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Navarra

 

Jakobsweg und die Hauptstadt Pamplona

Der quer durch Navarra verlaufende Jakobsweg ist als Wanderpfad ausgewiesen und präsentiert sich als ein wahres kulturelles Schatzkästchen. Von der französischen Grenze her zieht es die Pilger zunächst auf den über 1.050 m hohen Pyrenäenpaß Ibañeta (fantastische Blicke über die Bergwelt).

Pyrenäenpaß Ibañeta

Von hier aus haben sie noch rund 750 km bis zum Grab des Apostels Jakobus im galicischen Santiago de Compostela vor sich. Hinter dem Ibañeta-Paß verbleiben rund 50 Jakobsweg-Kilometer durch Wald- und Weideland bis Pamplona.

Roncesvalles

Wichtige Stationen sind das alte Augustinerkloster Roncesvalles (mit Stiftskirche, Kreuzgang und Museum), das von prächtigen Quadersteinbauten durchsetzte Burguete und die friedlich vor sich hin dösenden Pilgerörtchen Espinal, Erro und Zubiri (ab hier Abstecher zum Eugui-Stausee möglich).

Jakobsweg und die Hauptstadt Pamplona

Navarras Hauptstadt Pamplona (knapp 200.000 Einwohner stark) ist eine wirkliche Entdeckung für Spanienliebhaber - nicht nur für Pilger und Fiestafans. Die Altstadt ist zum Teil noch von der alten Stadtmauer umschlossen.

Pamplona

In ihrem Innern erheben sich bedeutende Bauwerke wie das Rathaus mit seiner barocken Fassade, die gewaltige Kathedrale sowie die mittelalterlichen Wehrkirchen San Saturnino und San Nicolás. In den letzten Jahren sind weite Teile der von schmalen Gassen geprägten Altstadt in eine gemütliche Fußgängerzone verwandelt worden, in der sich herrlich bummeln und ausgehen läßt.

Straßencafé in der Altstadt von Pamplona

Auch die Straßencafés an der zentralen Plaza del Castillo laden zum Verweilen ein. Außerhalb des Stadtkerns liegen die beliebten grünen Lungen Pamplonas: der Media-Luna-Park (mit breiten Flanierpromenaden), der Taconera-Park (mit Hirschen und Rehen) sowie die von Grünanlagen umzogene Zitadelle.

Westlich von Pamplona setzt sich der Jakobsweg fort, erreicht in Puente la Reina eine der schönsten romanischen Brücken Spaniens und verläuft dann durch ein üppiges Weinanbaugebiet nach Estella, der Stadt der Kirchen. Gute Rosé- und Rotweine kauft man in den direkt an der Hauptstraße gelegenen Bodegas Orvalaiz (kurz vor Puente la Reina) und Irache (kurz hinter Estella, direkt neben dem alten Irache-Kloster).

Pamplona - Spaniens größte Fiesta

Eines ist garantiert: Während der alljährlich im Juli brodelnden Sanfermines kommt in Pamplona niemand zur Ruhe. Dann bebt die Stadt geschlagene 204 Stunden am Stück. Beginn ist am 6. Juli, Punkt 12 Uhr, auf dem Rathausvorplatz, wenn die Freude nach dem Eröffnungsböller unter den Sektfontänen überschäumt. Täglicher Höhepunkt der bis 14. Juli andauernden Fiesta ist der weltberühmte encierro, das Stiertreiben durch die Altstadtgassen.

Der weltberühmte encierro, das Stiertreiben durch die Altstadtgassen

830 Meter laufen sechs Kampfstiere samt Begleitochsen an jedem Morgen von den Stallungen nahe der Stadtmauer bis zur Arena - und vor ihnen ein riesiger Pulk an Läufern, mozos, die vor den Hörnern der 600-Kilo-Kolosse davonsprinten. Wer vor Ort dabei sein will, geht am besten in die Arena, um den Schluß-Einlauf von mozos und Stieren zu sehen. Derweil haben die Rot-Kreuz-Helfer an der Strecke alle Hände voll zu tun - an sage und schreibe 15 Stationen, wo sie Schürfwunden, Prellungen und Quetschungen verarzten; auch Todesfälle hat es schon gegeben. Und zwischen den encierros sorgen Konzert- und Tanzveranstaltungen, die Umzüge von Großkopf- und Riesenpuppen, der unsägliche Stierkampf, Jahrmarkt, Folklore und Feuerwerk für Abwechslung.

Meisterliterat Ernest Hemingway hat es geschafft, Spaniens größte »Fiesta« acht stand- und trinkfeste Male zu durchleben und sie mit seinem gleichnamigen Roman weltberühmt zu machen.

Pyrenäentäler und Unterkunft in Landhäusern

Ruhesuchende und Naturverbundene zieht es in Navarra aufs Land, wobei ein eigener fahrbarer Untersatz unverzichtbar ist. Eine der schönsten Gegenden ist die der östlichen Pyrenäentäler Salazar und Roncal mit stillen Steindörfern sowie ausgedehnten Eichen- und Buchenwäldern; im Winter ist hier Skilanglauf möglich.

Immer wieder bieten dörfliche Landhäuser (Casas Rurales) hervorragende Unterkünfte - und eine ideale Gelegenheit, in die Gegend hineinzuschnuppern. Landhäuser kann man komplett, etagen- oder ganz normal zimmerweise mieten ; es gibt auch spezielle Wochenend- und Wochentarife. Wohnen die Vermieter im selben Haus oder nebenan, bieten sie gelegentlich Mahlzeitenservice an; häufig kann man in den Casas Rurales aber auch selber kochen. In den Fremdenverkehrsbüros in Navarra ist eine jährlich aktualisierte Broschüre zu den Landhäusern kostenlos erhältlich; man fragt nach der Guía de Turismo Rural. Vor Ort sind die Landhäuser häufig mit weißer Schrift auf rötlichem Grund ausgewiesen.Das Tal von Salazar leitet seinen Namen vom Salazar-Fluß ab, auf dem bis vor wenigen Jahrzehnten noch die Flößer das Holz aus der Gegend abwärts transportierten. Hauptort im Tal ist Ochagavía, ein malerisches Ensemble aus massiven, ziegelgedeckten Steinhäusern. Man sollte es nicht versäumen, in einem der Dorfrestaurants einmal Forelle auf Navarra-Art (wird mit einem Stück rohen Schinken serviert) oder Schafskäse zu testen.

Von Ochagavía aus erreicht man das Nachbartal von Roncal, das vom Río Esca durchschnitten und von Buchen- und Tannenwäldern geprägt wird. Ein besonders pittoreskes Steindorf mit engen Gassen ist Isaba, von dem aus Käseliebhaber wenige Kilometer Richtung französischer Grenze fahren sollten. Ziel ist eine vorzügliche Käserei, in der die Familie von (Schafs-)Käsemeister Marengo in Handarbeit nach althergebrachten Methoden produziert. Fährt man von Isaba aus gen Süden, kommt man in den urigen Hauptort Roncal, dessen berühmtestem Sohn ein interessantes Museum und ein pompöses Mausoleum auf dem örtlichen Friedhof gewidmet ist: dem Tenor Julián Gayarre (1844-1890).

 

Weitere Infos zu Navarra

 

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