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Kurzportrait „Man sollte oft wünschen, auf einer der Südseeinseln als sogenannter Wilder geboren zu sein, um nur einmal das menschliche Dasein – ohne falschen Beigeschmack – durchaus rein zu genießen“. Was dem alternden J. W. v. Goethe durch den Kopf ging, ist auch Reisenden unserer Zeit nicht fremd. Der Südseemythos lebt! Es den freien, glücklichen Naturmenschen in den paradiesischen Gefilden des Pazifiks gleichtun zu können – und sei es nur für eine Woche oder zwei – ist ein weit verbreiteter Wunschtraum. Und es gibt sie ja tatsächlich noch – die von der modernen Zivilisation nur wenig berührten, die fast schon vergessenen, weitab der Schiffahrtsrouten liegenden Atolle, wo sich das Leben noch abspielt wie in Stevensons Südseegeschichten. Auf den größeren Inseln freilich hat längst die Moderne unübersehbar Einzug gehalten mit Autos, Video und Handy, Fast Food und Drogen, Arbeitslosigkeit, Landflucht und Umweltproblemen. Also doch keine paradiesische Glückseligkeit? Kein Zufluchtsort für zivilisationsmüde Zeitgenossen? Es gibt verführerische Versprechen, die kaum einzulösen sind, doch wer nicht auf Erfüllung allzu bekannter Klischees pocht, wird reich an Eindrücken und Erlebnissen von den Inseln im Pazifik zurückkehren und vielleicht war darunter die Entdeckung des Lebens – die persönliche Trauminsel, deren klangvollen Namen außer dem Glücklichen nur die Einheimischen kennen.
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Yap Eine Gruppe von vier sehr dicht beieinander liegenden, durch Brücken und Kanäle miteinander verbundenen Inseln bildet das Herzstück von Yap („Yap proper“). Ein breites Saumriff umschließt die Inselgruppe. Fast vier Fünftel ihrer Küstenzonen sind von Mangrovenwäldern bedeckt, die versteckte, feinsandige Strände beherbergen. Zumeist nur mit dem Boot zu erreichen, werden hier Südseeträumereien wahr. Ausgestattet mit einem reich gefüllten Picknickkorb, kann man sich am menschenleeren Strand absetzen lassen, bis am frühen Abend der Bootsführer zurückkehrt und zum Aufbruch drängt. Einen Abstecher in das völlig unberührte Ökosystem der Mangrovenwälder sollte man keinesfalls versäumen. Sie werden mit Kajaks erkundet, da hier keine Motorboote verkehren dürfen. Einheimische Führer erläutern die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Man kann durch Steinkorallengärten schnorcheln und sich als Sportfischer versuchen und dabei Haien und dem Blauen Merlin nachstellen oder so fremdartigen Meeresbewohnern wie dem Regenbogenrenner oder dem Büffelkopfpapageienfisch, dem Wahoo und dem Mahi-Mahi. Doch Topziel für die allermeisten der nicht sehr zahlreichen Besucher sind die Tauchgründe mit ihrer atemberaubenden Artenvielfalt. Und hier beeindrucken vor allem die Manta-Rochen, die freundlichen Gleiter, die auf ihren riesigen Schwingen durchs Wasser schweben und offenbar an Yap einen Narren gefressen haben, denn mehr als hundert von ihnen tummeln sich hier in den Küstengewässern – so ausdauernd und in großer Zahl wie an keinem anderen Ort der Welt.
Während einer Zeremonie auf den Yap-Inseln Man nennt Yap auch „Insel des Steingeldes“, denn hier ist eine der ungewöhnlichsten Währungen der Welt zu hause. Etwa 6.000 der imponierenden „Münzen“ aus Aragonit, einem kristallisierten Kalkstein, gibt es noch zu bestaunen. Bei einem Durchmesser von 1– 3 m können die mühlradähnlichen „Geldstücke“ ein tonnenschweres Gewicht auf die Waage bringen. Früher, in vorkolonialer Zeit, dienten sie als Zahlungsmittel und besitzen auch heute noch einen symbolischen Wert, der sich an den Umständen der Gewinnung (auf den Rock Islands des Palau-Archipels) und des mühseligen Transports auf Kanus (400 km über offene See) und auch an der Kunstfertigkeit der Steinmetzarbeit mißt.
