Beim Aufwachen um
zehn Uhr ist der Ozean tatsächlich weg und bis zum Horizont erstreckt
sich schwarzes, glibbriges Watt. Korallenfelsen ragen aus dem Schlamm
und in kleinen Pfützen spiegelt sich die Sonne mit flirrenden Reflexen.
Da staksen Kinder und Frauen tastend im wadenhohen Matsch umher. Einige
sammeln die handtellergroßen Sandaustern in Blechschüsseln, andere stochern
mit langen Stöcken um sich herum, bis ein gewisser Widerstand Aktion
verlangt.
Und jetzt geht alles blitzschnell: ein triumphierender Aufschrei, die
Stange fliegt zu Seite, zwei weitere Frauen stürzen herbei und schon
graben alle Beteiligten mit bloßen Händen im Modder.

Je tiefer, desto vorsichtiger, doch schlägt die Natur unweigerlich zu. Bald quieken die Frauen um die Wette, denn die Krabbe, die sie da ausgraben, läßt sich nicht ohne Gegenwehr aus ihrem Versteck zerren. Aber eine echte Chance hat das Meeresgetier nicht, denn die Frauen und Kinder müssen für gefüllte Kochtöpfe sorgen und dafür steht ihnen nur das Meer zur Verfügung. Vielleicht wächst hier und da auf dem sandigen Boden der Inseln ein wenig Kassava, Yams oder Mais, doch regelrechte Landwirtschaft scheiterte bisher am Wassermangel.
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