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Nachmittags setzt Selma Barkham mit einem jungen Fischer nach Old Ferrolle Island über. Dort verlaufen “Straßen“ kreuz und quer über den Kieselstrand. So nennt sie die schnurgerade angeordneten Reihen flacher Steinplatten, aus denen man sich in Plum Point lange keinen Reim machen konnte. Selma Barkham vermutet, dass baskische Fischer im frühen 17. Jahrhundert hier ihren Fang zum Trocknen auslegten und mit den Plattenreihen ihre Schiffsladungen markierten. Sean der Fischer ist stolz auf die Geschichte vor seiner Haustür. Er zeigt auf zwei parallel verlaufende, grasüberwachsene Erdwälle.

“War das ein baskisches Haus, Selma?“
“Wahrscheinlich, Sean.“

Selma lächelt. Noch ein Einheimischer, dem sie die Augen öffnen konnte. Kein Tag hier oben vergeht, an dem sie sich nicht einen Einheimischen vorknöpft und mit der Nase auf die Historie unter seinen Gummistiefeln stößt. Je mehr die Leute über ihre Geschichte Bescheid wissen, desto energischer werden sie sich der Lösung ihrer Probleme widmen, glaubt sie. Die Hände tief in die Parkataschen vergraben, schreitet sie die Plattenreihen ab und blickt über das kabbelige Wasser der Strait of Belle Isle nach Labrador hinüber. Dabei wird sie mehr sehen als den fadenscheinigen grauen Streifen, der sich aus dem Dunst schält. Schwarze Rauchsäulen wahrscheinlich, die aus mächtigen Ölkesseln aufsteigen, und dunkle Flotten dreimastiger 300-Tonnen-Galeonen, die dort zwischen 1530 und 1600 ankerten und ihre “chalupas“ mit jeweils sechs Mann Besatzung auf die Wale hetzten.

Neufundland / Walschädel
Schädelknochen eines Wales

Männer und Jungen in wollenen Hosen, bewaffnet mit Netzen und Harpunen. Eine ganze Industrie, die auf ihrem Höhepunkt soviel einbrachte wie die spanischen Kolonien in Mittelamerika.

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