Das berühmte Steingeld von Yap In der Hauptstadt Colonia, wo Tradition und Moderne sichtlich miteinander ringen, stehen ausreichend Taxis und Mietwagen für Fahrten in die Dörfer bereit, wo man sich rasch als Gast wiederfindet bei Tanzvorführungen und Festgelagen oder musikalischen Darbietungen und bei der Präsentation traditioneller Schnitzereien, Flecht- und Webarbeiten. Noch ein Tip: Wer den Traditionen Yaps ganz nahe sein will, sollte die „Outer Islands“, die entlegenen Inseln, besuchen. Drei von ihnen (Ulithi Atoll, das sind 40 Miniinseln sechs Fuß über dem Meer, zus. 4,5 km², die eine 548 km² große Lagune umschließen sowie Fais, ein Kalksteininselchen mit 250 Einwohnern und Woleai, ein Atoll mit 800 Einwohnern und den größten Riffinseln aller Atolle) werden von Pacific Missionary Aviation (PMA) angeflogen. Auf einigen „Outer Islands“ besteht Alkoholverbot, auf anderen ist westliche Kleidung nicht zugelassen. In jeden Fall muß eine Besuchsgenehmigung beim Yap Visitors Bureau eingeholt werden. Chuuk 294 größere und kleinere Inseln zählen zum bevölkerungsreichsten Bundesstaat der FSM. Umrahmt von einem Kranz niedriger Atolle, den oft Hunderte von Kilometern auseinander liegenden „Outer Islands“, liegt im Zentrum des Chuuk-Archipels die gleichnamige Hauptinsel. Sie besteht aus 14 vulkanischen Teilinseln, Überresten eines eingesunkenen, einst gewaltigen Vulkanmassivs. Ein 224 km langes Barriere-Riff (mit 69 kleinen Riff-Inseln) umschließt die Hauptinsel und bildet mit annähernd 2.000 km² eine der weltweit größten Lagunen. Es geht gemächlich und naturnah zu auf den Chuuk-Inseln. Mit dem Fang von Meeresgetier und den Erträgen ihrer Gärten, mit Bootsbau, Webarbeiten und Holzschnitzereien bestreiten die Einheimischen ihren Lebensunterhalt und die langsam ansteigenden Besucherzahlen bringen ein Zubrot. Wenn Ausländer kommen, dann haben sie nur ein Ziel im Blick: die Unterwasserwelt des Chuuk-Atolls. Und was deren Rang im weltweiten Vergleich angeht, sind sich Einheimische und Besucher ohnehin einig. Als weltbestes Schiffswrack-Tauchrevier gelten die Gewässer zwischen den tropischen Atollen, auch wenn keine antiken Galeeren auf Taucher warten, sondern Wracks der Kaiserlich Japanischen Kriegsmarine, die von den Amerikanern auf den Grund des Meeres geschickt wurden. Das war im Februar 1944, als die japanische Flottenbasis hier ihr Pearl Harbor erlebte und sich 12 Kriegsschiffe, 32 Transport- und Versorgungsschiffe mit Geschützen, Panzern, Flugzeugen, LKWs an Bord einige Dutzend Meter unter dem Meeresspiegel zu einem gigantischen Schiffsfriedhof gruppierten. Heute geben die Relikte des Krieges ein bizarres Bild ab. Da erkennt man Ruderstände, die über und über mit Schwämmen besetzt sind, Fischschwärme umkreisen Maschinentelegraphen, Seeanemonen, Korallen und purpurne Schwämme umklammern Masten und Aufbauten, Geschützrohre und Granaten und im Teegeschirr einer Offiziersmesse kampieren Nacktschnecken. Pohnpei Mit einer Länge von 19 km und einer Breite von 23 km ist Pohnpei eine der größten mikronesischen Inseln. Das in der Ferne von mehreren „klassischen“ Atollen umgebene große Vulkanmassiv steigt auf 791 m (Mount Nahna Laud) aus dem Meer auf. Dichte dschungelartige Vegetation bedeckt das Landesinnere. Tief eingeschnittene Talzüge mit Flüssen und Wasserfällen