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„Naadam ist Ausdruck unserer Kultur“ ...,

... erklärt Gereelt. „Ringen, Bogenschießen und Pferderennen sind Tradition seit Dschingis Khan, und das, was der göttliche und einzige Khan uns lehrte, wird immer Bestand haben.“ Der göttliche und einzige Khan? Verblüfft schaue ich Gereelt an. Diese moderne, aufgeschlossene, drei Sprachen sprechende, in Leipzig und Bonn studierte, fein geschminkte und unter dem Del in edles Kaschmir gekleidete Frau spricht von dem 1227 verstorbenen Herrscher wie von einem Heilsbringer.

Mongolei / Zeichnung

Tatsächlich ist die Figur des Dschingis Khan zum Symbol der modernen mongolischen Identität geworden. „Durch Dschingis Khan waren wir eine der mächtigsten Nationen der Erde, unser Land reichte von China bis Polen.“ Gereelt redet sich in Rage: „Mongolen sind immer noch stark, das soll die Welt wissen!“

Wie zur Ära Dschingis Khans

Wir sind auf dem Weg vom Hauptstadion in das kleinere nebenan. Während in der großen Arena nun schon die dritte Runde des mongolischen Ringens stattfindet und Gereelt weiß, dass es unzählige Kämpfe geben wird, bis der Sieger ermittelt ist, hat in Steinwurfweite das Bogenschießen begonnen. Einige der Schützen – es sind auch Frauen darunter – schießen mit Strohpfeilen – wie zur Ära Dschingis Khans! Wer sich nicht sportlich betätigt, feiert Wiedersehen mit Bekannten und das geht nicht ohne Kumyss und Wodka. Männer in ledernen Dels nehmen die Wetten für das Pferderennen am nächsten Tag an.

Mongolei / Bogenschütze

Wodka als Lebenselexier

Pferderennen über 15 und 30 Kilometer brachten die Stimmung auf den Höhepunkt. Gewonnen haben natürlich die Pferde des Herrn Dawaachü: Dies verwundert niemanden, ist er doch der unumstritten beste Pferdezüchter der Mongolei. Seine Pferde sind optimal trainiert und gefüttert und seine Jockeys – dreizehnjährige Jungs und Mädels – hochmotiviert.

Mongolei / Pferderennen

Die abschließenden Feierlichkeiten zum Naadam-Fest habe ich früh verlassen, schließlich wollte ich sämtlichen Wodka, den ich in meinem gesamten Leben noch trinken darf, nicht an diesem einen Abend vertilgen. Und am nächsten Tag steht mir eine weite Reise bevor: Mit dem Flugzeug zunächst bis Bayakhongor und von dort auf einem Kamel in die Wüste Gobi. Der Pilot des Fliegers ist sturzbetrunken, schon morgens um sechs, doch sein Copilot macht einen ausgeruhten Eindruck. Oder ist er ein Meister im Kaschieren von Gesichtszügen? Egal, nachdem jeder Erwachsene noch ein Kind oder ein sperriges Gepäckstück auf den Schoß geladen bekommen hat, fliegen wir los, und einer der beiden Cockpithelden bringt die völlig überladene Maschine auch sanft zur Landung.

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