
Text und Fotos: Ulla Ackermann
Albi Brückner ist eigentlich zu abgeklärt, um sich derart heftig zu verlieben wie weiland 1984. Damals kam der Geschäftsmann aus Windhoek zufällig zu einem Besuch an den Rand der Namibwüste. "Es war während der Regenzeit", erinnert Brückner sich gerne und stets mit einem Schmunzeln, "und es blühte überall." Daß diese Regenzeit eine ungewöhnlich starke war und daß die Wüste nicht in jedem Wüstenwinter blüht, wußte Brückner auch, doch die Farm, auf der er Zeuge dieses Naturphänomens gewesen war, diese Farm wollte er kaufen – und konnte er auch.

Gorrassis hieß das Land, war 20.000 Hektar groß und eine von elf ähnlichen Farmbetrieben, die entlang der Namibwüste angesiedelt waren und gerade um die Zeit der Mittachtziger ihre Existenzberechtigung verloren. Bis dato waren seit dem Ersten Weltkrieg auf diesem Gebiet, das insgesamt über 200.000 Hektar Wüstenfarmland umfaßt, Karakulschafe gezüchtet worden, um den Markt mit Persianerfellen zu versorgen. Mit der Rezession auf diesem Sektor, der im Wandel der internationalen Modegeschmäcker zusammenbrach, verloren die namibischen Pelzzüchter die Grundlage ihrer Profession und im Zuge der Umorientierung verließen alle den Namibrand.
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