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Auf zum Nordkap

Von Oslo nach Trondheim
Von Trondheim bis Narvik
Von Narvik zum Nordkap

Unsere Tour führt durch den Osten Südnorwegens bis hinauf zum Nordkap, mit Abstechern auf die Lofoten und nach Lappland. Eine Reise, die sowohl mit dem eigenen Fahrzeug, einem gemieteten Wagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist. Von der Größe her kann Norwegen mit Deutschland verglichen werden, allerdings leben auf der gleichen Fläche nur so viel Einwohner wie in Berlin, und das vorwiegend im Süden. Laut Statistik kommen in der Finnmark, der nördlichsten Fylke (Bezirk), 1,6 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Daß da für jeden genügend Platz bleibt, steht außer Frage. Da Norwegen sich weit nach Norden erstreckt, sind die Entfernungen beträchtlich. Die Ausdehnung entspricht der Entfernung von Hamburg nach Rom - und das auf kurvigen Landstraßen.

Von Oslo nach Trondheim

Nicht das Nordkap sollte das Ziel dieser Reise sein, sondern der Weg dorthin. Die Anreise zum Ausgangspunkt in Oslo, flächenmäßig eine der größten Hauptstädte Europas, kann man sich mit der Autofähre der Colorline ab Kiel sehr bequem gestalten. Wer über die Vogelfluglinie anreist und mit Kindern unterwegs ist, kann ihnen im Vikinglandet nördlich Frederikstad eine große Freude bereiten. Für die einzigartigen Museen der Hauptstadt, wie die Prunkschiffe der Wikinger, das Balsafloß Kon-Tiki von Thor Heyerdahl und die Gemälde von Edvard Munch reicht ein Tag kaum aus. Übrigens: die Zeremonie der Wachablösung vor dem Schloß findet jeden Tag gegen 13.30 Uhr statt. Die Hauptroute zum Nordkap führt über die Europastraße 6 nach Norden - 2192 Kilometer ohne Abstecher! Sehenswert sind die Olympiastätten in Hamar und Lillehammer. Wollten Sie schon immer einmal im Vierer wie Georg Hackel die Olympiabahn hinunterrasen? In Hunderfossen bei Lillehammer ist das möglich. Für Wintersportler sind die verschiedenen Alpinanlagen im Gudbrandsdalen und die vielen hundert Kilometer gespurte Loipen interessant. Sie sind schneesicher, gut präpariert und von Norddeutschland schneller zu erreichen als die Alpen. Im Norden des Gudbrandsdalen breitet sich zur rechten der Rondane Nationalpark aus, in dem vorwiegend einfache Wanderungen unternommen werden können. Im Westen erhebt sich das Jotunheimen – das Heim der Riesen mit den höchsten Bergen Norwegens. Hier kann man nicht nur traumhafte Wanderungen erleben, sondern auch mit den historischen Ausflugsbooten des Landes tief in die Bergwelt vordringen, im Winter auf Langlaufski die Region erkunden oder die Wildwasser während einer der abenteuerlichen Raftingfahrten erleben. In dem kleinen Ort Dombås besteht die Möglichkeit durchs Romsdalen an die Westküste zu fahren und über den Atlanterhavsveien weiter nach Trondheim. Auf direktem Weg sind es 240 km bis zur Domstadt, vorbei am Fokstumyra Naturreservat mit seinen seltenen Vogelarten und durchs Dovrefjell, in dem Moschusochsen eingegliedert wurden. Auf dieser Strecke lohnt der Schlenker über Røros, einer alten Bergwerkstadt, die im Kern original erhalten ist und zu den schützenswerten Kulturdenkmälern der UNESCO gehört.

In die Region der Mitternachtssonne: Von Trondheim bis Narvik

Ab Trondheim wird Norwegen über eine lange Strecke äußerst schmal. Die E6 führt über 470 Kilometer durch abwechslungsreiche Landschaft, wo Fuchs und Elch sich gute Nacht sagen. Wanderer finden in den verschiedenen Nationalparks der Grenzregion zu Schweden ausgezeichnete Möglichkeiten.
Lachsangler kommen in der kleinen Siedlung Grong voll auf ihre Kosten. Ca. 25 Tonnen Wildlachs werden jedes Jahr aus dem Fluß gezogen. Die Angelgenehmigungen sind auch für Touristen noch erschwinglich. Ein Lachsbuffet wird mittags an dem gigantischen Wasserfall Fiskumfossen aufgetischt. In der Industriestadt Mosjøen sind 150 Jahre alte Holzhäuser auf Stelzen bis heute erhalten. Mo-i-Rana, knapp 100 Kilometer nördlich, ist Ausgangspunkt für eine Fahrt zum Svartisen, dem größten Gletscher Nordskandinaviens. Über 700 Kilometer folgen nun durch abwechslungsreiche Fjord- und Fjellandschaft bis Narvik. Schon bald nach Mo-i-Rana wird der Polarkreis überschritten – die Region der Mitternachtssonne beginnt. Die E6 führt über das Saltfjell, das zum Natiotionalpark erklärt wurde. Fauske am Saltfjord ist für seinen Marmor in der ganzen Welt berühmt. Ein einzigartiges Naturschauspiel bildet der Saltstraumen, eine Engstelle des Fjordes nahe Bodø, die zu den größten Gezeitenströmen der Welt zählt. Bei der geschwungenen Brücke kann man mit Sicherheit auch als Laie seinen ersten Fisch aus dem Meer ziehen. Die Hafenstadt Bodø mit ihrem interessanten Flugzeugmuseum eignet sich sehr gut, um die Mitternachtssonne zu beobachten.Auf keinen Fall sollte man einen Abstecher auf die Lofoten versäumen. Die Inselgruppe gehört mit ihren Fischerhäusern auf Stelzen (Rorbu) und der phantastischen Bergkulisse zu den schönsten in Norwegen. Ab Bodø bestehen Fährverbindungen oder man steigt in eines der Schiffe der berühmten Hurtigrute ein und genießt die zergliederte Küste vom Deck aus. Einmalig in Europa ist die Walsafari in Andenes, an der Spitze der benachbarten Inselgruppe Vesterålen. Von den Booten aus kann man die riesigen Meeressäuger aus nächster Nähe beobachten. Diese Route erreicht nördlich von Narvik wieder die E6. Narvik liegt großartig am Fuße hoher Fjordwände. Vom Hausberg bietet sich im Schein der Mitternachtssonne ein einzigartiges Panorama.