verlaufen vom Zentrum zur Küste. Die Insel ist fruchtbar. Ihre tropischen Früchte, ihre üppige Schönheit gaben ihr den Beinamen “Garteninsel“. Nach Senkungsprozessen des mächtigen Vulkanmassivs entwickelte sich das ursprüngliche Saum-Riff zu einem Barriere-Riff 1 – 2 Km vor der Küste. Sein Umfang: 135 Meilen mit sechs natürlichen Passagen für Schiffe und einer breiten Außenlagune. Da die Küsten von Mangrovenwäldern und –sümpfen gesäumt werden, sind Badestrände Mangelware. Als reizvolle Alternative bieten sich die natürlichen, idyllisch gelegenen Becken einiger Flüsse und die „Badepools“ spektakulärer Wasserfälle an. Doch niemand muß auf Strandfreuden verzichten. Die kleinen, unbewohnten Inseln des Barriere-Riffs haben schöne Strände und Abstecher zu den abgelegenen „Outer Islands“, wahren Bilderbuchatollen, versprechen kristallklares Wasser und goldene Sandstrände. Allerdings liegt das 700-Seelen-Atoll Kapingamarangi gut 600 km südlich von Pohnpei, Mwoakilloa „nur“ 190 km östlich mit gerade 200 Einwohnern auf 1,24 km² und die 900 Menschen auf dem kreisrunden Nukuoro-Atoll sind nur mit dem Schiff zu erreichen. Zeit muß man schon mitbringen für diese fernen Korallentupfer in den Weiten des Pazifiks. Eine rund 80 km lange Küstenstraße umrundet Pohnpei. Sie führt von der Inselhauptstadt Kolonia (nicht zu verwechseln mit Colonia auf Yap), wo noch eindrucksvolle Mauerreste an das spanische Fort und ein Glockenturm an die deutsche katholische Missionskirche erinnern, zum Städtchen Palikir, der Bundeshauptstadt der FSM. Ein prächtiges und ganz im traditionellen mikronesischen Stil errichtetes „Capitol“ zeugt von der Bedeutung des Ortes. Folgt man der Straße in östlicher, dann südlicher Richtung, nähert man sich Nan Madol, einer geheimnisumwitterten Ruinenstadt, die zwischen 1100 und 1400 auf teilweise künstlich angelegten Inseln aus riesigen Basaltblöcken errichtet wurde. Kosrae Auf Yap, rund 2.500 km westlich, begann unsere Rundreise durch Mikronesiens Inselwelt. Mit Kosrae ist der vierte und zugleich östlichste Bundesstaat erreicht – auch er vulkanischen Ursprungs, aber wenig erodiert und kaum eingesunken und daher von einem recht engen Saum-Riff mit schmaler Außenlagune umgeben. Fruchtbarer Boden erlaubt den Anbau zahlloser tropischer Gemüse- und Fruchtarten und er bringt dichten Dschungel hervor, den Wasserläufe durchziehen und Katarakte mit Wasserschleiern besprühen. Bei einem Aufstieg zum Mount Finkol, mit 722 m Kosraes höchste Erhebung, läßt sich die tropische Regenwald-Vegetation besonders intensiv erleben und auf dem Gipfel begreifen wir endlich, warum die Einheimischen ihre Insel „Land der schlafenden Frau“ nennen, zeigt doch die Inselsilhouette die Umrisse einer auf dem Rücken liegenden Frau. Sie sind friedvolle und freundliche Menschen, die Insulaner, die an ihren Traditionen hängen, inbrünstig die alten Lieder singen, Häuser und Kanus bauen wie schon ihre Vorfahren, Holz beschnitzen und weben, die Gärten pflegen und auf Fischfang gehen, wie es immer Brauch war. Eine Fahrt entlang der Küste führt zu unberührten weißen Sandstränden und am nahen Riff locken kristallklare Schnorchel- und Tauchreviere mit Sichtweiten bis zu 70 m, mehr als 250 Fischarten und einer atemberaubenden Korallenvielfalt. Auch Wracktaucher kommen hier auf ihre Kosten, wenn sie zu den seit mehr als sechzig Jahren auf dem Grund der Lagune ruhenden japanischen Schiffen und Flugzeugen hinabtauchen. Inseltypische Auslegerkanus oder Kajaks bringen Interessierte auf Kanälen in das Mangrovendickicht, wo bizarre Pflanzenformen und eine an dieses Ökosystem perfekt angepaßte Tierwelt erstaunen. Was Pohnpei sein Nan Madol, sind Kosrae die Ruinen von Lelu – ähnlich beeindruckend und geheimnisvoll, Spuren einer tatkräftigen, wohlorganisierten Zivilisation des 13./14. Jahrhunderts, die Mauern, Kanäle, Straßen, Gräber, Wohnquartiere und noch mehr Rätsel hinterließ.Eckart Fiene
