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Das War Memorial Museum

Wer erst einmal in Parnell ist, hat’s nicht mehr weit zum großartigen War Memorial Museum (11), das nicht nur auf einer kompletten Etage die Verstrickung Neuseelands in unglaublich viele Kriege dokumentiert, sondern auch den besten Einblick in die Kultur der Maori bietet. Das umfasst sowohl vor dem Verfall gerettete Gebäude als auch Tanz und Gesang – für Letzteres ist allerdings Eintritt zu bezahlen, während der Museumsbesuch gratis ist. Wer in Auckland landet, kann sich in diesen fabelhaften Hallen einen ersten guten Überblick über Land, Leute und Tiere verschaffen.

Neuseeland - Auckland - War Memorial Museum

War Memorial Museum

Das Museum, ein dominanter neoklassizistischer weißer Bau, liegt am Rande eines großen Parks namens Auckland Domain. Ganz in der Nähe ist Aucklands beste Shopping-Meile, der Broadway in Newmarket (12), gut zu erreichen mit einem Bus, der im und gegen den Uhrzeigersinn um die City kreist. Ponsonby und Parnell liegen ebenfalls auf dieser Route, genauso wie der Victoria Park Market, ein beliebter Einkaufsort für billige Kleidung, Schuhe und Souvenirs. Die Karangahape Road, kurz K Road genannt, ist ein Dorado für Nachtschwärmer und Gourmets, aber auch für Mode- und Kunstliebhaber.

Neuseeland - Auckland - Ponsonby

Haus in Ponsonby

Es ist nicht immer einfach, in Auckland die richtige Bushaltestelle für den richtigen Bus zu finden, denn nicht alle Busse steuern Britomart, den Hauptbahnhof am Hafen-Ende der Queen Street, an. Wer weiter hinaus will, trifft gelegentlich auch auf Busfahrer, die nicht wirklich wissen, wie ihre Haltestellen heißen. Aber es ist kein Problem, Kelly Tarlton’s, eine der Topattraktionen am Rande des Zentrums mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen. Der Bus fährt am Britomart ab.

Kelly Tarlton’s (13) ist eines jener Aquarien, in denen man durch eine Plexiglasröhre spaziert und Haie und Mantarochen um einen herum schwimmen. Seit einiger Zeit kann man auch in einem Wasserbecken mit den Furcht einflößenden Kreaturen auf Tuchfühlung gehen. In einem anderen Flügel des Gebäudes am Tamaki Drive, der sich an der Nordostküste der Stadt entlang schlängelt, befindet sich die antarktische Abteilung. Darin geht’s einerseits um die Geschichte und die großen Forscher des eisigen Kontinents, andererseits um ihre gefiederten Bewohner: Ein Zug fährt um eine Eisinsel, auf der sich Königs- und Gentoo-Pinguine vergnügen. Auch der Zoo, allerdings in einiger Entfernung im Westen Aucklands gelegen, ist immer einen Besuch wert.

Neuseeland - Auckland - Pinguine in Kelly Tarlton’s

Pinguine im Kelly Tarlton’s

Wer von all diesen Aktivitäten Erholung braucht, tut dies am besten im attraktiven Albert Park (14), einer hübschen Anlage nur einen Katzensprung von der Queen Street entfernt. Auch hierher strömen viele Büroangestellte, Verkäufer/innen und Studenten – da direkt an den beiden Universitäten gelegen – in der Mittagspause.

Von den 48 Vulkanen, auf denen Auckland erbaut wurde, sind der Mt. Eden und der One Tree Hill die bekanntesten, und auf einem der beiden sollte man allein schon wegen der wunderbaren Rundumblicke gewesen sein. Rein theoretisch könnten alle Vulkane noch einmal ausbrechen und Katastrophen auslösen. Aber die Aucklander bauen darauf, dass die Vulkangeschichte so weitergeht, wie sie aufgehört hat: dass nämlich der nächste Vulkan in einer fortlaufenden Linie im Meer geboren wird, so wie Rangitoto Island vor 600 Jahren.

