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Ein Gott mit Kulleraugen und Rüsselnase

Die religiöse Erhöhung des Regengottes führte im Laufe der Zeit zu den architektonischen und künstlerischen Besonderheiten, die heute als Puuc-Stil bekannt sind: Um bei den Zeremonien eine außerordentlich dichte spirituelle Atmosphäre zu schaffen, in der sich der Gott ansprechbar zeigte, setzten die Mayas das Mittel der Wiederholung ein: Sie schmückten die Fassaden der Tempel und Paläste mit einer Aneinanderreihung von immergleichen Motiven: Schlangenbänder und Säulenbündel, Mäander und geometrische Muster aus abwechselnd vertieften und herausgehobenen Rechtecken.

Besonders ausgeprägt sind die Darstellungen des Regengottes selbst: maskenhaft stilisierte Gesichtszüge mit Kulleraugen, verzierten Augenbrauen, einem offenen Mund, vorstehenden Zähnen und einer merkwürdigen Rüsselnase. Je mehr Chac-Masken, desto intensiver erschien die spirituelle Aufladung des Tempelbezirks, und desto wahrscheinlicher war eine freundliche Reaktion des Gottes.

Mexiko / Yucatan / Chac-Maske
Chac-Maske

Die Häufung von Chac-Porträts ist ein Merkmal fast aller wichtigen Bauwerke in der Puuc-Region, doch nirgends wurde sie so konsequent verwirklicht wie am Palast der Masken in Kabah. Mehrere hundert Skulpturen mit der vorstehenden Rüsselnase zierten dort in schier unendlicher Reihe die Fassade.

Mexiko / Yucatan / Nonnenviereck
Nonnenviereck

Den Puuc-Stil in seiner reinen Form findet man am so genannten Nonnenviereck in Uxmal, wo vier Gebäude einen weiträumigen Innenhof umschließen. Die unteren Teile der Außenwände bestehen aus glatten Quadern, darüber reihen sich dann über die gesamte Länge der Fassaden geometrische Muster, gebündelte Säulen, mäanderförmige Umrahmungen, Schlangen und Chac-Masken. Aus den Ecken der Gebäude ragen die Rüsselnasen.

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