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Reiseinfos Landesnatur: Das Territorium der Föderierten Staaten von Mikronesien zieht sich als Inselkette nördlich des Äquators durch den westlichen Pazifik. Zwischen dem Bundesstaat Yap im äußersten Westen (zu ihm gehören 145 zumeist kleine Inseln) über Chuuk (294 Inseln) und Pohnpei (163 Inseln) bis zum Bundesstaat Kosrae (5 Inseln) im Osten liegen 2.500 km. Die mikronesischen Archipele vereinen die ganze Formenvielfalt der pazifischen Inselwelt. So gibt es neben stark zerklüfteten, wasserreichen, aus einem Vulkanmassiv bestehenden Inseln, die wie Kosrae (722 m hoch) und Pohnpei (791 m) beste Bedingungen für tropischen Regenwald bieten, Inseln wie Yap, die ein sanfteres, hügeliges Relief zeigen, Buschlandschaften und an den Küsten Mangrovensümpfe aufweisen oder die teils üppig bewachsenen, teils mit anspruchsloser Vegetation bedeckten Inseln der Chuuk-Gruppe. Viele Inseln sind von engen Saumriffen, andere von breiten Barriereriffen und entsprechend weiten Lagunen umgeben. Klima: Auf den Inseln herrscht ganzjährig feucht-heißes Tropenklima. Die Durchschnittstemperaturen liegen konstant zwischen 26 und 28 Grad bei einer relativen Luftfeuchtigkeit um 80 %. Es fallen gewaltige Niederschlagsmengen zumeist als kurze und heftige Schauer – je nach Inselgruppe zwischen 2.500 und 5.000 mm (zum Vergleich: Hamburg 740 mm). Besonders häufig sind Niederschläge zwischen Mai und November, während in den Monaten Januar bis März ihre Intensität unter dem Einfluß des Nordostpassats nachläßt. In keiner anderen Weltgegend ist die Gefahr tropischer Wirbelstürme so groß: durchschnittlich 19 Taifune fegen jährlich über die mikronesischen Inseln hinweg. Flora / Fauna: Während Regenwald und Grasvegetation auf den hohen Vulkaninseln vorherrschen, gedeihen auf den nährstoffarmen Böden der flachen Atolle vorwiegend Kokosnußpalmen und Schraubenbäume (Pandanus). Einzigartige Biotope bilden die gegen Salzwasser unempfindlichen Mangrovenhaine am Küstensaum mancher Vulkaninseln. Die Artenvielfalt von Flora und Fauna nimmt ab, je weiter man sich vom asiatischen Festland nach Osten begibt. Außer einigen Fledermausarten gibt es keine einheimischen Säugetiere, dagegen sind Land- und Seevögel in großen Mengen vertreten und das Leben im Meer begeistert mit unvorstellbarem Artenreichtum. Geld / Währung: Zahlungsmittel in den FSM ist der US-Dollar. Es empfiehlt sich die Mitnahme von Dollars in ausreichender Menge, da der Euro-Umtausch nicht überall gewährleistet ist. Die gängigen Kreditkarten werden in Hotels und anderen touristischen Einrichtungen in der Regel akzeptiert. Einreisebestimmungen: Für die Einreise ist ein Reisepaß notwendig, der am Tag der Rückreise noch mindestens 120 Tage gültig sein muß. Touristen erhalten ein kostenloses Visum bei der Einreise am Flughafen, vorausgesetzt sie verfügen über ein Ticket für die Rück- oder Weiterreise bzw. können ausreichend Finanzmittel für Aufenthalt und Rück-/Weiterreise vorweisen. Bei der Ausreise fallen Gebühren zwischen 10 und 15 Dollar an. Medizinische Versorgung: Es sind keine Impfungen vorgeschrieben, doch sollte Impfschutz gegen Diphtherie, Polio, Tetanus und Hepatitis