Von Narvik zum Nordkap

Auf dem Weg nach Norden gehört ein Stop in Tromsø, der lebendigen Unistadt, auf jeden Fall mit ins Programm. Von hieraus nahmen alle Expeditionen in die Arktis ihren Ausgang. In der Altstadt sind einzigartige Jugendstilhäuser erhalten und vom nahen Berg kann man den Verlauf der Mitternachtssonne besonders gut beobachten.Der schnellste Weg mit dem eigenen Fahrzeug führt über die Lyngen-Halbinsel, wo auf den Bergspitzen selbst im Sommer noch Schnee liegt. Nach zwei Fährfahrten geht es auf der E6 am Kåfjord weiter. Die Europastraße führt unmittelbar am Meer entlang nach Alta. Der einstige Marktfleck hat sich zum wichtigsten Handelszentrum im Norden entwickelt. Die zahlreichen Felszeichnungen, die von der frühen Besiedelung zeugen, wurden von der UNESCO auf die Liste der schützenswerten Kulturgüter gesetzt. Knapp 130 Kilometer sind es von hier aus durch die weite Tundralandschaft nach Kautokeino, der Hochburg der Samen in Lappland, wo jedes Jahr die Weltmeisterschaft im Rentierschlittenrennen ausgetragen wird. Zum Nordkap sind es "nur" noch 212 Kilometer. Etwas abseits der Strecke liegt Hammerfest, die nördlichste Stadt Norwegens. Hier können Sie Mitglied im exklusiven Eisbärenclub werden. Wie so viele Autofähren in Norwegen, so wurde auch die Verbindung zur Nordkapinsel Magerøya durch einen Tunnel ersetzt. Vom Hauptort Honningsvåg fahren Busse zum Nordkap. Suchen Sie Alternativen zu dem Rummel am Kap, auch die gibt es dort. Spannend sind im Winter die Fahrten mit dem Snowscooter an die nördlichsten Klippen Europas.Wer im Hochsommer nach Lappland reist, kommt in den Genuß der Mitternachtssonne, muß sich im Inland, das stark von Hochmooren geprägt ist, aber auch auf unglaubliche Mückenschwärme einstellen – doch keine Panik, dagegen gibt es Mittelchen... Im Herbst, der schon Anfang September beginnt, sind die Mücken weg und die Vidda hat sich in ein flammendes Rot und Gelb verwandelt. Als "große Skandinavienrundreise" wird der Rückweg über Schweden oder Finnland bezeichnet. Beide Wege führen über Karasjok. In der zweitgrößten samischen Ortschaft wird das Osterfest ebenso wie in Kautokeino groß gefeiert. Einige zehntausend Rentiere weiden im Winter auf den Hochflächen. Gerne zeigen die Samen interessierten Gästen die Herden und erzählen bei einer Kostprobe des getrockneten Rentierfleischs von vergangenen Zeiten. In Karasjok wohnt auch Sven Engholm, der zu den bekanntesten Huskyzüchtern in Skandinavien gehört. Besucher sind bei ihm herzlich willkommen. Zu einem unvergessenen Erlebnis gehören im Winter seine Fahrten im Hundeschlitten, ein Angebot, daß von einem halbtägigen Ausflug bis zur abenteuerlichen Tour zum Nordkap reicht. Ist Ihnen mehr nach Goldwaschen? Auch das ist im Sommer in Lappland möglich.

Für die Reise im eigenen Auto oder Mietwagen sollten Sie sich mindestens vier Wochen Zeit nehmen, denn die Entfernungen sind groß, die Straßen kurvig und immer wieder gibt es interessante Stopps. Diese Reise ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, beispielsweise als Kombination aus Bahn bis Fauske und mit den Überlandbussen weiter über Narvik und Alta ans Nordkap. Alternativ mit dem Flieger oder per Zug nach Bodø und dort mit der Hurtigrute weiter bis in den östlichsten Zipfel nach Kirkenes. Selbst mit dem Fahrrad wird Jahr für Jahr das Nordkap angesteuert.

Reiseveranstalter Norwegen




 

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