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Vier Mal im Jahr auf Wanderschaft

Nahezu die Hälfte aller gut 2,3 Millionen Mongolen sind Nomaden; vier Mal im Jahr sind sie auf Wanderschaft zu besseren Weidegründen. Denn Wiesen und fruchtbares Land sind in einem Land rar, das drei Mal größer als Frankreich ist, mehrheitlich aus Steppe, aus unwirtlichen Wüsten, tiefen sibirischen Wäldern und schneebedeckten Bergrücken besteht.

Mongolei / in der Wüste

Acht Monate lang herrscht Winter im Land. Inmitten dieser rauen Natur wachsen traditionell noch immer alle Mongolen auf, denn Kinder bleiben bei den Großeltern auf dem Land, während viele junge Eltern in der Metropole des Landes einem Beruf nachgehen.

Ständig klingelt ein Handy

Die Kinder den Großeltern zu überlassen, ist auch für Gereelt, meine Begleiterin in Ulaanbataar, keine Frage. Sie ist Managerin einer Im- und Exportfirma, kann deshalb selbst beim Naadam nicht so recht abschalten. Ständig klingelt ihr Handy, wie Hunderte andere auch. Schon in den schmissig blechernen Rhythmus der Marschmusik beim Festzug hatte sich andauerndes Hightech-Gebimmel gemischt – eine bizarre Erfahrung, denn das Bild dieses Aufmarsches hätte traditioneller nicht sein können. Alle Mongolen sind in strahlendbunte Dels gekleidet. In diese langen Mäntel, die von einer breiten Schärpe zusammengehalten und die heute über Jeans, einem Anzug oder dem Kashmir–Kostüm getragen werden. Dels trägt man zu jeder Jahreszeit, so dass jeder Mongole mindestens drei besitzt: zwei mit Fellen gefütterte für den Winter, einen leichten für den Sommer. Seit Jahrhunderten ist dieses Kleidungsstück Ausdruck mongolischer Tradition, denn schon Dschingis Khan, seine Frauen, Mätressen, Krieger und Kinder trugen dieses Gewand.

Mongolei / in der Jurte

Man spricht wieder mongolisch

Lediglich zu Zeiten der russischen Okkupation, von 1911 bis knapp acht Jahrzehnte später, war der Del nicht gesellschaftsfähig, weil von den Russen als mongolisch und damit minderwertig verboten – wie alles, was der Tradition dieses einst so mächtigen Volkes entstammte. Doch kaum, dass der „Kalte Krieg“ 1990 beendet und die russischen Besatzer des Landes verwiesen waren, kehrten die Mongolen zu ihrer ursprünglichen Kultur zurück: Zur Religion des lamaistischen Buddhismus und zu den Lehren der Schamanen. Man trägt wieder Del, spricht vor allen Dingen Mongolisch und feiert Naadam.

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