewahren, denn die zotteligen Tiere können auch sehr ungemütlich werden. In den Bergen leben auch wilde Rentiere.

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Moschusochsen im Nationalpark

 Auf den Spuren der Könige

Der Fluß Driva, nach dem das Tal bis zum Ort Oppdal benannt wurde, bildet in diesem Bereich einen eindrucksvollen Canon. Bei einer Fahrt auf der gut asphaltierten E6 kann man sich heute kaum vorstellen, daß diese Passage des alten Königswegs im Mittelalter lebensgefährlich war. Besonders im Frühjahr, wenn der Fluß Hochwasser führte und Teile unterspült waren.

Tipp: Wandern sie einige Kilometer auf dem einstigen Postkutschenweg durch die Schlucht und lassen Sie sich von der Geschichte des alten Verbindungswegs zwischen Oslo (damals Christiania) und Trondheim berühren. Schon die Wikinger kannten diesen Weg. Bald nach dem Tod König Olavs (1030) begannen die Pilgerreisen zu seinem Grab nach Trondheim an die wundersame Quelle. Seitdem zogen alle norwegischen Könige auf diesem Weg zum Nidarosdom. Der teilweise abenteuerliche Reitpfad wurde erst im 18. Jh. für Kutschen verbreitert. Reisende berichteten speziell von der Passage im Drivdol, daß nicht selten Pferd und Wagen mit allen Passagieren in den Fluß stürzten... Aus den einfachen Übernachtungshütten wurden mit Aufkommen des Postwesens stattliche Unterkünfte für die Reisenden und später wichtige Vermittlungsstationen der Telegraphie. Die Kongsvold Fjellstue ist eine davon und mein Tip für einen Zwischenstop.

Der "Gamle Kongeveien" ist bis Dovre, auf der südlichen Seite des Fjells, markiert.

Reiseveranstalter Norwegen




 

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