A bestehen. In Mikronesien ist Dengue-Fieber verbreitet, eine von Moskitos übertragene fieberhafte Viruserkrankung. Vorbeugender Schutz gegen die vorwiegend tagsüber stechenden Moskitos ist deshalb angesagt. Im übrigen gilt: eine gut bestückte Reiseapotheke ist unverzichtbar wie auch der Abschluß einer Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rückholgarantie.Statistik Lage: Neben Melanesien und Polynesien ist Mikronesien die dritte große Inselgruppe im Pazifischen Ozean. Im Vergleich zu den beiden anderen Archipelen hat das westpazifische Mikronesien mit nur 3.000 km² die kleinste Landfläche. Ihre mehr als 2.000 Inseln und Atolle verstreuen sich über eine schier endlose Wasserfläche von 7,7 Mio. km². Sieben unabhängige Staaten bzw. administrative Einheiten strukturieren den mikronesischen Archipel. Neben US-Territorien mit innerer Autonomie wie Guam und Nördliche Marianen sind es die Republiken Palau, Marshall-Islands, Nauru, Kiribati und die uns hier besonders interessierenden Föderierten Staaten von Mikronesien (im weiteren: FSM). Die 607 Inseln (davon 40 bewohnt) der FSM verteilen sich über eine Wasserfläche von annähernd 2,6 Mio. km² zwischen 10 Grad nördlicher Breite und Äquatornähe sowie zwischen 135 und 166 Grad östlicher Länge. Vom Regierungssitz Palikir auf der Insel Pohnpei sind es ca. 4.700 km bis zu den nordöstlich gelegenen amerikanischen Hawaii-Inseln, nach Manila (Philippinen) im Westen etwa 4.100 km und in das australische Sydney im Süden rund 4.500 km. Fläche: 720,6 km² (Yap 121,7 km², Chuuk 116,2 km ², Pohnpei 372,2 km², Kosrae 110,5 km²). Zum Vergleich: Malediven 298 km², Samos 476 km², Bahrain 694 km², Rügen 926 km². Staat: Die FSM sind eine Bundesrepublik, die sich aus vier Bundesstaaten (Yap, Chuuk, Pohnpei, Kosrae) zusammensetzt. Jeder Einzelstaat hat seine eigene Verfassung, ein eigenes Landesparlament sowie Justizwesen und einen direkt gewählten Gouverneur. Laut Verfassung vom Mai 1979 fungiert das Bundesparlament („congress“) als Legislative, der vom „congress“ gewählte Staatspräsident (der zugleich Regierungschef ist) mit dem Kabinett als Exekutive. Nach kurzem spanischem Intermezzo ab 1875 verkaufte Madrid 1899 die Inseln für 18 Mio. Goldmark an das Deutsche Reich, das sie in seine Kolonie Deutsch-Neuguinea eingliederte. Zu Beginn des 1. Weltkriegs beendete eine japanische Invasion die deutsche Vorherrschaft. Dann traten die USA auf den Plan, bekämpften während des 2. Weltkriegs die in der mikronesischen Inselwelt zusammengezogenen japanischen Flotteneinheiten und übernahmen 1947 auf Wunsch der Vereinten Nationen Mikronesien als Treuhandgebiet. Nach einem ersten Schritt in Richtung Selbstverwaltung (1965) gründeten die vier Inseln 1979 die FSM. Mit einer Art Kompensationsgeschäft konnten die USA 1986 im wahrsten Sinne des Wortes Boden gut machen: Ein Vertrag über freie Assoziierung („compact of free association“) zwischen den FSM und den USA regelte das Verhältnis zwischen den ungleichen Partnern neu. Die FSM stimmten einer eingeschränkten Souveränität zu. Zwar konnten sie außenpolitisch weiter frei agieren, mußten aber „von Handlungen absehen, die die USA mit ihren Verpflichtungen für unvereinbar erklären“. Für Verteidigung und äußere Sicherheit waren ab sofort die Amerikaner zuständig, der Zugriff auf bestimmte Regionen für militärische Zwecke war seitens der FSM „wohlwollend zu behandeln“. Auf der anderen Seite bringt die Anlehnung an die USA den FSM beträchtliche finanzielle Vorteile. So flossen im Zeitraum 1986 – 2001 1,5 Mrd. Dollar in die mikronesische Staatskasse. 