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In Zugarramurdi führt der markierte Pfad durch die Grotte und ihre seitlichen Galerien, am glasklaren Bach und an Rinderwiesen entlang und später auf den grünen Hügel über der Höhle; den Lageplan gibt's im Ticketbüro. Nicht zu verfehlen ist der Weg durch die kleine Tropfsteinhöhle von Urdax, einem wenige Kilometer östlich von Zugarramurdi gelegenem Dorf. Auf schmalem Pfad geht man vom Eingang bis an ein Miniaturfeld aus Stalagmiten und Stalaktiten und wieder zurück. Ein unspektakulärer Ort der Stille.

In einem ganz anderen Licht zeigen sich die Karstgrotten beim französischen Pyrenäendorf Sare, das rund 10 km südöstlich von St-Jean-de-Luz liegt und 1609 Schauplatz eines vom Inquisitor Delancre initiierten Hexenprozesses war. Touristisch aufbereitet ist das Höhlenlabyrinth. Bei den Führungen folgt man blauen Weglichtern und erlebt mit plötzlichen Licht- und Toneffekten einen nicht alltäglichen Besuch. Felswände füllen sich mit Leben: Dias projiziert auf steinerne Leinwände. Fremdartige Melodien erklingen unter den Überhängen: baskische Instrumente vom Band. In einem Winkel steht man unverhofft dem dreieinhalb Meter großen Modell eines Höhlenbären gegenüber. Nach dem Rundgang kehrt man in der Cafeteria ein oder sucht das kleine Museum auf, das über Mythen, Mineralien und das Höhlenleben unserer Vorfahren informiert.

Die baskische Tour der »Höhlen und Hexen« kann man beidseits der Grenze ausdehnen. Auf französischem Terrain bis zu den Doppelhöhlen von Isturits und Oxocelhaya mit ihren prähistorischen Gravierungen und Tropfsteingebilden (zwischen Hasparren und St-Palais, 40 km südöstlich von Bayonne). Auf spanischer Seite südlich von Urdax ins grüne Baztán-Tal mit dem Ort Irurita, dessen Jaureguizar-Palast im Jahre 1612 als provisorisches Gefängnis für acht Frauen diente, die im Prozess von Arrayoz der Hexerei bezichtigt wurden. Kinder hatten sie fälschlich belastet. Für eine der Angeklagten kam der Freispruch vor Gericht zu spät. Sie wurde zu Tode gefoltert.

Die Erinnerung an die »Hexen« haben die Dörfler aus Zugarramurdi auf die ihnen eigene Art bewahrt. Mit dem alljährlichen Höhlentreff am Samstag vor dem Johannestag (24. Juni) und dem Hammelessen in der Hauptgrotte während der Patronatsfeiern Mitte August. Und in der örtlichen Töpferwerkstatt entstehen langnasige Gestalten mit schwarzen Gewändern und breitkrempigen Hüten. In Taschenformat. Mit und ohne Besen.

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