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Aberglaube ist ansteckend

Mongolei BogenschützenReisen im Land wird durch die unzulängliche Infrastruktur erschwert. Schlaglöcher übersäen die wenigen asphaltierten Straßen. Nach Erdene Zuu, immerhin die Hauptsehenswürdigkeit des Landes und nur 280 Kilometer von Ulan Bator entfernt, braucht der Bus zehn Stunden. Das lamaistische Kloster entstand im 16. Jahrhundert, die Tempel und Pagoden wurden aus den Trümmern von Karakorum errichtet.

Nichts zu sehen ist mehr von der Pracht der einstigen Hauptstadt, in der Dschingis Khan und seine Nachfahren Hof hielten und mongolische Reiterhorden Angst und Schrecken verbreiteten, als sie auszogen, die Welt zu erobern und bis an das heutige Polen vordrangen. Von China bis ans Schwarze Meer erstreckte sich das größte je existierende Weltreich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Jeder Weg in der Mongolei, so beschwerlich er auch ist, lohnt sich. Mit jedem Schritt ins Land sieht man Bilder, die sich einprägen: Rinderherden und Pferde an silbrig-glänzenden Flussläufen. Berittene Hirten mit der Urga in der Hand, der langen Holzstange und der Schlinge am Ende. Zweihöckrige Kamele, die wiegenden Schrittes durch die Gobi trotten. Der Vollmond über der Wüste. Und Jurten, die wie Pilze aus dem grünen Boden wachsen.

Mongolei Kamele
Die Kamele trinken und ...

Dass wir freiwillig zu Fuß gehen, können die Mongolen, die seit Kindesbeinen fest im Sattel sitzen, kaum fassen. Aber für uns gibt nichts Schöneres, als durch die Edelweißwiesen zu laufen, den Duft von Salbei und Wermut einzuatmen, die Murmeltiere zu beobachten und die Greifvögel, die am blauen Himmel kreisen. An Wegkreuzungen stehen Owoos, mit blauen Gebetsfahnen gespickte Steinsetzungen, die mit Getränkedosen, Geldscheinen, Tierschädeln oder auch Krücken bestückt wurden. Aberglaube scheint ansteckend zu sein, denn schon bald machen wir es wie die Mongolen: Einen Opferstein dazulegen, dreimal im Uhrzeigersinn herumgehen und die geneigten Geister um eine gute Weiterreise bitten.

Mongolei Stutenmelken
... die Stuten werden gemolken

Nachdem nun von Gündej auch noch Milchschnaps angeboten wurde, wird es Zeit für uns zu gehen. Der Besuch sei ihnen eine Ehre gewesen, versichert Schovo. Wir sollten unbedingt wiederkommen, jederzeit stehe die Jurtentür für uns offen. Leicht gesagt. In ein paar Tagen schon werden sie ihre Jurte abbauen, Jaks und Pferde beladen und mit Sack und Pack weiterziehen. Wohin, das wissen die Götter.

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