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Was macht der Nomade in der Stadt?

Mongolei alte DameGerade mal 2,4 Millionen Einwohner leben in der Mongolei, auf einer Fläche, die viereinhalb Mal so groß wie Deutschland ist. Neben der unverbauten Natur - der Gebirgstaiga im Norden, der grünen Steppe und der Wüste Gobi im Süden - sind es vor allem das traditionelle Leben und die Gastfreundschaft der Nomaden, die uns in der Mongolei faszinieren. Dass Fremde so offen aufgenommen werden, wird auch an ihrer geringen Zahl liegen. Kaum mehr als 10.000 Touristen pro Jahr besuchen das zentralasiatische Hochland zwischen Sibirien und China, schätzt Tunga. Die Passagiere der Transsibirischen Eisenbahn auf dem Weg nach Peking seien da schon eingerechnet.

Reisen ins Land beginnen immer in Ulan Bator. „Wenn ein Nomade in die Hauptstadt kommt, ist er so dumm wie eine Gazelle“, sagt Tunga, die im Winter deutsch an der Uni lehrt. Kopflos würde er vor die Autos rennen. Manchmal sieht man sie im traditionellen Deel, dem wadenlangen seitlich geknöpften Mantel mit Seidenschärpe um den Bauch, auf ihren stämmigen Pferden über Plätze reiten. Unbeachtet von Kindern und Jugendlichen, die sich im Ringen üben. Am Straßenrand wird aus großen Kübeln Kumyss, gegorene Stutenmilch, verkauft. Klapprige überfüllte Busse kreischen an Oberleitungen und rumpeln über die Straßen, vorbei an monumentalen Palästen und Plätzen, an Plattenbauten und Jurtensiedlungen und an bunten Reklametafeln, die für Telefon und Bier werben.

Mongolei Orchon-Fluss
Der Orchon-Fluss: mehr als tausend Kilometer lang

Im Gandan-Kloster meditieren und singen Mönche, verbreiten Tamburine, Becken, Zimbeln und Schellen einen Höllenlärm. Gläubige bringen Gebetsmühlen in Schwung, um Wünsche und Gebete zu vertausendfachen. Der Duft von Räucherstäbchen durchdringt die Tempel. Das Gandan-Kloster wurde 1838 gegründet und zählt heute zur bedeutendsten Stätte des Lamaismus in der Mongolei. Wie durch ein Wunder blieb es von der Säuberungswelle in den 1930er Jahren verschont, als Klöster zerstört, Mönche verfolgt und ermordet wurden.

Mongolei weites land
Weites Land mit wenig Bewohnern

Der 30 Meter hohe Große Buddha, aus Kupfer gegossen und mit Blattgold belegt, wurde vom Volk gespendet und vom Dalai Lama geweiht. Er ist ein Ersatz für das Original, das verschollen ist, seit es damals zersägt und in Einzelteilen nach Russland geschafft wurde. Vor dem Tempel mit dem Großen Buddha steht eine Menschenschlange. Gläubige werfen Geldscheine in eine gläserne Box und neigen die Stirn zur gelben Seidenstola des Dalai Lama, die auf dem Spendenkasten liegt.
Seit der Wende und dem Übergang zur Marktwirtschaft sind die Verhältnisse nicht gerade einfacher geworden.

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