Neuseeland - Auckland - Krater am Mt. Eden

Krater am Mt. Eden

An keinem anderen Hügel ist die Entstehungsgeschichte so gut zu erkennen wie am Mt. Eden (15). Aber in den Krater sollte niemand hinab steigen, auch wenn es Touristen trotz Informationsschildern ständig tun, denn er ist ein heiliger Ort für Maori. (Ein anderer Hügel mit reicher Maori-Geschichte ist der Mangere Mountain nördlich des Flughafens.) Der One Tree Hill (16) im Cornwall Park ist übrigens seit dem 5. Oktober 2000 ein Null-Baum-Hügel, als ein Maori-Aktivist die fremdländische Radiata-Kiefer fällte.

Neuseeland - Auckland - One Tree Hill

One Tree Hill

Der Westen Aucklands

Den Westen Aucklands ohne Auto zu erforschen, ist unmöglich. Dabei ist diese Region traumhaft wild-romantisch. Regenwald pur. Das erklärt auch, warum die jährliche Niederschlagsmenge in Auckland bei 1230 Millimetern liegt, doppelt so viel wie in Christchurch auf der Südinsel.

Neuseeland - Auckland - Piha Beach im Morgendunst

Piha Beach im Morgendunst

Der Westen, das bedeutet für die meisten Piha Beach (4). Dieses populäre Surfer-Mekka ist einer der wilden schwarzsandigen Westküsten-Strände – und für Schwimmer so gefährlich, dass das neuseeländische Fernsehen hier eine Serie über die verwegenen Einsätze der Rettungsschwimmer („Piha Rescue“) aufnimmt. Die anderen namhaften Strände sind der noch tollere Bethell’s Beach und der Karekare Beach, an dem einst der Kinofilm „Das Piano“ gedreht wurde.

Neuseeland - Auckland - Bethell’s Beach

Bethell’s Beach

Schmale, kurvige Stichstraßen führen von der Kammstraße durch die Waitakere Ranges an diese magischen Vulkansandstrände hinab. An dem spektakulär auf einer Anhöhe gelegenen Besucherzentrum der Waitakere Ranges, dem Arataki Visitor Centre, nahe dem Ort Titirangi, beginnen einige schöne Wanderwege durch ursprüngliche Wälder mit Farn-, Kauri- und Rimu-Bäumen.

Neuseeland - Auckland - Arataki Visitor Centre in den Waitakere Ranges

Arataki Visitor Centre in den Waitakere Ranges

Der Luftlinie gar nicht so weit entfernte Muriwai Beach (5) st leider nur über einen riesigen Umweg über Waitakere und den State Highway 16 zu erreichen, aber die Mühe und der Zeitaufwand lohnen sich zwischen Februar und Oktober, denn dann brüten dort 1200 Tölpel-Paare und die Küken bereiten sich auf ihre ersten Flüge vor. Es ist nur eine von drei Tölpel-Kolonien auf den beiden Hauptinseln Neuseelands. (Die bekannteste ist Cape Kidnappers in der Hawke’s Bay.)

Und wo wir schon bei Vögeln sind: Eine Autostunde südöstlich von Auckland (natürlich nur ohne Stau...) befindet sich die so genannte Seabird Coast, mit einem Informationszentrum in Miranda (6). Dort landen jedes Jahr im neuseeländischen Frühling tausende Pfuhlschnepfen nach ihren Weltrekord-Nonstopflügen aus Alaska zum Überwintern. Im März kehren sie – nun nicht mehr mit braunem, sondern ziegelrotem Gefieder – zum Brüten in ihre kalte Heimat zurück. Im Sommer ist die Gegend doppelt schön, wenn die blühenden Pohutukawa, Neuseelands Christbäume, die Küste mit einem roten Band säumen.

 

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