2004 wurde eine neue Runde eingeläutet mit einer Laufzeit von 20 Jahren und einem Finanzrahmen von 1,8 Mrd. Dollar. Hauptstadt: Palikir auf Pohnpei mit ca. 4.500 Einwohnern Bevölkerung: 109.500 Einwohner (Yap: 11.300, Chuuk: 54.500, Pohnpei: 35.500, Kosrae: 8.200). Außer mikronesischen Ethnien, deren Vorfahren von den Philippinen einwanderten, leben vor allem auf den östlichen Inseln auch Polynesier. Wenige Europäer, US-Amerikaner und Asiaten haben sich dauerhaft auf den Inseln niedergelassen. Religion: Die Bewohner der FSM sind katholische und protestantische Christen. Dazu gesellen Angehörige kleinerer christlicher Religionsgemeinschaften. Sprache: Englisch ist die weithin verstandene und gesprochene Amtssprache. In der Familie und der Gemeinde sowie in den lokalen Behörden dominieren einheimische Sprachen. 17 mikronesische und polynesische Idiome und Dialekte der großen austronesischen Sprachfamilie werden auf den Inseln der Föderation gesprochen. Verkehr und Transport: Allein „Continental Micronesia“, eine Tochtergesellschaft der „Continental Airlines“, verbindet die mikronesischen Inseln mit der Außenwelt. Die Anreise ist über Los Angeles, Hawaii, Tokio oder Manila möglich. Von dort wird zumeist das regionale Drehkreuz Guam angeflogen (US-Territorium, rechtzeitig klären, ob Transit-Visum verlangt wird!). Dann geht es weiter mit dem „island hopper“ nach Chuuk, Kosrae, Pohnpei oder Yap. Die FSM sind ab Hawaii auch mit einem Stopover auf den Marshall-Islands zu erreichen. Den Flugverkehr zwischen den vier Bundesstaaten besorgen „Caroline Island Air“ und „Pacific Missionary Aviation“. Die Straßen sind auf den größeren Inseln gut ausgebaut. Es existieren keine Buslinien, doch Mietwagen und Taxis sind preiswert. Zeit: MEZ + 10 Stunden (Yap und Chuuk), MEZ + 11 Stunden (Pohnpei und Kosrae). Wirtschaft: Die Arbeitslosenzahl in den FSM ist hoch, mehr als ein Viertel ihrer Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Fischerei und Landwirtschaft sind die wichtigsten Wirtschaftssektoren, wenn auch letztere ganz überwiegend der Eigenversorgung dient. Sie deckt etwa 60 % des Bedarfs. Haupterzeugnisse sind Kokosnüsse, Kopra, Maniok, Süßkartoffeln, Bananen und andere tropische Früchte, Pfeffer und viele Gemüsesorten. Kopra, Kokosöl und Pfeffer werden exportiert, vor allem aber Fisch und Fischereiprodukte (sie machen 90 % des Exports aus), die den weltweit reichsten Thunfischgründen innerhalb der Executive Economy Zone (200-Meilen-Zone um die Inseln) entstammen. Durch den Verkauf von Fischereilizenzen an Japan und die USA und regelmäßige amerikanische Finanzspritzen wird die chronisch negative Handelsbilanz teilweise ausgeglichen. Unter den Handelspartnern rangiert Japan (Export) ganz oben, während Importe hauptsächlich aus den USA kommen, mit Abstand gefolgt von Australien und Japan. Das verarbeitende Gewerbe beschränkt sich auf Kleinbetriebe, darunter zahlreiche Kunsthandwerksfirmen, die für den Tourismus produzieren. Auf ihm ruhen die Hoffnungen der Landesväter. Jetzt schon eine beachtliche Einnahmequelle, verhindern eine schwach ausgebildete touristische Infrastruktur und begrenzte Flugverbindungen den erhofften Boom. Dabei wird von Experten neben dem üblichen Besichtigungs-, Bade- und Tauchtourismus das Potential im Bereich des Ökotourismus besonders hoch eingeschätzt. 2001 reisten 15.300 Touristen an (davon fast die Hälfte aus den USA, der größere Rest aus Japan und eine Minderheit aus Europa). 2003 waren es 18.200 und 2005 kamen 19.000 in den Inselstaat. |